Dienstag, 23. Juni 2015

SV Engelhelms - TSV Pilgerzell 2:1

Als letztes Spiel in dieser Saison wurde noch ein Schmankerl ausgegraben bzw. präsentiert. In der Kreisoberliga Fulda wurde zum Wiederholungsspiel geladen zwischen den benachbarten Ortschaften Engelhelms und Pilgerzell. Und das kam einer Relegation gleich, fast noch etwas mehr. Es ging heute um alles für beide Vereine, ein Sieg für die Gastgeber reichte für den Klassenerhalt, den Gästen genügte ein Unentschieden. Viel Prominenz war heute angereist, sogar im Radio wurde vorab berichtet. Ein fairer Preis von drei Euro wurde gelatzt, dafür gab es die üblichen Ramschkarten. Also musste ich noch was draus machen, ich konnte dann zum Glück noch tauschen und hatte prompt die ersehnte Karte in der Hand. Die erste Halbzeit verfolgten wir dann zu zweit ganz weit oben auf dem Hang. Unten standen sie schon in Dreierreihen, das war nichts für uns. Wenigstens so konnte man das Spiel verfolgen, was natürlich nicht sehr niveauvoll war. Aber es wurde geackert, gebolzt und gerannt. Dennoch ein sehr faires Spiel, wenn man die Vorgeschichte und die Bedeutung bedenkt. In der zweiten Halbzeit ging es dann allerdings zum Stammtisch auf die andere Seite, jetzt musste bissel geplaudert werden. Waren ja nahezu alle Größen der hiesigen Szene vorhanden. Dann fielen auch mal Tore, kaum gehörter Jubel, waren wohl alles neutrale Zuschauer. Drei Tore in kurzer Zeit, dann fiel der Regen hernieder, richtig viel, alle wurden nass, egal mit oder ohne Schirm. Dann ertönte doch noch der Schlusspfiff und es wurde sich sofort verabschiedet. Grüße in die Heimat, schnell weg hier, gut rauskommen war angesagt. Das klappte auch vorzüglich. Mit nassen Klamotten ging es ins Auto, die Lüftung wurde aufgedreht, ebenso das Radio. Die Saison ist somit vorüber, es folgen keine Relegationsspiele mehr in Thüringen oder sonst wo. Jetzt ist Schluss. Jetzt ist Sommerpause. Ich finde, die habe ich mir verdient...

Sonntag, 14. Juni 2015

SC Herford - VfL Theesen 3:1

Tja, ich bin doch heute tatsächlich mal ein gutes Stück weitergekommen. Kann ja nicht sein, dass mir Herford immer noch fehlt. Aber heute sollte es endlich mal funktionieren. Zur Sicherheit wurde eine Anfrage per E-Mail gestellt, die dann auch postwendend positiv beantwortet wurde. Und das richtig freundlich. Da wird einem doch gleich warm ums Herz, man freut sich mittlerweile schon über solche kleinen Nettigkeiten und Gesten. Herford wurde also zum heutigen Ziel ernannt, obwohl auch Eisenhüttenstadt auf dem Wunschzettel stand. Aber die einfache Strecke von über 600 km schreckte mich dann doch ab. Ich hebe mir das dann für den August auf. Etwas wacklig auf den Beinen ging es recht zeitig los, diesmal direkt über die Autobahn via Kassel in den Norden. Mein Zustand besserte sich erst, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Jetzt setzte die spontane Heilung bzw. Erholung ein. Der Turnbeutel wurde geschnürt und kurz darauf war ich auch schon am und im Stadion. Ja, ein richtig guter Ground hier, kann man nicht anders sagen. Hier spürt man deutlich noch einen Hauch von der ehemaligen zweiten Liga. Sie ist einerseits zum Greifen nah, andererseits so weit davon entfernt, wie die Sonne zum Mond. Früher war hier bestimmt ordentlich was los, und das in einer gelassenen, freien und unkommerziellen Liga. Die Leute müssen sich bewusst werden, dass das großes Glück war, was sie damals erleben durften. Auch wenn ich nicht dabei war, ich kann es fühlen. Das einzige, was heute störte, waren die Abfallprodukte der Bäume, die hier überall stehen. Der Pappelsaft klebte an den Füßen wie Sekundenkleber. Sind es überhaupt Pappeln? Keine Ahnung, habe es nicht nachgeschlagen, aber ich tippe ganz stark darauf. Spielerisch wurde nochmal ein anständiger Kick geboten, auch wenn es um nicht mehr viel ging. Aber die sympatischen Hausherren konnten sich durch den Sieg noch den vierten Platz in der Tabelle sichern, was angesichts des Aufstiegs doch sehr vorzeigbar ist. Zufrieden durfte ich dann wieder die Heimreise antreten. Gerne wäre ich noch bissel länger geblieben, aber ich muss ja wieder zurück. Ich zehre heute noch von Herford, ein ganz wichtiger Schritt für mich. Ich bin jetzt etwa da angekommen, wo ich wieder hinwollte. Es läuft super, der Spaß ist größer denn je, die Kraft ist zurück. Und es gibt ja noch so viele Ziele, da kann man das alles gut gebrauchen...

Sonntag, 7. Juni 2015

Chemnitzer FC II - FC Carl Zeiss Jena II 1:1

Ganz langsam schleicht sich bei mir wieder so was wie Routine ein. Aber nur ganz langsam. Mit einigen Unterbrechungen, Aussetzern, Tagen voller Hoffnung, Tagen voller Schmerz und Endzeitstimmung. Zwischendurch fahre ich dann an die Tankstelle meines Vertrauens, um Kraft zu tanken. Ich weiß, ich jammere auf ganz hohem Niveau. Tausenden geht es schlechter als mir, auch das weiß ich. Doch noch zu verwöhnt bin ich von dem ursprünglichen Leben, da wo alles ging, da wo es keine Aussetzer gab. Doch schlecht habe ich es wahrlich nicht. Ich lebe mit meinen Aussetzern. Ich habe es gelernt. - Die Berichte werden sich hier wohl drastisch verändern, es wird keine großen Ausschmückungen mehr geben, nur noch das Nötigste, wenn ich das so bezeichnen darf. Aber ich will die Seite ja unbedingt am Leben halten und da schreibe ich wenigstens ein bissel was, als gar nichts. Ihr werdet sehen, wie sich das entwickelt. An dieser Stelle vorab der Dank an den Zeitgenossen aus Unterfranken, der mir ein Mal mehr einen guten Tipp für dieses Wochenende gab, wurde doch in Chemnitz das vorerst letzte Spiel der zweiten Mannschaft im Sportforum ausgetragen. Danach wird das Team einfach abgemeldet, zu hohe Kosten für den Spielbetrieb. Da stimmt doch was nicht, oder? Klar, zweite Mannschaften sind nicht das, was zieht, aber so ganz ohne ist es doch auch Mist. Zum Glück konnte ich noch hinfahren, somit die geniale alte Ost-Schüssel weghauen, einsacken, abhaken. Die Fahrt war locker bei schönem Wetter, das sich allerdings mal wieder in der Region Hof total veränderte. Aus Sonne wurde Nebel, die Temperatur sank um etwa zehn Grad. Wie so oft an dieser Stelle, am Kältepool der Republik. Chemnitz, die Stadt der Moderne, wurde pünktlich erreicht, noch eine gute Stunde war Zeit bis zum Anstoß. Ich kaufte das Ticket und schlich um das Stadion, konnte so noch ein paar Bilder machen von der Gegenseite. Bei Spielen ist nämlich nur noch die Haupttribüne offen, ist ja klar. Fußballerisch gaben sich beide Teams nochmal Mühe, große Szenen gab es aber kaum. Heute wimmelte es auch wieder von Gleichgesinnten, die meines Erachtens aber nicht so richtig bei der Sache sind. Es ist wichtiger, sich zu zeigen, als das Spiel zu schauen und es zu schätzen, vor Ort sein zu können. Selbstdarstellung steht an erster Stelle. Aber egal, jeder wie er mag. Nach dem Spiel ging es für mich nochmals auf die Gegenseite, ich huschte nochmal ins weite Rund, um das ein oder andere Foto noch mitzunehmen. Dann war das Thema Sportforum auch schon wieder Geschichte. Glücklich zog ich von Dannen, schnell die kurze Hose wieder an, die Socken aus, rein in die Schlappen und auf zurück in die Heimat. Die Fahrt zog sich, war allerdings auch wunderschön. Ich weiß es halt zu schätzen. Das, was geht. Ohne Aussetzer. In jeglicher Hinsicht. Danke an die Tankstelle...

Sonntag, 31. Mai 2015

TuS Schauenstein - SG Regnitzlosau 3:2

Die Relegation stand vor der Tür. Obwohl einige schon wieder etliche Spiele gesehen hatten, stieg ich heute erst ein. Ganz gemächlich. Ich muss nicht mehr jeden Sportplatz abgrasen, diese Zeiten sind zum Glück schon lange vorbei. Heute gab es die Gelegenheit, das Stadion an der Ossecker Straße in Hof zu besuchen, wo normalerweise kein Ligabetrieb mehr stattfindet. Auch wenn es nicht unbedingt um die Ecke liegt, wollte ich auf jeden Fall anreisen. Ich fahre ja nicht mehr so viel, da geht das schon. Und wie. Ganz locker fuhr ich in Hof ein. Trotz einer neuen Route, auf die ich mich fälschlicherweise eingelassen hatte. Sperren die doch einfach meine Hausstrecke und veräppeln mich dann auch noch mit einer Umleitung. Wurscht, so fuhr ich halt auf anderen Wegen durch den Spessart. Das Wetter war heute fast erstklassig, teilweise zu windig, aber für Sommerklamotten auf jeden Fall warm genug. Heute zeigte sich wieder das Relegationswunder. Man ist enttäuscht, kaum dreihundert Zuschauer kurz vorm Anstoß. Dann werden es aber doch wieder knapp tausend, nur wenige Minuten später sind alle da. Sie zieht halt doch noch, die Relegation. Zu dritt verfolgten wir das Treiben auf und neben dem Platz. Nach zwei Toren für Regnitzlosau (genialer Name übrigens) war die Sache wohl klar. Doch nix da, der Gegner machte noch drei Buden und sicherte sich somit den Aufstieg in die Bezirksliga. Glücklicherweise gab es keine Verlängerung, das wäre sicherlich zu viel des Guten gewesen. Aber so war die Sache nach neunzig Minuten vorbei. Schnell verabschieden von den beiden Kollegen und alleine machte ich mich dann wieder auf den Heimweg. Was soll ich sagen? Wie immer großartig. Ich liebe diese Gegend...

Montag, 25. Mai 2015

SV 1914 Eilendorf - Bonner SC 0:1

Von Wegberg ging es also in Richtung Aachen, der Ortsteil Eilendorf wartete auf mich. Wie so oft kannte ich den Verein vorher gar nicht. Ich muss ja nicht alles kennen. Auch wenn ich mir mehr Mühe geben müsste. Immerhin kenne ich ja den Bonner SC, das reicht fürs erste. Zeitlich wurde es nicht mehr eng, ich konnte sogar direkt vor dem Eingang parken. Da suchte wohl einer die Flucht, noch bevor es angefangen hatte. Oder er hatte Stadionverbot, wie so viele Bonner, die heute hinter dem Zaun standen und dort anfeuerten. Fraglich, wenn man in diesem Alter schon Stadionverbot hat. Oder ist es garde das Alter, wo man es bekommt? Keine Ahnung, ich bin ja stets ein braver Fan gewesen und kenne mich damit gar nicht aus. So stand die Horde hinter dem Zaun und schaute brav von dort. Ein unterirdisches Spiel, das hatte ja gar nichts. Habe ja schon einige Spiele gesehen, aber das gehört zu den definitiv schlechtesten aller Zeiten. Die tausend Zuschauer mussten enttäuscht sein, doch sie harrten alle aus bis zum Schluss. Durch den Sieg blieben die Bonner dem FC Wegberg auf den Fersen. Wie ging eigentlich das Spiel der beiden am nächsten Wochenende aus? Ha, ich habe keine Ahnung. Muss ich aber auch nicht. Aber ich werde gleich mal nachschauen, habe ich noch was zu tun. Um kurz vor acht ging es dann wieder in Richtung Heimat. Während die anderen beiden noch Fritten essen wollten in Belgien, wartete auf mich zu Hause der Salat. Verglichen mit vielen Fritturen ist das sicherlich die bessere Wahl gewesen. Wie gemein, die armen Fritten...

FC Wegberg-Beeck - VfL Leverkusen 7:0

Im Westen der Republik bot sich heute ein günstiger Doppler an. Und damit meine ich nicht unbedingt das Geld. Wegberg fehlte mir ja noch in der Sammlung, das passte also prima. Irgendwie passt es auch dieses Jahr mit der Fahrerei. Immer schön abwechselnd in alle Himmelsrichtungen. So bleibt es abwechslungsreich, obwohl die Zeit im Auto doch immer wieder gleich zu sein scheint. Doch lassen wir das blöde Gelaber, ich merke schon wieder, wie ich Zeilenfüller suche und nicht finde. In Wegberg angekommen, musste ich unverschämte sieben Euro für die Mittelrheinliga berappen, eindeutig zu viel finde ich. Ich habe kein Problem, die Vereine zu unterstützen, aber was zu viel ist, ist zu viel. Die Gäste aus Leverkusen starteten furios, zwei, drei gute Möglichkeiten. Danach wurde zusehends abgebaut und die Hausherren schossen Tore wie am Fließband. Eindeutig zu hoch, wie auch die Einheimischen fanden. Mir war es egal, hatte ich eh mit einem Heimsieg gerechnet. Das kleine Stadion ist vollkommen ok, paar Stufen auf der Gegenseite, mittlere Tribüne mit Sitzschalen. Die Statistik freut sich auf jeden Fall wieder darüber. Zehn Minuten später als geplant dann endlich der Schlusspfiff, arg viel Zeit hatte ich nicht, deshalb folgte der bekannte Sprint zum Auto. Jacke aus, Navi an, starten und abfahren. Es ging weiter in Richtung Aachen... 

Samstag, 16. Mai 2015

FC Hilzingen - TuS Bonndorf 2:1

Da es im Nachbarort auch noch eine Tribüne gibt, schaute ich gar nicht mehr groß weiter und machte mich dann halt dorthin. Zwar etwas nervig, noch ein Spiel dranzuhängen, doch die Quote darf ja auch nicht zu kurz kommen. Immerhin gibt es ja wirklich noch einen guten Ground mitzunehmen, da darf es auch schon mal etwas später werden. Natürlich war das Spiel nicht der ganz große Renner, aber immerhin zum Schluss wurde es nochmal recht lustig. Doch mehr kann ich jetzt auch nicht mehr dazu sagen. Hilzingen ist kein Muss, es ist ein Kann. Aber wenn ich schonmal hier unten bin, dann soll es natürlich auch zur Sammlung gehören, keine Frage. Also ist es für mich jetzt doch ein Muss, oder? Ja, natürlich ist es das. Ich will ja alle Tribünen, da ist es natürlich ein Muss. Die Heimfahrt dauerte natürlich noch ein bissel, doch auch das ging vorüber und froh gelaunt ging es wieder nach Hause. Ich bin müde, möchte die Beine hochlegen. Das werde ich jetzt auch machen, selbst, wenn dieser Bericht nur einhundertachtundsiebzig Wörter enthält…

SC Gottmadingen-Bietingen II - SG Tengen-Watterdingen II 4:0

Das heimliche Highlight dieser Tour erwartete mich sicherlich heute in Gottmadingen. Seit etlichen Jahren schon steht das auf meiner Speisekarte, heute konnte ich es mir endlich mal schmecken lassen. Vom Hotel ging es ohne Stress wieder in Richtung Süden, der Bodensee lockte, genauer gesagt aber die Holztribüne in Gottmadingen. Der Verein fusionierte ja bereits 1992 mit Bietingen, ich dachte, das wäre erst vor kurzem gewesen. Aber egal, im Katzental spielt immerhin noch die zweite Mannschaft, die erste kickt nur noch im Nachbarort. Also Glück gehabt heute, es wurde sogar gegen eine andere Zweite gekickt. Ist schon ein ganz guter Hammer, der hier im Katzental steht. Kann man einfach nur genießen, wenn man dann auch noch alleine auf der Tribüne die neunzig Minuten verfolgen kann. Ganze zehn Zuschauer waren da, ich und neun andere. Spielerisch natürlich nur unterste Schublade, aber immerhin ohne Gepöbel, Tretereien und Gemotze. Es wurde sich bemüht, auf beiden Seiten. Unglaublich war auch der Preis für den Kaffee im Vereinsheim. Es zog mir fast die Socken aus. Da können sie auch diesen beschissenen Keks weglassen, der bringt mir auch recht wenig. So musste ich halt den Eintritt wieder einsparen, was heute auch kein Problem war. Tja, auch wenn es jetzt nur ein paar Zeilen sind, ich bin mit der Berichterstattung so gut wie fertig. Ich zieh mir jetzt nichts mehr aus den Nägeln, ich habe Gottmadingen endlich im Sack und kann Euch nur empfehlen, es auch einmal zu machen. Am besten schnell, wer weiß, wie lange es diese Perle hier noch gibt…

Freitag, 15. Mai 2015

TSV Köngen - TSV Deizisau 1:0

Ihr seht, die Berichte sind nicht mehr ganz so lang und ausgeschmückt. Das schaffe ich im Moment nicht mehr, dazu fehlt mir einfach die Zeit. Und auch die Gedanken sind momentan recht klar, auch wenn ich manchmal platzen könnte (wie die Welt). Klar, das war hier auch immer ein Bestandteil meiner Berichte, doch jetzt zählt es für mich nur, die paar Zeilen hier rauszuholen, das ist schon viel Wert. Im Prinzip würde hier sonst nichts mehr stehen und das wohl für immer. Geographisch war das heute wohl fraglich, doch was sollte ich machen. Ich musste zurück nach Stuttgart fahren um ein brauchbares Spiel zu finden und zu schauen. Aber zuerst sei noch erwähnt, dass es am Morgen regnete wie Sau. Aber dafür gab es auch ein ausgiebiges Frühstück, Übernachtung und Fressalien für nur dreißig Euro. Ein absolutes Schnäppchen. Ich war begeistert, futterte drei oder vier Brötchen und machte mich dann mit vollem Bauch auf den Weg. In Thomas Schruns wurde nochmal kurz die Post geplündert, Grüße mussten nach Hause geschickt werden. Ich bin zwar ein ganz guter Nostalgiker, doch was ich wirklich ganz praktisch finde, sind die Briefmarken zum Aufkleben. Ist zwar schwachsinnig, das jetzt hier zu erwähnen, aber ich wollte es einfach mal rauslassen. Ohne Karten und Marken im Gepäck machte ich mich auf in Richtung Bodensee und Bregenz. Meine Güte, was für eine Fahrerei. Bis Feldkirch ging es noch, von da an war quasi Stau bis nach Lindau. Klar, alle ohne Vignette und alle über die Landstraße. Da war die Verstopfung vorprogrammiert. Ich hatte zwar Unmengen an Zeit, doch das nervte dann schon ganz ordentlich. Da in Österreich noch alles geschlossen hatte und es bei dem Regen auch keinen Spaß macht, irgendwo rumzuklettern, musste ich mir spontan ein anderes Ziel suchen. Und da kam mir der Blautopf in Blaubeuren gerade recht. Zwar sollte das Wetter etwas besser werden, doch am ersten Ziel heute regnete es noch deutlich zu viel. Immerhin konnte der Blautopf überzeugen. Ich war ja noch etwas kritisch, aber was ich dann sah, war mal wieder so ein kleines Wunder. Für viele wahrscheinlich gar nichts, für mich ein absolutes Abenteuer. Die Kultur konnte heute also vollends überzeugen, feine Sache, das hatte ich schon mal gut gemacht. Kurz vor Stuttgart lag dann mein Übernachtungsort. Ich holte mir noch schnell den Schlüssel und machte mich dann auf nach Köngen zum Derbyschlager gegen Deizisau. Zwar gibt es hier keine Tribüne, aber das brauchts auch nicht. Ordentlich Stufen gibt es zu bewundern, insgesamt natürlich eine ordentliche Sache. Auch das Spiel war ok, wurde es doch immer besser und hier ging es schon um einiges, wie man merkte. Lustig war es alleine, was der Stürmer der Hausherren machte, mindestens fünf tausendprozentige wurden vergeben. Das stimmte mich froh, was man von den einheimischen Zuschauern behaupten konnte. Nach dem Spiel ging es wieder zurück nach irgendwas mit Neckar, schnell wurde noch ein Döner reingezogen, den ich eigentlich gar nicht mehr brauchte. Ich hatte mal wieder übertrieben. Aber Wurscht, ich kann halt nicht immer alles perfekt machen…

Donnerstag, 14. Mai 2015

FC Schruns - FC Schwarzach 4:0

Es ging jetzt hoch hinaus. Einmal von Norden nach Süden durch den Vorarlberg. Auf den Gipfeln mancher Berge türmte sich noch ordentlich der Schnee, doch hier unten war alles im grünen Bereich. Die Sonne zeigte sich immer noch von ihrer besten Seite, es war einfach nur herrlich. Nach einiger Zeit und einigen Stopps vor steilen Klippen erreichte ich langsam aber sicher Schruns. Ich legte am kleinen aber feinen Bahnhof noch eine kurze Tankpause ein und machte mich dann auf in die Innenstadt. Auch hier erwartete ich mir etwas mehr, doch wo es nicht viel gibt, ist halt auch nicht viel zu holen. Zwei bis drei Rundgänge machte ich, hockte mich hier und da mal hin, irgendwie musste ich ja auch die Zeit ein bissel rumkriegen. Aber auch das schaffte ich natürlich, hurtig wurde am Stadion eingeparkt und dann ging es auch schon hinein ins Vergnügen. Eine kleine Tribüne mit halbrundem Dach, sieht schon gar nicht schlecht aus, dazu gibt es noch ein paar Stufen, passte alles recht gut. Auch das Spiel war von der besseren Sorte, schnell fielen die Tore für die Hausherren. Es machte auf jeden Fall Spaß, zuzuschauen. Ich wäre gerne noch länger hier geblieben als die neunzig Minuten, doch mehr wurde letztlich nicht mehr geboten. Schade, aber so musste ich mich dann wieder weiter machen auf die letzten Meter dieses Tages. Im Hotel wurde ich selbstverständlich wieder mit Handschlag begrüßt. Ist das hier mittlerweile Standard geworden? Einerseits nett, andererseits auch etwas verwunderlich. Ich wurde stürmisch begrüßt, ob ich eine gute Fahrt hatte und und und. Ja, alles gut. Wunderbar. Herrlich. An der Tanke gegenüber holte ich mir dann noch einen Gute-Nacht-Trunk, der dann auch recht schnell wirkte. Ein letzter Blick auf die Berge, dann ging es ab ins Bett. Der Tag verlief und endete genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nur noch ein bisschen besser…

FC Andelsbuch - FC Egg 0:1

Ich ahnte es. Das schlechte Wetter hatte Einzug gehalten. Es prasselte auf das Vordach, ich hoffte noch, es würde der Wirt beim Gänseschlachten sein, doch weit gefehlt. Grau in Grau, kalt und Regen ohne Ende. Oha, das kann ja ein wunderbarer Tag werden. Ich durfte als einziger Gast noch brav frühstücken, bevor ich mich auch schon wieder verabschiedete. Ich packte meine sieben Taschen und machte mich dann weiter in Richtung Österreich. Noch tat sich nicht viel, es regnete und regnete. Doch dann, je weiter ich in Richtung Berge kam, desto besser wurde es. Erst trocken, dann lockerte es auf und dann knallte die Sonne. Einfach unglaublich, ich war in die richtige Richtung gefahren. Die kurvenreiche Fahrt war auch nicht von schlechten Eltern, ich kam völlig verschwitzt in Andelsbuch an. Natürlich entging mir der kleine Bahnhof nicht, an dem heute leider kein Zug mehr hält. Aber zwei Wagen stehen noch davor, die Gleise sind am Ende aufgerollt, da war aber einer kreativ. Die ersten Bilder des heutigen Tages waren somit gemacht. Doch dann ging es weiter in Richtung Sportplatz. Ich wusste ja von der Tribüne, war dann allerdings etwas enttäuscht, da diese doch sehr überschaubar ist. Aber alles egal, es konnte mir gar nichts. Unfassbar, wie die Sonne jetzt knallte. Man konnte meinen, es sei nicht der selbe Tag wie heute Morgen. Aber es war so, ich hatte alles richtig gemacht. Das Spiel allerdings war richtig schlecht. Für ein Derby mal wieder total harmlos und ohne große Möglichkeiten. Erschreckend, dass der Stadionsprecher dann noch von einem spannenden und mitreißenden Spiel sprach. Ich hatte nichts davon gesehen. Es sollen dreizehnhundert Zuschauer da gewesen sein, halte ich für ein Gerücht. Ich hatte mehrfach versucht zu zählen und war so auf circa achthundert gekommen. Und das war auch schon recht großzügig. Naja, mir kann es ja recht sein, ich muss deren Zahl auch nehmen. Nach dem Schlusspfiff suchte ich allmählich das Weite. Ich konnte schlecht einschätzen, wie lange ich nach Thomas Schruns brauchen würde. Ein kurzer Blick zurück und dann war ich auch schon am Auto angekommen. Das Wasser in der Flasche kochte schon. Es war eine unglaubliche Hitze…

Mittwoch, 13. Mai 2015

SV Egg an der Günz - TSV Ottobeuren 0:3

Die Sonne ist bereits ums Haus gezogen und untergegangen. Die Kirchturmuhr schlägt halb zehn. Noch immer sind die Vögel aktiv und singen um die Wette. In der Ferne höre ich die Autobahn, heute ist sie leise, der Wind steht günstig. Der Nachbar hat gerade die Rollläden heruntergelassen. Doch ich, ich fange gerade erst an. Ich will versuchen, wieder ein paar Dinge niederzuschreiben, die mir sonst wohl irgendwann abhandenkommen werden. Der diesjährige Mai war mal wieder geprägt von unzähligen Feiertagen. Ich wollte ursprünglich in die Schweiz fahren, doch so recht konnte ich da nichts Brauchbares zusammenstellen. Aber die Schweiz hat noch Zeit, spätestens im Herbst werde ich dort ein oder zwei Mal aufschlagen. Für den heutigen Mittwoch hatte ich Urlaub genommen, ich wollte entspannt nach Egg fahren, ohne Stress vorher. So geschah es dann auch. Ich erledigte schon viel am Vormittag und fuhr dann um die Mittagszeit los. Endlich, endlich mal wieder eine kleine Tour, endlich mal wieder Hotelübernachtungen, endlich mal wieder Berge, endlich mal wieder alles, was ich so liebe. Voller Lust tuckerte ich in Richtung Süden, ohne Hast, ohne Zwang. Das ist das, was zählt. Aufsaugen war wieder angesagt, ich genoss die Fahrt und die Spannung. In Egg an der Günz wurde heute zum Nachholspiel gegen Ottobeuren geladen. Ich trudelte nach meinem kurzen Halt in Babenhausen dann doch recht früh ein und war froh, dass bereits um halb sieben angestoßen wurde. Bissel entsetzt war ich dann doch, denn hier gibt es keine Karten, eigentlich ein Muss für einen bayrischen Verein. Ich hockte mich dann als einer der ersten auf eine Bank, die es hier ja reichlich gibt. Insgesamt eine schöne Anlage mit kleiner Tribüne, dazu ein perfektes Grün sowie Erhöhungen fürs weitere Zuschauen. Es kamen letztlich doch einige hundert Zuschauer, für einen guten Rahmen war somit auch gesorgt. Ich verfolgte natürlich brav das Spiel, von ganz vorne bis ganz hinten. Ha, da war er also, der erste Ground dieser Tour. Ich war sehr zufrieden und machte mich nach dem Schlusspfiff schnell vom Hof, war doch alles recht eng hier und gut zugeparkt. Das Hotel war nur ein paar Kilometer weiter in einem kleinen Kaff, das wie ausgestorben auf mich wirkte. Ich klingelte mal und tatsächlich wurde mir geöffnet. Heute sei Ruhetag und ich wäre der einzigste Gast. Ich kam mir schlecht vor, der Wirt war extra wegen mir in Lauerstellung. Ist schon krass, wie es manchmal zugeht auf dieser Welt. Ich nahm dankend den Schlüssel entgegen und machte es mir dann im Zimmer gemütlich. War völlig ok. Allerdings musste ich vorher den Fernseher in Gang setzen, ansonsten wäre es ein sehr ruhiger Abend gewesen. Der Schmutz des Tages wurde abgewaschen, danach ging es brav in die Kiste. Ja, es war heute mal wieder ein guter Tag, nicht nur wegen des neuen Grounds. Ich bin doch fast wieder ganz der Alte und das stimmt mich unendlich positiv. Ach ja, du wunderschöne Welt. Manchmal kannst du so ruhig und friedlich sein. Mal schauen, ob es morgen auch so wird. Ich bin gespannt…

Samstag, 21. Februar 2015

SV Rödinghausen - KFC Uerdingen 05 3:0

Nach dem Startschuss in Hennef sollte heute ein weiterer Regionalligist folgen. Natürlich hatte ich anfangs wieder Probleme mit dem Ortsnamen, aber schämen musste ich mich deshalb nicht. Es ist halt nicht ganz leicht zu verstehen, was solche Orte und Mannschaften in der Regionalliga suchen. Aber was soll ich machen, ich muss ja fahren, ich muss ja da hin. Genau ein Mal, dann ist es ja auch wieder vorbei und die Statistik und ich freuen sich. Ich bin immer noch verwundert, dass die Strecke über Fulda und Kassel genau so lang ist, wie die über Marburg und die Käffer. Einfach jahrelang Zeit vergeudet, ohne es gewusst zu haben. Aber zeitlich hatte ja doch noch alles geklappt in meinem Leben. Man hat ja schon viel Zeit in seinem Leben verschenkt, deshalb gilt es, immer wieder dazu zu lernen, etwas zu verbessern. Nicht, dass ich noch so werde wie der Blatter Sepp, der verbessert ja auch jeden Tag die Welt ein bissel. Na dann habe ich doch lieber wieder einen Rückfall. Die Fahrerei heute war mal wieder wunderbar. Es konnte nichts Besseres geben an diesem Tag. In aller Ruhe ging es Kilometer um Kilometer voran, die ersten Zwischenziele waren erreicht. Auch wenn es Spaß machte, hatte ich doch das Gefühl, nie anzukommen. Eine ganz ordentliche Strecke, die da zusammenkam. Das Wetter hielt zum Glück auch noch ganz gut. Nach dem ersten Regen wurde es doch allmählich besser, sogar die Sonne zeigte sich ab Kassel. Ich huschte weiter, vorbei an Paderborn und Bielefeld. Der Kaugummi schmeckte noch, also schnell noch durch Herford und dann links, rechts, links, hoch. Es erinnerte heute viel an Wehen und Großaspach. Mal wieder fraglich, doch wie gesagt, man kann sich nicht alles selber aussuchen, man muss das nehmen, was einem geboten wird. Geboten wurde heute natürlich auch wieder viel Personal, schließlich kamen mehr als tausend Gäste aus Krefeld. Naja, am Ende waren es etwa neunhundert weniger, aber das Personal war trotzdem motiviert. Ausfragen, einweisen, untersuchen, alles wurde geboten. Und das für nur acht Euro, wirklich ein gutes Schnäppchen. Ich ging heute auch mal wieder in den Gästekäfig, konnte ich so immerhin die Tribüne vor mir betrachten. Tja, ein moderner, lustloser Bau, keine Leute, ist ja klar. Wo sollen die auch herkommen. Alles sehr künstlich gezüchtet hier, kein Wunder, dass das nicht besonders schmeckte. Doch ich hielt gut durch, auch, als es den einen oder anderen Schneeschauer gab. Spielerisch war das heute zumindest auch mal Fußball, wenn auch nur von der Heimtruppe. Die Krefelder starteten zwar gut, fielen dann aber stetig ab und kassierten eine verdiente Niederlage. Schade, denn den wenigen Mitgereisten hätte ich schon mehr gegönnt. Aber leider ist auch in Uerdingen nicht mehr viel los und man muss ums Überleben kämpfen. Kurz vor Schluss kam ich dann auch noch an ein Stadionheft, somit war der Präsentkorb bestens gefüllt und es konnte wieder nach Hause gehen. Weitere neunzig Minuten sind somit geschafft, ich war schon bissel stolz auf mich, bin ich doch wieder ganz gut dabei und erfreue mich an den Erlebnissen. Zur Belohnung durfte ich noch nach Hause fahren, weitere gut dreihundert Kilometer genießen. Auch wenn die Bayern heute in Paderborn spielten, warf ich nur einen kurzen Blick über die Autobahn hin zur Flaschenpost-Arena, schnell vorbei, bevor man noch belästigt wird. In Richtung Kassel wurde es dann allmählich recht düster, es folgte eine Schneefront, die ich selten gesehen habe. Aber nur für wenige Kilometer, dann war wieder alles grau und sonnig, als wäre nichts gewesen. Als dann auch noch die Sonne unterging und den Himmel in knallendes Orange tauchte, ging die Partie so richtig ab. Mitsingen, gestikulieren, über Minis lachen. Ha, was ein Tag. War schon schade, dass dieser bald vorüber war. Wer weiß, was noch gegangen wäre…

Samstag, 14. Februar 2015

FC Hennef 05 - SC Rot-Weiß Oberhausen 0:1

Neues Jahr, neues Glück. Wirklich? Ich hoffe es doch sehr. Jedenfalls bin ich schon mal manierlich gestartet in Sachen Fußball. Vergleichbar mit den Vorjahren ist das sicher nichts, doch das ist schon lange vorbei und auch gar nicht mehr so wichtig. Obwohl ich nur eine Handvoll Länderpunkte habe, so kann ich doch ganz gut damit leben, was ich bisher gemacht habe. Deshalb war es auch mehr als ausreichend, im Februar dieses Jahres das erste Spiel zu schauen und somit auch den ersten Ground zu machen. Das erste Ziel sollte noch relativ nahe liegen. Hennef ist wohl nicht der ganz große Renner, aber immerhin ein Regionalligist. Jedenfalls noch. Also konnte ich meine sieben Sachen packen und im warmen Auto die Reise antreten. Ja, das war was, endlich wieder on Tour. Ist schon krass, dass ich fast vier Monate kein Spiel mehr gesehen hatte, sieht man mal von der Fernsehgrütze hier und da ab. Aber da das bekanntlich schon seit Jahrzehnten nichts Gescheites mehr ist, geht es jetzt endlich wieder hinaus in die Welt. Ich setzte mich langsam in Bewegung, der Ofen lief ganz gut. Es ging natürlich mal wieder über die A3, vorbei am Terror, vorbei am Flughafen, wo eine Maschine nach der anderen abhebt und landet. Was wollen die ganzen Menschen denn bloß hier? So wichtig kann man doch gar nicht sein, so viele Termine kann es doch gar nicht geben. Eine Luxuswelt, fliegen wohin man will. Und so oft man will. Ausbeutende Preise machen es wohl möglich. Aber lassen wir das, ich will nicht über das reden, was ich eh nicht weiß und nicht mal kann. Aber es gehört wohl zum Leben dazu, sich auch über Grütze Gedanken zu machen. Doch ich mache mir natürlich auch Gedanken über mein eigenes Tun. Souverän kam ich in Hennef an, komische Stadt, komischer Name. Kein Wunder hatte ich das lange nicht auf dem Schirm, denn Hennef und Bad Honnef konnte ich schon mal verwechseln über die Jahre. Dass jetzt beide im Sack sind ist umso besser. Kann ich da wenigstens nicht mehr durcheinander kommen und das Kapitel ist abgeschlossen. Doch noch habe ich nicht alles erzählt bzw. geschrieben. Ein paar Zeilen werden es wohl noch werden. Leider waren die Probleme im Bauchraum noch nicht gewichen und ich spürte schon früh, dass ich noch ein stilles Örtchen vor dem Spiel aufsuchen musste. Da war es auch schon, ein Burger King direkt am Ortseingang und auf dem Weg zum Stadion. Schnell reinschleichen und das Geschäft erledigen. Aber das war leichter gesagt als getan. Letztlich musste ich die Damentoilette benutzen, alles sehr kompliziert. Natürlich wurde ich kurz vor Schluss erwischt, aber ich konnte mich doch ganz gut rausreden. Die Sache war also erledigt, jetzt musste Fußi geschaut werden. Überall standen schon wieder Beamte in Uniform herum, meine Güte. Wegen zwei Händen voll Gästefans werden wieder Hundertschaften postiert. Das ist einfach nur lächerlich, unsinnig, teuer, Verschwendung. Aber auch das ist schon ein alter Hut. Lassen wir das. Im Stadion war dann auch nicht viel los, ein Kollege wurde gesichtet und man redete erst mal ein paar Minuten über dieses und jenes. Auf dem Platz tat sich gar nichts, ein elender Kick, ohne Spannung, ohne Glanz. Eine ganz große Schande, so was ist die vierthöchste Liga des Landes. Aber aus künstlichen Produkten kann auch nur Plastik rauskommen, das verwundert nicht weiter. Immerhin gab es kurz vor Ende der Partie wenigstens noch ein Tor, so dass nicht gleich mit einem Nullnull gestartet wurde. Dann hieß es Abschied nehmen, noch schnell den Bus von RWO fotografieren und dann wieder die Heimreise antreten. Auf der Rückfahrt natürlich hier und da mal Bundesliga gehört, aber das ist auch mittlerweile nur noch ganz großer Mist. Die Reporter unsachlich, sensationsgierig, total übertrieben. Ich wusste ja, dass das Urgestein in München mindestens fünf Stück kriegen sollte. Am Ende waren es ganze acht. Fraglich, aber auch vollkommen egal. Wichtig für mich war heute einzig und allein der Einstieg ins neue Jahr. Untermalt von schöner Musik und umherwirbelnden Flugzeugen fuhr ich wieder in die Heimat. Das war er, der erste Tag in diesem Jahr. Das erste Spiel ist im Sack, ich freue mich…

Mittwoch, 27. August 2014

1. FC Magdeburg - SV Babelsberg 03 1:0

Es gibt ja bekanntlich immer viel zu tun, doch gerade Magdeburg steht ja schon ewig auf meiner Liste. Es kann ja nicht sein, dass mir diese große Stadt noch fehlt. Kann und darf einfach nicht sein. Und heute änderte sich das auch endlich. Ich hatte mir extra frei genommen, wollte ohne Stress dorthin fahren und es weitestgehend genießen. Ich fuhr dennoch ziemlich früh, wollte gar nichts riskieren. Es durfte auf gar keinen Fall noch etwas dazwischen kommen, das wäre fatal gewesen. Dann wäre es wohl ein richtiger Fluch gewesen bzw. geworden. Aber es sollte alles funktionieren, herrliches Sommerwetter machte sich draußen breit und so konnte gemütlich die Eisenbahn in Richtung Nordosten bestiegen werden. Natürlich war eine Übernachtung geplant, denn auch bei der frühen Anstoßzeit war es einfach unmöglich, noch gesittet heimzukommen. Dann lieber dort pennen und am anderen Tag gemütlich nach Hause tuckern. Bekanntlich sind ja Nächte im Zug und an irgendwelchen Bahnhöfen nichts für mich. Nur ganz selten geht das mal und auch das ist schon zu viel. Allerdings hatte ich heute auch einiges vor. Um die Mittagszeit kam ich dann in Magdeburg an und musste mich kurz orientieren. Das Hotel lag ganz im Süden der Stadt, fast schon außerhalb, irgendwo auf dem Feld. Also ging es mit der Straßenbahn weiter. Kurze Info erhalten am Schalter vor dem Bahnhof und es konnte weitergehen. Eine endlose Strecke, es dauerte und dauerte. Zu Fuß absolut nicht machbar, nicht an einem so warmen Tag und nicht mit diesen kaputten Füßen. Leider stieg ich dann doch etwas zu früh auf die Füße um, hätte nach dem ersten Ausstieg noch weiterfahren können, verpeilte das aber. So begann die Quälerei bereits jetzt, in der Mittagssonne. Planlos ging es umher, kaum noch Menschen auf der Straße. Dann bog ich auch noch falsch ab, meine Güte. Doch dann gab ich mir richtig Mühe und schaffte es gekonnt zum Hotel, das natürlich wieder nur eine bessere Bruchbude war. Aber egal, ich musste ja nur eine Nacht ausharren. Auf einem Fleckenteppich wurden die qualmenden Schuhe abgestellt, jetzt ging es in eine kurze Erholungsphase. Unnötigen Ballast abwerfen, kurz frisch machen und nach einiger Zeit ging es dann wieder zurück ins Zentrum. Das Schienennetz ist hier wirklich gut, alle paar Minuten kommt was. Am Hauptbahnhof musste ich wieder umsteigen, dann sah ich auch schon die ersten Supporter. Ich schloss mich einfach mal an, wie man das immer so macht. Und nochmal ging es bestimmt eine Viertelstunde mit der Bahn weiter. Dann hieß es aussteigen, dem Tross hinterher. Ah ja, da hinten ist ja die Schüssel, pardon, die Schachtel. Bei genialem Wetter ging es erstmal zur Kasse, Ticket wurde gelöst. Dann erstmal ins Innere, aha, wie so oft Einheitsbrei. Aber was soll ich machen, das muss doch heute fallen! So gesehen war es mir natürlich völlig Wurscht, Hauptsache ich war on Tour, Hauptsache es gab noch Fußball. Nach der Bratwurstverdrückung konnte es auch schon losgehen. Ein mittelmäßiges Spiel, kein tolles Niveau, eher schläfrig. Ich guckte mir aber brav alles an, war mit Leib und Seele dabei. Aus Babelsberg waren auch einige mitgereist, wohl nicht ganz selbstverständlich bei der frühen Anstoßzeit. Die Stimmung auf Heimseite war richtig gut, pausenlos wurde gesungen und geklatscht, konnte sich wirklich sehen lassen. Richtig voll war es aber nicht, auch verwunderlich für eine so große Stadt. Na ja, man muss ja froh sein, wenn überhaupt noch gespielt wird. Leider war die Sache dann auch schnell wieder vorüber. Jetzt musste ich sogar wieder sprinten, wollte ich eine der letzten planmäßigen Bahnen noch erreichen. Es ging die gewohnte Strecke wieder zurück zum Hotel. Jetzt war ich allerdings etwas cleverer und stieg direkt vor dem Kasten aus. Noch schnell die Route für morgen früh auskundschaften und dann hinein in die Bude. Ich machte es mir bequem, so gut es ging. Die Nacht war warm und kurz. Ich konnte dennoch gut schlafen, so dass ich gut gelaunt am nächsten Morgen wieder die Heimreise antreten konnte. Noch schnell einen Blick zurück, dann freudig durchatmen und ab auf die Schienen. Magdeburg ist somit auch endlich in der Sammlung. Jetzt muss ich mich zumindest dafür nicht mehr ganz so schämen…

Sonntag, 24. August 2014

Kissinger Sport-Club - TSV Haunstetten 1:0

Nachdem das Glas wieder leer war, ging es für mich allmählich weiter. Ich spielte noch bissel am roten Automaten, Verbindung hier, Verbindung da. Ausdrucken, mitnehmen. Kissing hieß das nächste Ziel, es waren nur ein paar Kilometer. Deshalb auch die stressfreie Zeit, einfach schön, es auch mal wieder etwas locker angehen zu lassen. In Kissing angekommen, stand der nächste Fußmarsch auf dem Programm. Es ging einmal durch den ganzen Ort, von Westen nach Osten. Fraglich, ob die Zeit für den Rückweg reichen sollte. Das wird eine ganz enge Kiste. Aber noch nicht daran denken, erst mal locker zum Stadion schlendern, noch über einen Parkplatz und schon stand ich davor. Die Füße brannten jetzt bereits, hatte ich doch schon etliche Meter heute gemacht. Aber zum Glück gibt es ja hier auch eine lecker Tribüne mit bequemen Schalensitzen. Schnell noch einen Gerstensaft holen und dann locker Fußi schauen, herrlich. Ich hätte auch hinter der Tribüne umsonst reingehen können, doch ich bin ja ehrlich und watschelte an der Kasse vorbei und unterstützte den Verein. Als Belohnung gab es ein nettes Ticket, das in die Sammlung aufgenommen werden kann. Leider weiß ich vom Spiel nichts mehr, kann mich an gar nichts erinnern. Nur so viel, dass ich mit deutlich mehr Zuschauern gerechnet hatte, war es doch ein richtiges Derby. Doch viele scheint das hier nicht zu interessieren, auch recht, mich interessierte es jedenfalls. Die Tribüne kann sich sehen lassen, der Rest vom Gelände ist allerdings richtig öde und nicht unbedingt schön. Hier könnte man sicherlich mehr draus machen. Weitläufig, keine Wege, keine Treppen, man muss sich selber durchschlagen. Dann gibt es hinten an der Sport- oder Stadthalle noch ein Lokal, das offen hatte. Alles sehr unkoordiniert, wie ich finde. Aber ich muss ja nur einmal hier her und nicht jedes zweite Wochenende. Immerhin konnte ich die Bierdeckelsammlung noch ordentlich erweitern, der Rucksack war voll. Zurück zum Spiel, die zweite Halbzeit wurde auch nicht besser, aber ich genoss es trotzdem. Es war wohl das beste Wochenende im August. Erst hoch, dann wieder runter. Vier gute Grounds gemacht, dazu ordentlich rumgekommen. Ich arbeitete das Wochenende bereits jetzt auf, obwohl es noch gar nicht zu Ende war. So konnte ich die zweite Halbzeit in Ruhe absitzen und mich dann kurz vor Schluss bereits wieder zum Ausgang begeben. Es gab wirklich überhaupt keinen Grund auch nur für eine Sekunde Nachspielzeit. Doch am Ende waren es wieder vier oder fünf, die mir von meiner kostbaren Zeit gestohlen wurden. Das werde ich wohl nicht mehr schaffen, die frühere Verbindung rückte in ganz weite Ferne. Doch dann war endlich Schluss und die ersten hundert Meter wurden in leichtem Dauerlauf zurückgelegt. Nur nicht zu schnell angehen, hinten raus muss ich mich sonst wieder quälen. Aber es wurde verdammt eng. Aber ich hatte noch Reserven, konnte hinten raus nochmal Tempo machen. Der Bahnhof war erreicht, schnell noch einen kurzen Blick auf den Fahrplan, dann rauf aufs Gleis und schon kam der Zug. Es hatte alles gepasst, jetzt wollte ich kurz durchatmen. Doch was war das? Ich sitze da in der ersten Klasse und eine Familie mit Kind kommt herein. So, mein Burli, wollen wir mal schauen, ob Du Kacka gemacht hast. Fangen die doch an, ihr Kind da zu wickeln. Ich brech ab. Den Hosenscheißer nicht im Griff haben, aber einen Sonntagsausflug machen wollen. Meine Güte, was für eine Scheiße. Ich gab schließlich nach, verließ das Abteil und ging ans andere Ende vom Zug. Der Schaffner hatte auch nix anderes zu tun, als mal am Popo zu schnüffeln und sich mit der Familie zu freuen. Doch die Windel sollte mich verfolgen. Ich stand also an der anderen Seite, hatte mit der Sache abgeschlossen, doch schon kam der ganze Tross auf mich zu, die Windel in der Hand, auf der Suche nach einem Mülleimer. Die Windel wurde geschwungen wie ein Lasso. Meine Fresse, was ist denn hier nur los. Mach hin, ich will raus hier, nix wie raus. Doch so ein paar Minuten können auch zur Qual werden, einfach unglaublich. Dann war der Hauptbahnhof wieder erreicht, ich schrie noch was unschönes hinterher und flüchtete dann. Ich war einfach platt, nicht nur körperlich. Aber das, was jetzt folgte, entschädigte. Die Fahrt nach Hause war ein Genuss. Ein Sechserabteil für mich alleine, dazu ging es durch die goldenen Felder nach Norden, einfach schön, einfach Entspannung pur. Ich klebte fast nur an der Scheibe. Ach was soll ich sagen, es war genial. Jetzt wurde ich nochmal richtig belohnt. Ich dankte mir selbst für dieses schöne Wochenende. Und jetzt, fast fünf Monate später, habe ich sogar die Berichte dazu noch geschrieben. Einfach nur Wahnsinn…

TSV 1875 Göggingen - SV Ottmaring 2:0

In Sachen Planung war ich mal wieder ganz weit hinten dran. Ich verdankte es letztlich meinem Gespür, dass ich heute nach Augsburg fahren konnte. Es gab zum Glück die günstige Konstellation mit Göggingen und Kissing, somit musste ich auch gar nicht länger suchen. Problem war nur, dass ich bereits mitten in der Nacht wieder los musste, es gab nur eine Verbindung, die mit pünktlich nach Göggingen bringen sollte. Egal, ich war recht fit, in der Dunkelheit ging es zum Bahnhof und ab zum nächsten Ziel. Es klappte dann alles ganz passabel, über Frankfurt, Mannheim, Stuttgart und Ulm ging es bis nach Augsburg. Viel Zeit für meinen Lieblingsbahnhof hatte ich allerdings nicht. Es musste doch alles recht schnell gehen jetzt. Ab durch den Tunnel, dann links abbiegen, dann rechts und so weiter und so fort. Es ging auch noch am alten Rosenaustadion vorbei, wo ich ja schon so manches Spiel gesehen hatte. Erinnerungen kamen hoch, doch nur kurz, denn jetzt wurde es unübersichtlich. Rechts am Fluss entlang, oder doch weiter an der Hauptstraße und dann durch die Büsche? Ich hatte mal wieder schlampig ausgedruckt, keine Ahnung, wo es am günstigsten war. Zwischen den Wohnblocks gab es nichts zu holen, ein hoher Zaun machte mir den Zutritt zum Sportgelände unmöglich. Es gab nicht mal ein Schlupfloch, nirgends. Also weiter, am Zaun entlang, auf der matschigen Wiese entlang bis zum nächsten Zaun. Die laufen ja schon ein, also nix wie über den Zaun, der hier zum Glück etwas niedriger war. Ich kletterte, sprang auf der anderen Seite runter und entkam nur knapp einer Verletzung. Aber ich war drin, alles andere war jetzt zweitrangig. Der Schiedsrichter pfiff die Partie an und ich setzte mich im gleichen Augenblick auf die Treppe im Hang. Jetzt musste ich erstmal ein paar Kalorien einwerfen. Ich zitterte schon. Die erste Halbzeit hockte ich also da rum, es war bissel windig, war ja noch früh am Morgen. Ich hoffte, dass mich keiner anpöbeln wird, hatte ich doch nicht bezahlt und war gewaltsam eingedrungen. Aber auch das ging gut aus, keiner kam, außer ein älterer Herr, der mit seinem Hund eine Runde drehte. In der Pause ging ich dann auf die Tribüne, machte es mir dort bequem. Das Spiel hatte was Besonderes, allerdings weiß ich nicht mehr genau was. Ich glaube, es gab etliche hundertprozentige, die versiebt wurden. Auf jeden Fall war es sehr kurzweilig. Ich fragte dann noch einen der Gästezuschauer, ob es Karten gab, doch im urbayrischen Dialekt wurde mir zugebrummelt, dass es nichts gab. Ok, gehe ich nochmal bissel suchen, fand aber auch nix gescheites und somit ging es dann auch schon wieder weiter. Die erste Etappe war also vorüber, ich war sehr zufrieden. Jetzt ging es ganz locker und ohne Hast wieder zurück zum Bahnhof. Auf halber Strecke ging es allerdings nochmal ins Rosenaustadion, hier war offen und ich konnte noch ein paar Bilder machen von dieser alten Schüssel. Ich finde das Teil ja ganz gut, auch wenn es natürlich sehr weitläufig und offen ist. Es ist halt ein altes Teil. Immerhin wird es noch für andere Zwecke genutzt und nicht gleich abgerissen. Bevor es nach Kissing gehen sollte machte ich wieder Rast in meiner Stammkneipe. Ein Helles sollte es dann doch noch sein, kurz zurücklehnen und genießen. Wahnsinn, was für eine Zeit ich jetzt hatte…

Samstag, 23. August 2014

SV Waren 09 - FC Strausberg 2:1

Der nächste Morgen sollte kommen. Und da war er auch schon. Allerdings haperte es noch an meiner Fitness. Träge packte ich die Sachen, machte mich runter in das leere Restaurant. In der Ecke war mein Tischlein gedeckt, ein besonderer Service. Zeit hatte ich allerdings kaum, denn ich war zu spät dran, konnte mir aber immerhin noch was mitnehmen, der Kaffee blieb kalt. Dann ging ich los, musste ich doch noch den ganzen Weg zum Bahnhof zurück. Die Bahn ging um kurz nach acht, natürlich hatte ich letztlich kein Problem, die noch zu erreichen. Das graue Pad Pyrmont ließ ich also hinter mir, endlich abgehakt, gute Sache. Doch heute waren wieder neue Ziele dran, endlich sollte es nach Waren gehen. Liegt ja nicht unbedingt um die Ecke und ist somit ein absolutes Muss für den Deutschland-Pass. Nach neunzig Minuten war Hannover wieder erreicht, von dort ging es mit dem IC weiter nach Berlin. Sah alles soweit gut aus, sollte wohl ein lockerer Tag werden. Am Ende gab es dann allerdings doch ein paar Minuten Verspätung, zwar nicht viele, aber dafür entscheidende. Als ich ganz oben am Hauptbahnhof ankam, war die Abfahrtzeit des EC bereits angebrochen. Ich gab alles, sprintete innerhalb von dreißig Sekunden von ganz oben nach ganz unten, doch vom Zug war nichts mehr zu sehen. Nicht mal die Rücklichter. Fraglich, musste der wohl ganz exakt gestartet sein, ohne eine Hundertstel Verspätung. Ich war bedient, wäre gerne mit dem EC gefahren und den anderen. Somit musste ich die Fahrt gen Norden wieder mit dem RE zurücklegen. Immerhin hatte ich jetzt für ein paar Meter noch Gesellschaft gefunden, kurz gebabbelt und dann trennten sich auch schon unsere Wege. In Neustrelitz hieß es dann nochmals Umsteigen. Das wäre beinahe gründlich in die Hose gegangen. Nach der nächsten Pinkelpause stand ich wieder am Gleis, doch keine Leute, kein Gepäck, kein Zug. Ich wunderte mich, sah dann nochmal auf den Abfahrtsplan, Uhrzeit stimmte, aber das Gleis nicht. Ich stand auf zwei, die Bummelbahn fuhr von eins. Hilfe, nur noch eine Minute. Wo ist dieses verdammte Gleis eins. Ach du lieber Gott, ganz da hinten am anderen Ende. Die Bahn lief schon auf Hochtouren, wollte starten. Ich huschte mit allerletzter Kraft rein, Tür zu und ab ging es. Fast hätte ich Waren somit knicken müssen, was für eine Schmach wäre das gewesen. Doch so konnte ich durchatmen. Es ging durch die letzten Wälder, vorbei an Hase und Igel, dann war Waren erreicht. Jetzt gab es das nächste Problem, denn es war nur noch eine knappe halbe Stunde bis zum Anstoß und ich war gerade mal ausgestiegen und wusste ob des weiten Fußwegs. Ich entschloss mich dann ganz schnell für die bequemere Variante und nahm ein Taxi, das mich für sieben Euro ans Ziel brachte. War ganz ok, für diesen weiten Weg. Somit konnte nichts mehr schiefgehen. Auch den Einlass überstand ich ohne weitere Probleme. Hier wurde mal wieder was Neues präsentiert in Sachen Kontrolle. Die Wasserflasche musste geöffnet werden und die Security schnüffelte, ob es sich wohl um Alkohol, Benzin oder Tränenflüssigkeit handelte. Sonst haben die keine Probleme oder wie? Ich schleuste mein Wasser also rein, begrüßte den Rest der Sippe und erholte mich erst mal bei einem kühlen Pils. Das stieg gleich gut zu Kopf, also nix wie raus aus der Kneipe, an die frische Luft und Fußball schauen. Ein ordentlicher Ground, der hier steht. Riesige Haupttribüne, aber viel besser fast noch die schicken Stufen rundherum. Alle waren zufrieden, das Spiel wurde am Rande verfolgt, die Laberei stand natürlich im Vordergrund. Mir war das auch recht, alles war gut und ich sehr zufrieden. Waren konnte mir keiner mehr nehmen und das ist auch gut so. Nach der Partie ging es zu Fuß in Zweiergruppen wieder zurück zum Bahnhof. Es sollte von der Zeit her reichen. Und es reichte auch. Ein Kollege fuhr in Richtung Hamburg, der Rest nach Berlin zurück. Dann stand die Heimreise an. Im ICE blieb nur noch das kleine Abteil am Zugende. Das mag ich ja persönlich nicht so, aber im Wagen davor war auch kein Platz, da sich dort Sigmar Gabriel mit Konsorten breit machte. Na gut, dann wollen wir die Politik mal nicht stören, nicht, dass wir noch in die Tagesschau kommen. Er stieg wohl in Wolfsburg aus, gehen habe ich ihn nicht mehr. So kam ich noch in den Genuss, bei einem Mitfahrer die Socken zu bewundern. Ha, ich glaub ich spinne. Was es alles gibt. Füßlinge für die Füßchen, wie schlecht ist das denn? Jeder einzelne Zeh ist schön eingepackt, sieht absolut fraglich aus. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Aber die heutige heranwachsende Jugend hat sogar Fortschritte auf dem Socken-Sektor gemacht. Erst die ganz kurzen Socken, die nicht über die Knöchel gehen dürfen, weil es sonst scheiße aussieht. Und jetzt das. Ich konnte mich kaum halten, schmunzelte fröhlich vor mich hin. Manchmal sind es genau diese kleinen Dinge, die mich wundern, die mich zweifeln lassen. Aber letztlich ist das doch alles Wurscht, ich habe Waren im Sack. Am späten Abend erreichte ich dann mein Domizil wieder. Etwas erschöpft ging es unter die Dusche. Aber vorher warf ich noch meine Old-School-Tennissocken in die Wäsche. Obwohl die ja auch schon etwas dezenter sind in Grau, dazu ein leichter roter Streifen drauf. Ich bin halt auch nicht besser…

Freitag, 22. August 2014

SpVgg Bad Pyrmont - HSC BW Schwalbe Tündern 2:1

Es tut gut, auf die Spieleliste zu schauen und festzustellen, dass es gar nicht so viele Berichte sind, die noch fehlen. Dafür war das vergangene Jahr, das noch für sechs Tage besteht, einfach nicht gut genug. Aber ich habe mich mit diesem Problem mittlerweile ganz gut auseinandergesetzt und es auch akzeptiert. Wenn ich so an die letzten Jahre zurückdenke, ist es doch ein Wunder, dass ich so viel geschafft und gesehen habe. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren auch nur einmal richtig durchgeatmet zu haben. Schon verrückt, wie man an seinem eigenen Zerfall arbeitet, ohne es mitzukriegen. Doch das Umdenken ist geschafft. Was nicht heißt, dass ich jetzt mit der Hopperei aufhöre. Nein, ganz und gar nicht. Es wird anders. Es soll anders werden. Die ganz großen Sprünge schaffe ich ja eh nicht mehr. Aber das ist nicht schlimm. Ich bin dankbar für alles, was ich bisher mitgenommen habe. Warten wir ab, was in ein paar Tagen bzw. Wochen passiert. Eins ist sicher, es geht weiter! Wenn ich auf Bad Pyrmont zurückschaue, dann sind doch noch etliche Erinnerungen vorhanden, obwohl das schon über vier Monate zurückliegt. Die Schmiede wurde früh verlassen an diesem Freitag. Mit dem Pferdchen ging es zum Bahnhof, schnell angeleint und dann in die Eisenbahn. Ich weiß nur noch von dem Umstieg in Hannover. Nicht, dass ich besoffen war oder ähnliches. Dort war es wieder proppenvoll, unfassbar wie viele Leute sich hier wieder tummelten. Während sich alle in die S-Bahn zwängten, wartete ich genüsslich ab und stieg als letzter ein, bog nach links ab und fand mich in der ersten Klasse wieder. Nur ein einsamer Typ hockte drin, kurzes Kopfnicken und dann wurden die Kopfhörer aufgesetzt. Es dauerte eine ganze Weile, bis das Ziel des heutigen Tages erreicht wurde. Was für eine langwierige Fahrt, es ging kaum voran. Doch dann hieß es endlich aussteigen, die Füße vertreten. Der Bahnhof liegt hier doch ziemlich außerhalb, aber da ich noch genügend Puffer hatte, stand einem lockeren Fußmarsch nichts im Wege. Noch konnten die Regentropfen von den Bäumen abgefangen werden, doch bald musste der Schirm raus, es wurde sehr ungemütlich. Halt, ich labere dummes Zeug, hatte ich nämlich gar keinen Schirm dabei. Unterkühlt erreichte ich dann erstmal das Hotel. Ich wurde gemustert, schlug mich aber tapfer und unterzeichnete dann den Mietvertrag. Wann es Frühstück geben würde, wollte ich noch wissen. Erst ab acht Uhr, schade, denn dort legte ich schon wieder am Bahnhof ab. Also wurde mir angeboten, dass ich früher speisen konnte, die Wirtin versprach mir ein zünftiges Mahl am Ecktisch. Also war auch das geklärt, bestens. Das Wetter änderte sich dahingehend, dass es immer schlechter wurde. Die Brunnen und Bäche im Kurpark hätten heute auch ohne Wasserzufuhr funktioniert. Aber meiner guten Laune konnte das gar nichts. Langsam war es Zeit, die nächste Tribüne zu besichtigen. An der Kasse fragte ich mal frech, ob es mit der Kurkarte hier auch Vorteile gäbe. Aha, Schülerpreis, ach nein, Sie kommen ganz umsonst rein! Na gut, sage ich mal nicht nein. Allerdings wurde mir auch eine Karte verwehrt, die seien schließlich genau abgezählt. Ein Problem natürlich, was sich aber nach kurzer Zeit schon gelöst wurde. Ein älterer Herr schaute sich nochmal genau das Ticket an und feuerte es dann in den nächstbesten Mülleimer. Ich konnte es noch vor dem Ertrinken retten. Somit war auch das letzte Problem gelöst und ich stellte mich erstmal an der Pommesbude an. Es goss jetzt in Strömen, nur keine Absage. Aber nix da, brav wurde gekickt, wenn auch eher schlecht und unkoordiniert. Aber heute klappte schließlich alles perfekt. Ich dankte allen Beteiligten. Nach dem Abpfiff machte ich mich gleich wieder auf den Weg. Ich wollte dem Regen entfliehen. Rein ins Hotel. Hier war schon alles dunkel. Mein Tisch war noch nicht gedeckt. Ich dampfte erstmal unter die Dusche, machte es mir dann so gut wie es ging bequem und schaute noch Kasperletheater im TV. Das war nicht unbedingt gut, wie fast immer an solchen Abenden. Also ließ das Bett nicht länger auf sich warten. Die Heizung wurde bis zum Anschlag aufgedreht, die Vorhänge zugezogen und das Licht ausgemacht. Dann träumte ich bald vom gedeckten Frühstückstisch…

Sonntag, 17. August 2014

SV Halstenbek-Rellingen - HSV Barmbek-Uhlenhorst 2:2

Hamburg war gestern. Und Hamburg ist heute. Ist schon etwas fraglich, an zwei Tagen hintereinander in die Hansestadt zu fahren, aber wenn ich doch das Ticket habe. Ich muss doch fahren. Alte Floskel. Manchmal nervt sie, manchmal nicht. Jedenfalls hatte ich heute keine Lust, in den Pott zu fahren, das Stadion in Halstenbek wollte ich doch vorziehen. Nicht, weil es besonders gut ist, nein, weil es halt im Norden ist und ich somit mein Ticket ausnutzen kann, wenn ich schon nicht so oft damit fahre. Über Fulda wurde die gemütliche Reise wieder angetreten, wie immer verging die Fahrt wie im Fluge. Da stand ich wieder im überfüllten Hamburger Hauptbahnhof, schnell mal in die Lounge gehen und mich da etwas ausruhen. Die gleiche Bedienung wie gestern, zum Glück aber eine andere Empfangsdame. Kurz speisen, die zwei üblichen Kaffee verdrücken und dann wieder das Weite suchen. Noch fällt es mir schwer, hier wieder reinzukommen, ist heute schließlich Heiligabend und die Uhrzeit eine unmögliche. Immerhin habe ich gewartet, bis die fünf vorne steht, doch sicherlich bin ich der einzige hier im Ort, der bereits jetzt schon vor dem Computer hockt. Aber es muss endlich raus, es muss vollbracht werden. Seit Monaten gammeln hier schon die ersten Zeilen von diesem Tag herum, das kann ja wohl auch nicht sein. Auch wenn mir sicherlich nicht mehr allzu viel einfallen wird, es muss sein. Nach einigen Stationen durfte ich also in Halstenbek aussteigen, einer eigenständigen Gemeinde, wie ich lernte, nicht zu Hamburg gehörend. Natürlich war hier dennoch alles hanseatisch, der Bahnhof, die Luft, die Gehwege, einfach alles. Es ging zu Fuß an der ersten Tankstelle vorbei, dann kamen aber auch fast nur noch Wohnhäuser. Eine ruhige Gegend, zwar schön für die Anwohner, für mich aber eindeutig zu ruhig. Aber das brauchte ich irgendwie nach dem gestrigen Tag. Heute war es ganz anders. Bald kam die letzte Querstraße und das kleine Stadion tauchte rechterhand auf. Nach einem kurzen Plausch mit dem Kassenwart ging ich dann bereits einsam meine Runden auf und neben dem Platz. Hervorragend, ein gemütlicher Fußballtag wurde das heute. Heute gab es alles zu bestaunen, was den gehobenen Amateurfußball ausmachte. Gemeinsames Warmlaufen, es roch nach Franzbranntwein und Pflaster, zottelige Trainer, besser gesagt Bundestrainer hockten auf der Bank. Ach ja, was wollte ich eigentlich mehr. Nichts, einfach nichts. Wird dieser wackelige Bericht wohl auch noch in den nächsten Minuten fertig, kann ich mich wohl wieder ins Bett legen. Komisch, man liegt hellwach im Bett, will aufstehen, sitzt man aber jetzt hier, fängt das große Gähnen an und man will nur noch schlafen. Ist doch verrückt, die ganze Welt. Es ist alles verrückt, immer und überall. Wenn man sich erst mal darüber weitere Gedanken macht, ist es komplett vorbei. Es wird alles durchleuchtet, was es da so gibt und gab, einfach brutal. Doch so langsam komme ich wieder heraus aus meinem Tal, es geht bergauf und ich habe gute Laune. Aber ich schweife jetzt schon wieder viel zu weit ab vom eigentlichen Thema. Erinnern kann ich mich zumindest noch an die gute Schinkenwurst, die brutzelnd auf das Papptellerchen gelegt wurde, zwei Scheiben Toast dazu sowie eine ordentliche Portion Gewürzketchup. Auch das Spiel hatte was Besonderes, was mir aber heute nicht mehr einfällt. Aber erwähnen musste ich es. Dann ging es wieder zurück zum Bahnhof, von wo aus es wieder in Richtung Hamburg ging. Auch die Details von der Rückfahrt sind nicht mehr bekannt, aber es gab eine ordentliche Verspätung, die mir am Ende sogar noch ein paar Euro einbrachte. Das sei noch erwähnt, dass mir die Bahn ohne weiteres auch das Geld dafür erstattete, hatte ich meine Vordrucke doch gewissenhaft ausgefüllt. Ich hüpfe normalerweise ja nicht jedem Euro hinterher, doch manchmal muss auch ich hart sein. Berechtigt war es auf jeden Fall. So, ich will zum Abschluss kommen. Die Katze ist schon wieder auf dem Weg zurück ins Bett, dann werde ich wohl mal folgen. Es war mir ein Vergnügen, das hier noch kurz preiszugeben. Jetzt kann ich beruhigt wieder schlafen gehen und mir ab heute Mittag den Bauch vollschlagen. Aber ein bissel träumen darf ich auch noch. Von Halstenbek…