Sonntag, 17. Februar 2013

VfB Germania Halberstadt - VfB Auerbach 4:1

Was ist nur aus dem guten, alten Fußball geworden? Gibt es den überhaupt noch oder ist er schon im Erdboden versunken? Uih, wir haben ein bisschen Schnee, ein bisschen Regen, pfui, da kann man auf gar keinen Fall spielen. Bin mal gespannt, ob überhaupt noch mal ein Spieltag stattfindet in dieser Serie. Wenn nicht, ist mir das auch egal. Spart man Geld, muss man nicht mit der Bahn zu Fraport fahren und kann einfach nur die Seele baumeln lassen. Ich brauch überhaupt keinen Fußball mehr. Ich brauch bald gar nix mehr. Ist eh alles nur Makulatur, was ich mache. Bringt nichts, absolut nichts. Was bringt eigentlich noch was? Dreckschwein, was fällt Ihne ein mir so ne Frage zu stellen? Ha, keine Ahnung was ich hier treibe. Lust und Laune sind abhanden gekommen. Na ja, wenigstens erfreut man sich mal wieder guter Gesundheit, das ist ja schon etwas. Mitte Februar konnte dann doch tatsächlich ein weiteres Spiel in die Sammlung aufgenommen werden, auch wenn es geographisch fraglich war. Aber ich musste einfach fahren, einfach fahren und Halberstadt einsacken, einpacken, es nicht mehr hergeben. Immerhin konnte ich den Kollegen vom Schönbusch noch begeistern, der sich dann zu mir gesellte. Ich durfte fahren, wollte auch fahren, der Kollege brachte mal wieder seinen sonntäglichen Prospektmüll mit und inhalierte diesen. Ansonsten war kollektive Entspannung angesagt im Auto. Heizung ordentlich aufdrehen, nette Mucke und dummes Gelabere im Radio anhören, schon war die Autobahnausfahrt erreicht und es ging noch bissel durch den Harz. Keine große Sache, wenn auch etwas weit für ein Spiel. Aber man gönnt sich ja sonst nichts, da kann man das ja mal machen. Nach holpriger Stadtrundfahrt wurde dann brav am Friesenstadion eingeparkt, ganz ohne Promille, ohne Schlagstock, ohne Angst. Fragt sich nur, wer hier immer Angst hat. Ich finde es auch nicht toll, wenn bei nem Kick gegen Auerbach zwei Hundertschaften anwesend sind. Auch das ist Angst. Vielleicht sollte ich auch mal einen Werbespot drehen. Ich stehe auf einer Weide, hinter dem Stankett, es wedelt nur die Eckfahne im Wind und ich sage: Null Prozent Hundertschaften, null Prozent Kontrolle, null Prozent Wahn! Ok, ich labere dummes Zeug, gliedere mich somit nahtlos in die heutige Gesellschaft ein. Ich laufe auf Sparflamme, habe den ganzen Tag gepennt und fühle mich irgendwie deppert. Zum Spiel gibt es noch kurz zu sagen, dass auf Seiten der Hausherren ein Spieler alle vier Tore machte, was man schließlich nicht alle Tage zu sehen bekommt. Das Stadion ist sicherlich nicht das schönste, aber schon ok für diese Verhältnisse. Einzig die Karte ist fraglich, ein moderner aufgedruckter Mist, den man eigentlich direkt in die Tonne kloppen könnte. Es ist halt vieles nicht mehr so, wie es mal war. Was ist nur aus dem guten, alten Fußball geworden...

Sonntag, 10. Februar 2013

VfB Auerbach - 1. FC Magdeburg 0:2

Ich befürchte, dass dieser Bericht sehr wenig bis fast nichts mit Fußball zu tun hat. Es hat sich seit der letzten Schreiberei sehr viel aufgestaut, jetzt müssen erst einmal die Schleusen geöffnet werden. Ach was war das für ein schöner Abend gestern! Im Ersten lief irgendein Pokal-Dreck, den ich natürlich erfolgreich gemieden hab. Stattdessen gab es im ostdeutschen Fernsehen eine Reportage über Cottbus und seine Einwohner. Sehr interessant, ich kaute fast sämtliche Fingernägel ab. Eine echte Alternative. Nein, ich muss diesen Dreck nicht schauen, Abschaum, Mist, Kommerz. Was hat das noch mit dem ehrlichen Pokal von früher zu tun? Nichts, lautet hier die Antwort. Aber im Fußball ist eh nichts mehr so wie es mal war. Jetzt wird Regionalliga schon auf Kunstrasen mit Stankett gespielt, pfui. Dann bleibe ich doch lieber zu Hause und hocke mir den Hintern blatter. Eine beschissene Welt ist das geworden. Wenn es in ein paar Jahren zum großen Knall kommt, ist wieder jeder überrascht. Och, wie konnte das nur passieren? Ja, wie denn bloß? Überall nur noch übertriebene Aktionen, jetzt sogar in der Werkstatt. Sachen, die es bisher nie gab. Wahnsinn. Einfach nur Wahnsinn. Der Großteil bleibt stumm und macht mit, kaum einer wehrt sich. Egal, alles wird gut, die Welt wird sicherer und schöner, ach wie schön die wird. Bunt, international. Weg jetzt mit der Laberei, es wird Zeit, etwas über diesen schönen Sonntag zu berichten. Es zeichnete sich ab, dass wenigstens Auerbach an diesem Wochenende spielen sollte. Sehr gut, dann hoffen wir nur, dass es auch klappt. Und es klappte. Laut Vereinsseite gehöre es einfach dazu, dass im Winter auf Schnee gespielt werden muss. So ist es. Wenn da schon Spiele angesetzt sind, müssen die auch stattfinden. Es ging recht früh los, denn um eins war bereits Anstoß. Schönes, sonniges Wetter. Bunte Welt heute. Meine eigene bunte Welt. Wenn auch ganz in Weiß, denn sonst gab es fast gar nix zu sehen. Ein wahnsinniger Schnee. Doch zunächst war alles noch grau und grün. Minus neun Grad im Spessart, ich machte es mir im Auto bequem. Die Heizung lief auf Hochtouren, da war das alles kein Problem. Eine herrliche Fahrerei heute, wie aus dem Bilderbuch. Ein buntes Bilderbuch. Ich war zufrieden, obwohl es sich dann doch noch etwas hinzog. Dazu böser Nebel, der Schlimmes erahnen ließ. Aber es wurde wieder besser, gerade im Vogtland angekommen, kam die Sonne auch schon wieder heraus. Am Stadion war die Staatsmacht schon im Element, es wurde sich postiert. Sehr gut hatte man alles im Blick. So auch ich. Kleiner Fußweg zum Stadion, dann schon gleich hinein und bissel rumschauen, was hier heute so abgeht. Einige Gäste waren heute am Start, die teilweise gute Stimmung machten. Dazu bedarf es heute natürlich einem entsprechenden Vorturner, der die Leute animiert. Spielerisch, wie sollte es auf zehn Zentimetern Schnee auch sein, sehr fraglich und dem Zufall überlassen. Kann man verstehen, wenn sich die Gäste fragen, ob das alles noch regulär sei. Aber für mich war das heute gut. Endlich mal ein Stück weiterkommen in der Nordost-Liga. Zum Schluss wurde es eisig kalt, dann waren die neunzig Minuten aber zum Glück auch zu Ende und ich konnte mich wieder in Richtung Heimat machen. Natürlich wurde es wieder warm gemacht im fahrbaren Untersatz, herrlich. Allerdings kam dann auch die Müdigkeit dazu, was nicht unbedingt von Vorteil ist. Aber ich packte es ganz gut, endlich war Schweinfurt erreicht, danach ging alles recht zügig. Sehr gut, ich bin wieder etwas freudiger gestimmt. Der Bericht ist gleich zu Ende, genau so wie ich es bin. Ich bin fertig, fertig mit der Welt. Warum hilft mir keiner? Ich brauche keinen, ich komme schon klar. Wäre doch gelacht. Ich bin vielleicht blöd, aber nicht schwach. Ich bilde mir jedenfalls ein, nicht schwach zu sein. Wenigstens kann ich noch in den Spiegel schauen, ohne mich schämen zu müssen. Jetzt ist der Ofen aus, ich muss raus hier, mich zurückziehen. Spieglein, Spieglein an der Wand...

Sonntag, 20. Januar 2013

1. FC Nürnberg - Hamburger SV 1:1

Gestern herrschte Stress, heute sollte es Gemütlichkeit werden. Ich genoss immerhin gute fünf Stunden Schlaf. Das war schon viel, wie ich fand. Dann doch wieder der erste Stress. Neuschnee war gefallen. Zwar nicht die geschäzten sechs Zentimeter, aber doch eine ordentliche Menge. Wird schon gehen. Dann wurde ich auch schon abgeholt und es ging los in Richtung Partenstein. Unterwegs dann noch einen Anhalter mitgenommen, so dass man zu dritt war. Der Abfahrtsbahnhof war dann erreicht, komischerweise sehr früh, trotz Schnee auf der Gasse. Wir zogen uns ein Bayernticket und hockten uns dann in die gemütliche Bahn, dort war es gut warm. Sag ich doch, heute wird das sehr gemütlich. Wurde es auch. In Würzburg dann konnte endlich mal ein Kaffee geholt werden beim guten alten Yormas. Was hatte ich diesen Laden vermisst. Weiter ging es dann, kurz noch nach Nürnberg fahren. Am Zielort angekommen wollte man eigentlich direkt zum Barfüßer, doch die Kollegen entdeckten das Hotel und den HSV-Bus und machten dort erstmal ein Lager auf. Meine Güte, sind doch nur die Fußballer vom Urgestein, da muss man sich doch nicht gleich an die Scheibe kleben. Dann ging es endlich weiter, es wurde sich in die gute Stube gehockt. Das zweite Bier wurde geschlürft, dazu wurde heute mal was zu Essen bestellt. Sah besser aus, als es letztlich schmeckte. Schade eigentlich, aber nicht zu ändern. Die Fotografen wollten dann aber wieder zum Hotel und die HSV-Stars ablichten und knutschen. Gut, gehe ich halt mit. Die Fotosession verlief ganz gut, doch das entscheidende Bild wurde nichts. Einfach zu langsam, der Foto vom Kollegen. Hatte ich wenigstens was zum Schmunzeln. Nicht, dass ich mich lustig machen würde, aber das war es irgendwie doch. Dann machte man sich auf zum Frankenstadion, viel Zeit war nicht mehr. Standesgemäß wurde im Tucher-Biergarten noch eine Wurst geholt und dann ging es in Richtung Gästeblock. Alles wie immer hier, gut was los, etliche Hamburger vor Ort. Auch sonst war gut was los. Wir das erste Mal im Stehplatzbereich, wo es aber noch genügend Platz gab. Zum Spiel brauche ich ja nichts groß zu schreiben. Die Nürnberger waren doch recht schlecht, aber das Urgestein war auch mal wieder unfähig, hier drei Punkte mitzunehmen. So bleibt man halt ewig nur Mittelmaß. Egal, kurze Aufregung und dann wieder zurück zur S-Bahn. Hier war es heute fast gemütlich. Die Bahn stand schon, kaum Leute drin, man konnte locker einsteigen. Dafür gab es dann am Hauptbahnhof die volle Portion Druck von hinten. Unfassbar, wie die Penner drückten und drängelten. Wir hatten einen Vierer, alles war gut. Mit bissel Verspätung ging es dann rein nach Würzburg und von dort auch wieder hinaus. Jetzt stellte sich nur noch die Frage nach dem Wetter. Es war nicht gut, von Eisregen war die Rede. Den gab es dann auch, aber es wurde artig und sicher gefahren, so dass wir auch das meisterten. Das Traditionsspiel in Nürnberg ist somit auch wieder im Sack. Schöne Sache. So kann es weitergehen. Unbedingt...

Samstag, 19. Januar 2013

West Ham United F.C. - Queens Park Rangers 1:1

Endlich. Lange hatte ich auf diesen Morgen warten müssen, jetzt war er endlich da. Heute sollte es für ein Match nach London gehen. Ich war natürlich nicht erfreut, mal wieder in einen Flieger steigen zu müssen, doch da musste ich heute durch. Es wird schon schiefgehen. Nach etwa drei Stunden Schlaf quälte ich mich aus dem Bett. Total müde, total am Ende. Und das bereits jetzt. Ich versuchte, irgendwie das Positive zu sehen, fand es aber nicht. Muss das alles sein, dieser ganze Stress? Ja, eindeutig ja. Zwar wurde mehrmals die Sinnfrage gestellt heute, doch am Ende muss man sie stets mit Ja beantworten. Durch die Nacht ging es auf die Autobahn, der Kollege wartete im Dunkeln und stieg dann ein. Jetzt erstmal zum Hahn fahren. Das war schon schwer, eine lange Fahrt, wie ich fand. Es war bitterkalt, als wir aus dem Auto stiegen. Wie soll das nur werden heute? Keine Ahnung, jetzt gab es eh kein Zurück mehr. Dann ging es los. Kurze Rauchwolke am Flieger, es roch nach Benzin und schon ging es los. Hoch hinaus, durch die Wolken, nach etwas mehr als einer Stunde wurde in London sicher aufgesetzt. Auch die zweite Etappe war somit abgeschlossen. Jetzt ging es unaufhaltsam weiter. Bustickets wollten wir besorgen, es wurde uns deutlich gemacht, dass heute hier Verkehrschaos herrschen sollte. Ha, ihr Penner, fachlich total schlecht. Es klappte alles wie am Schnürchen. Jedenfalls für mich. Der Sucht-Kollege musste noch schnell eine rauchen und sah sich dann am Ende der Schlange wieder. Ob das noch was wird? Ja, der letzte freie Platz ging an ihn. Jetzt kurz zurücklehnen, nach London rein fahren, was wieder über eine Stunde lang dauerte. Jetzt schon geil hier, eine riesige Stadt. Wir fuhren und fuhren und kamen nicht an. Dann aber doch, endlich die Victoria Station zur linken, der Bus hielt. Wir stiegen aus, hockten uns ins McDonalds, gönnten uns einen geschmacklich fraglichen Kaffee. Jetzt ging es mir das erste mal gut am heutigen Tag. Einfach mal zurücklehnen, kurz innehalten. Dann war es aber vorbei mit Lustig und es ging zur Underground-Bahn. Ein Tagesticket für acht Pfund wurde glöst, somit hatten wir freie Fahrt. Ich wollte unbedingt zur Tower-Bridge, das machten wir dann auch gleich mal. Sehr ordentlich, das Bauwerk. Zwar steht daneben gleich moderner Mist, aber die Brücke an sich ist schon sehr geil. Hier noch geguckt, da noch geguckt und dann wieder zurück zur Underground. Jetzt fuhren wir direkt zum Stadion, zwar war noch genug Zeit, aber man hat ja sonst nix mehr zu tun. Fragliche Aktionen jetzt, erst in der Toilette, wo alles schiefging. Dann einen klebrigen Cheeseburger reingefahren, der nach gar nix schmeckte. Das war ja nicht das schlechteste. Hätte ja schlimmer sein können. Dann kurzes Aufwärmen im Fanshop, dann hinein in den Ground. Es war massig kalt, kein Wunder, bei der Müdigkeit und diesem Stress. Das Match begann dann irgendwann, endlich. Die nächste Etappe war somit angebrochen, herrlich. Durchhalten, einfach durchhalten. Ja, wir saßen es ab. Ein gutes Spiel wie ich fand. Es hätte langweiliger sein können. Danach war wieder Stress angesagt von der allerfeinsten Sorte. Das Spiel wurde natürlich zu Ende geschaut, dann waren fünf wertvolle Minuten bereits verloren gegangen. Wir sprinteten los, durch die Meute, hin zur Station, wo wir allerdings nicht ankommen sollten, denn es war irrsinnig wieder mal abgesperrt. Mir wurde das zu blöde, ich sprang über die Absperrung, dann die Treppe runter und vorne rein in die Bahn. Sie fuhr ab. Ich war am Ende. Wenn nicht schon vorher, dann spätestens jetzt. Die Lunge brannte, ich hatte keine Luft mehr. Was mache ich hier eigentlich? Was? Keiner konnte mir das beantworten, am wenigsten ich selbst. Der Kollege war natürlich nicht in der Bahn, jetzt war sogar fraglich, ob man noch den Flieger erreichen würde. Die Zitterpartie begann. Ich war bald wieder am Bahnhof, suchte dann auch gleich den Bus auf. Passte, ich konnte mit in die Polster sinken lassen, es waren kaum Leute im Bus. Leider auch nicht der Kollege, der irgendwo noch umher irrte. Das wird nix mehr, das geht schief. Dann, kurz bevor der Bus abfahren wollte, stand er auf einmal vor der Tür. Meine Güte, Rettung in allerletzter Sekunde. Ein weiterer Etappenerfolg also. Jetzt sollte alles gut werden. Pünktlich wurde der Flughafen wieder erreicht, vom angemeldeten Verkehrschaos war nix zu sehen. Es lief zwar nicht flüssig, aber es lief. Der helle Flughafen war erreicht, jetzt brannte alles. Die Füße, die Augen, die Knochen. Meine Güte, war ich kaputt. Ich hielt dann nochmal durch, die letzte Flugstunde vorerst ging dann auch wieder vorüber und Hahn war wieder erreicht. Etwas früher als geplant. Immerhin. So konnten wir gelassen wieder zum Auto trotten und uns auf den verdienten Heimweg machen. Schnell noch die Parkgebühr bezahlen und dann ab in Richtung Mainz. Dann ging alles ganz schnell. Verabschiedung, kurzes Resümee und dann war das alles auch schon wieder vorbei. Aber ich muss ehrlich sagen, dass dies heute an meine Grenzen ging. Erleichterung, als ich wieder in den Hof fuhr, die Haustüre vor den eigenen Augen sah. Jetzt schön unter die heiße Dusche, denn in sechs Stunden geht es auch schon wieder los nach Nürnberg. Geiler Tag heute, endlich mal in London gewesen. Zwar stressig ohne Ende, aber erfolgreich. Ich feiere gerne Erfolge. Auch, wenn es nur wenige sind. Die dann umso mehr...

Sonntag, 6. Januar 2013

SAS Football Epinal - Olympique Lyonnais 7:5 n.E.

Da war er, der graue Morgen. Wettermäßig keine Besserung. Nasskalt, verregnet, neblig. Das passte irgendwie zur Stimmung. Ich machte mir große Sorgen, ob das heute gut gehen würde. Keine Ahnung, keine Lust, keine Laune. Dann fahren wir mal los. Natürlich musste vorher noch was zu Essen besorgt werden, nicht, dass die Kollegen noch verhungern. Das passte nicht, das passte nicht. Dann halt wieder zurück, in die Bäckerei, wo es auch nur allerlei klebrigen Mist gab. Immerhin war das Baguette frisch und preiswert, die Kollegen waren zufrieden. Die erste Etappe war somit geschafft. Jetzt ging es zum Stadion, satte vier Stunden vor Anpfiff. Aber wir waren nicht die ersten. Mampfende Gästefans waren schon vor Ort. Ich hatte keinen Hunger, ich wollte nur irgendwie da rein. Überall schon Ordner, das wird schwer heute. Ganz schwer. Aber ich war noch entspannt, versuchte, locker zu bleiben. Bisher hatte es ja überall geklappt, warum nicht auch heute hier? Nach zwei Stunden ging es dann endlich los. Die Kollegen mit den Plastikkarten huschten schon mal ohne weitere Kontrolle rein. Blieb nur noch ich. Ich musste verharren, draußen vor der Türe. Man hätte wohl einfach so durchlaufen können, sehr fraglich die Kontrollen. Ich lief auf und ab, aber nix passierte. Gar nix. Ich fragte dann mal zwei junge Leute, die aber scheinbar noch auf einen Freund warteten. Dann halt weiterschauen, irgendwas musste passieren. Es war noch viel Zeit. Die Horde deutscher Gleichgesinnter versuchte es am Gästeblock, hier wurde man aber schön zurückgewiesen, weil man nicht aus Lyon stammte. Sinnlose Regelung. Wer kommt, kriegt auch ne Karte. So müsste das sein. Vollkommener Mist. Ich versuchte es vorerst nicht, sondern blieb oben stehen. Dann kamen zwei Mädels, die sehr lange draußen blieben. Ich dachte nicht, dass es klappen könnte, fragte dann aber doch mal, weil die noch zwei Tickets in der Hand hielten. Ja, es klappte, die waren mindestens genau so froh wie ich. Schnell für einen Zehner den normalen Preis gezahlt und rein in die gute Stube. Perfekt. Es war vollbracht, die erste Tour war bereits jetzt erfolgreich. Es hatte sich somit auf jeden Fall gelohnt, alleine nur weil es doch geklappt hatte. Bis zum Anstoß wurden dann noch die ein oder anderen Gespräche geführt, dann konzentrierte ich mich allerdings aufs Spiel. Ha, was ist denn das? Die Hausherren führen auf einmal mit zwei zu null. Ohne Worte, Lyon war nicht vorhanden. Das Spiel wurde dann allerdings doch gedreht und wir dachten schon, nach neunzig Minuten sei der Käse hier gegessen. Doch nix da. Die Hausherren schafften tatsächlich den Ausgleich und siegten dann im Elfmeterschießen. Die Sensation war perfekt, die Einheimischen liefen Amok, wir schnell zurück zum Auto. Kurz nochmal umdrehen und dann nix wie heim. Es sollten noch einige Kilometer zu fahren sein, dazu einmal quer durch die Vogesen. Es lief, aber es dauerte ewig. Nach einer langen Zeit wurde endlich wieder über die Grenze gefahren, dann wurde die Stimmung plötzlich ziemlich gut. Die rollende Disko machte sich auf die letzten Meter in Richtung Heimat. Eine schöne erste Tour ging zu Ende. Die Erinnerungen sind immer noch vorhanden. Und das nicht nur wegen der Krümel auf der Rückbank, die ich täglich begutachten darf. Ich muss unbedingt mal meine Badeschlappen anziehen und mit dem Sauger ins Auto gehen. Ich warte aber erstmal auf Plus-Grade...

Samstag, 5. Januar 2013

E.S. Thaon-les-Vosges - FC Sochaux 0:1

Es ging leider nur schleppend voran. Überall durfte man nur neunzig fahren. Klar, ich konnte schneller, wollte auch, bremste dann aber lieber das ein oder andere Mal ab. Man muss ja nicht gleich am ersten Tag geblitzt werden. Wir kommen dem Ziel leider nur langsam näher, aber dann war es zum Greifen nah. Alles schon gut voll, in einer Straße gibt es noch eine Lücke, schnell rein und zum Ground. Nur noch fünfzehn Minuten Zeit. Auch die Kartenfrage war noch unbeantwortet. Keine Ahnung, ob es überhaupt noch welche gibt. Aber es sieht hervorragend aus. Im Kassenhäuschen flimmert noch trübes Licht, für sieben Euro gibt es noch Tickets zu kaufen. Perfekt, der Tag war somit ein Erfolg. Bis jetzt auf jeden Fall. Rein in den Hexenkessel. Sehr gut gefüllt, proppenvoll quasi. Matsch überall, Tau, nasse Wiesen, nasse Wege, steile Hänge. Ja, das passt. Jetzt konnte ich mich mindestens neunzig Minuten entspannen. Ein mittelmäßiger Kick, der sich dann langsam steigerte. Der Erstligist spielte schon sehr mies, die Hausherren hatten doch die ein oder andere Möglichkeit. Doch mit der Sensation wurde es nichts, denn ein Tor wurde von Sochaux noch reingestolpert. In der zweiten Halbzeit ging es für mich auf die Tribüne, hier konnte man doch bissel besser schauen. Ansonsten passierte nicht mehr viel. Es gab zum Glück keine Verlängerung. So wurde noch eine Wurst reingepfiffen, bevor es wieder zum Auto zurück ging. Bisher ging ja alles gut, jetzt kam die Wundertüte, man wollte noch Karten kaufen für den Knaller morgen in Epinal. Dazu wurde ein angrenzender Supermarkt aufgesucht, wo man dann allerdings scheitern sollte. Keine Ahnung, wo es hier Tickets geben sollte. Ein Schalter war schon zu, eine Quasselstrippe meinte dann was von ausverkauft oder so was. Die Stimmung war unten, am Tiefpunkt. Unsere langen Gesichter kamen quasi in China raus, so lang waren die. Was tun? Fragen wir halt nochmal an einem anderen Schalter. Nein, auch hier gingen wir leer aus. Alles aus, das wars. Gut, kaufen wir noch Frustbier und gehen ins Hotel. Irgendwie war meine Lust jetzt verflogen. Wie soll ich da morgen bloß reinkommen. Egal, wir werden sehen. Irgendwie wird das schon gehen. Wenigstens schmeckte das Bier. Alles andere war fraglich. Eine kleine Bude zu dritt. Immerhin war es sauber, jedenfalls anfänglich. Der eine putzte dann den Schlamm am Boden ab, der andere rieb seine angeblich sauberen Badeschlappen an der Wand lang und der dritte fragte sich nur, was er hier eigentlich machte. Gut, versuche ich halt zu schlafen. Aber auch das scheiterte größtenteils. Komm endlich ins Bett, meinte ich zum Elektronik-Kollegen. Doch auch das musste ich mehrmals sagen, bevor es soweit war. Dann wurde gekuschelt, unfreiwillig. Die Augen fielen dann auch mal zu, bis zum nächsten, grauen Morgen...

FC Metz II - U.S. Ivry 0:1

Ein Freitag Mittag Anfang Januar. Ich sitze zu Hause auf dem Sofa und grübele. Platt wie schon lange nicht mehr, einfach leer und ohne Power. Aber ich treffe jetzt eine Entscheidung. Ich fahre mit. Endlich wieder mal Franz-Pokal, nach etlichen Jahren, da muss man einfach zugreifen. Die erste Tour gleich mit Übernachtung, das Wochenende ist verplant von vorne bis hinten. Ich blühe kurz auf, freue mich, bin einverstanden mit meiner Entscheidung. Zu einer humanen Zeit traf man sich dann am gewohnten Platz, zwei Kollegen steigen ins Gefährt ein und los geht die Fahrt. Wie immer gibt es das übliche Gerede, hierüber, darüber und so weiter. Lustig, amüsant, schön. Nach wenigen Stunden und einem Zwischenstopp im Saarland tuckerten wir mit den bekannten zehn Kilometern pro Stunde über den Grenzübergang. Schon wieder Frankreich, passt. Ich als bekennender Frankreich-Fahrer fühlte mich jetzt wohl. Schön noch über die Landstraße fahren und das erste Ziel für heute war bald erreicht. Die zweite Garnitur vom FC Metz freute sich heute auf unseren Besuch. Ich musste nur noch eine passende Einfahrt finden und schon konnte das Gefährt direkt am Stadion abgestellt werden. Die zweite Mannschaft kickt schön hinten im kleinen Stadion, welches natürlich über eine Tribüne verfügt. Noch war viel Zeit. Erstmal wurde das große Stadion noch mal abgelichtet. Ist teilweise schon ganz schön in die Jahre gekommen, aber irgendwie ist es ganz nett. Vor allem die eine Hintertortribüne gibt einiges her. Dann aber volle Konzentration auf das Spiel. Es wurden noch zwei weitere Bekannte gesichtet und nach kurzer Vorstellungsrunde ging es auf die Tribüne, um dem Treiben von da aus zu folgen. Wir stellten bald fest, dass es das schlechteste Spiel des Jahres war. War ja auch keine Kunst, denn es war ja das erste. Es wurde viel geblödelt, so war es wunderbar zu ertragen. Dann zum Glück noch ein Tor für die Gäste, geht das hier schon mal nicht torlos aus. Es wurde mal wieder über die Zählweise diskutiert. Während zwei Drittel es ernst nehmen, geht ein Drittel kurz nach Anpfiff erst mal zum Auto zurück, um die Kaffeekanne zu holen. Mir ist das vollkommen egal, hat man wenigstens was zum Diskutieren. Zum Schluss steigerte sich das noch mal, wurde doch über sinnlose Amateurspiele anderer Sportarten und ähnlicher Sachen gesprochen. Dann wurde es aber höchste Eisenbahn, viel Zeit war schon durch den gelben Hampelmann auf dem Platz verloren. Der pfiff einfach mal zehn Minuten später an, dann noch sinnlose vier Minuten Nachspielzeit, schon ist eine Viertelstunde verloren. Dann nichts wie ins Auto, als erster vom Parkplatz fahren und ab auf die Stadtautobahn. Jetzt mussten noch über hundert Kilometer zurückgelegt werden. Die Zeit wird knapp. Es wurde also gleich die erste Prüfung des neuen Jahres, pünktlich zum Pokalspiel nach Thaon zu kommen. Jetzt war ich hellwach. Ich bildete es mir jedenfalls ein...

Samstag, 15. Dezember 2012

Roda JC Kerkrade - NAC Breda 0:0

Ich kam gut weg, ein paar Minuten und ich war wieder auf der Autobahn. Dann ging alles ganz schnell, wie ich fand. Ich stellte es mir schlimmer vor. Zwar war ich schon bissel müde, aber es stand ja jetzt wieder ein neuer Ground bevor, da bekommt man nochmal einen Schub. Gute Laune machte sich bei mir breit. Dann war Kerkrade auch schon erreicht. Das Stadion erstrahlte in weihnachtlichem Glanz. Das Auto wurde abgestellt und dann ging es auf Kartensuche. Irgendwann kam die Kasse an der Ecke mit der Nummer zwei, kurz die Mail und den Perso reingereicht und schon hielt ich das Ticket in der Hand. Sehr gut, recht locker und unkompliziert. Ich ging dann gleich rein, viel Zeit war nicht mehr. Die Spieler kamen nach ein paar Minuten zum Warmlaufen, davor konnte ich noch fleißig knipsen. Geht schon, der Ground. Jedenfalls von innen sieht das ganz passabel aus, was man von außen ja nicht behaupten kann. Ein unheimlicher Glaskasten mit Lokalen, Spielhallen, Bars und Cafés. Was hat das mit Fußball zu tun? Rein gar nix. Aber auch das soll mir egal sein. Es ging ja für mich nur darum, einen weiteren Kick mitzunehmen und den neuen Rekord zu vergolden. Ja, eingefahren war er ja schon vor ein paar Wochen, aber das heute nahm ich noch gerne mit. Vor dem Anstoß wurde Feuerwerk geboten, allerdings nicht von den Fans, sondern vom Verein, der Bollerwagen auf den Rasen ziehen ließ, aus denen dann Raketen und Bomben aufstiegen. Was für ein Mist, was die laute Knallerei dann allerdings noch sollte entzieht sich meiner Kenntnis. Einfach übertrieben, totaler Schwachsinn. Das Spiel begann gut, allerdings nur die ersten zehn Minuten waren zu genießen, danach wurde es von Minute zu Minute schlechter. Ein übler Kick, ganz schön unterirdisch. Aber ich musste da ja jetzt durch. Das gelang mir auch, was man von einer Horde Deutscher nicht behaupten kann, die einfach eine Viertelstunde vor Schluss schon gingen. Das geht ja mal gar nicht. Dann kann man es auch gleich lassen. Aber das ist nur meine Meinung. Die können ja machen was sie wollen. Gegangen wäre ich auch gerne, aber ich hielt natürlich durch bis zum erlösenden Abpfiff. Stimmung kam auch nicht auf, obwohl die Hausherren doch Potential haben. Aber es wurde eher gepfiffen anstatt gesungen. Dann war es vorbei, das vorerst letzte Spiel des Jahres. Jetzt nur noch heil heimkommen und alles ist gut. Kurz nach Köln allerdings setzte schon die Müdigkeit ein, schlimm wurde das jetzt. Aber irgendwie ging es, nach einer langen Zeit wurde Wiesbaden endlich erreicht, dann ging der Rest auch noch. Das war es also jetzt wohl in diesem Kalenderjahr. Tja, ein Fazit ziehe ich jetzt wie immer nicht. Das habe ich nur für mich gemacht. Mitteilen muss ich das ja nicht. Ich wünsche auf jeden Fall allen Kollegen, Gönnern und auch Feinden eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start in das neue Jahr. Ein schöner Bericht, wie ich finde. Ohne Emotionen, ohne Geschrei, einfach nur sachlich. Das muss im neuen Jahr unbedingt wieder anders werden. Ich werde mir Mühe geben. In diesem Sinne, gute Nacht ihr da draußen und alles Gute für die nächste Zeit...

Bayer 04 Leverkusen - Hamburger SV 3:0

Das Jahr ist vorbei. Fast jedenfalls. In den letzten Tagen geht ja bekanntlich nicht mehr viel. Jedenfalls, was die Hopperei angeht. Beim ersten Schneeflöckchen werden Spiele und Spieltage komplett abgesagt, dann bleib ich halt auch zu Hause hocken. Man sollte einfach mehr im Sommer spielen und dafür früher in die Pause gehen. Dann gibt es auch keine Engpässe mehr bei den Nachholspielen, wenn jeden Tag Champions Leauge, Europa-Liga und ähnlicher Scheiß ist. Einfach mal Ende November Schluss machen, dann im März wieder anfangen. Aber mittlerweile ist das alles so breit gemacht, die oberen Herren kommen immer wieder in Bedrängnis. Leider nicht beim neuen Sicherheitspapier, das von fast allen Hosenscheißern abgesegnet wurde. Kein Arsch in der Hose und die dann noch voll. Zum Glück schaue ich fast nur Amateure, wobei es ja da auch schon ziemlich schlimm ist. Egal, ich will jetzt nicht diskutieren, es hilft eh nichts. Die Penner da oben sollen machen was sie wollen. Zum Glück stehe ich nicht jeden Samstag im Fanblock. Heute gab ich mir nochmal Leverkusen, allerdings nur, weil da das Urgestein spielte. Ich entschied mich letztlich für das Auto, denn am Abend konnte endlich mal nach Kerkrade gedüst werden, damit sich das auch endlich mal erledigen sollte. Bei genialem Wetter fuhr ich im Pott ein. Das Auto schön in eine Seitenstraße gestellt, nur paar Meter vom Stadion entfernt. Da noch genügend Zeit war, wurde im naheliegenden Brauhaus noch ein wenig die Zeit verbracht. Nettes Lokal, dazu recht günstig, gemütlich, nicht übertrieben, ganz bequem eigentlich. Bissel benebelt ging es dann auf den Weg zur Plastik-Arena. Schnell noch eine Plastikwurst reinfahren, dann ging es hinein. Kontrollen ganz locker, kurzes Abtasten, dann ging es hinein. Nicht viel los, wie immer in Leverkusen. Aber auch das hat seine Vorteile. Kein Stress, sieht man mal von den Japanern ab, die hier aufgeschlagen sind, nur weil bei den Einheimischen einer aus ihrem Land spielt. Total übertrieben. Haben die zu Hause keine eigene Liga? Muss man tausende Kilometer fahren für ein Spiel? Egal, sollen die machen. Mich zog es die zweite Halbzeit auf die Haupttribüne. Einfach mal reingeschlichen, oben hingehockt und auf die nächsten Trottel gewartet. Die kamen dann auch prompt. Zum Stadion ist allerdings zu sagen, dass es mir besser gefallen hat, als ich anfangs vermutet hatte. Oben wurde ein kleiner Rang draufgesetzt, warum der allerdings nicht überall gleich ist, keine Ahnung. Das Urgestein spielte eigentlich gut mit, hatte auch die Chance auf den Ausgleich, aber leichtsinnig vergeben. Ich hielt durch bis zum Schluss, dann ging es aber schleunigst wieder zurück zum Auto. Jetzt war ich wieder hellwach und freute mich auf die Fahrt nach Holland. Schnell noch um Köln rum und schon war das Ziel ein gutes Stück näher gekommen...

Sonntag, 25. November 2012

TuS Nieder-Eschbach - FC Fortuna Frankfurt 1:2

Das Wochenende wurde heute mit einer weiteren Tribüne abgerundet. Ich hatte mich wie gesagt bereits gefreut, nur im Nahverkehr heute tätig zu sein. Das Jahr ist fertig, ich bin es auch. Da kommt es aber garade Recht, dass man mal nach Nieder-Eschbach fahren kann, dieses Ding auch einsammeln und dann ruhig wieder nach Hause fahren. Es wurde ordentlich gemampft, dann schnell die üblichen Utensilien gepackt und schon war man im Norden der hessischen Metropole angekommen. Nichts los, auch nicht auf dem Hartplatz. Das war ja schon mal gut. Keine Anstalten, hier zu spielen. Da gab es nicht mal Linien, sah aus, wie ein Kartoffelacker. Die Tribüne lachte mich bereits an. Kaum Leute da, immerhin die Spieler. Sehr gut, dann war auch das kein Problem heute und der Vierer konnte jetzt schon gefeiert werden. Wirklich eine nette Anlage, kann man nicht anders sagen. Das Spiel ließ natürlich zu wünschen übrig, in der B-Liga wohl auch nicht anders zu erwarten. Aber es blieb gemütlich, ich hockte mich auf die Tribüne und folgte dem ganzen Treiben. Herrliches Wetter heute nochmal, richtig warm. Es hatte bissel was von Frühling. Ansonsten gibt es fast nichts mehr zu berichten, außer, dass ich mir meinen Kaffee selbst einschenken musste, denn im Vereinsheim werden Gäste wohl nicht so gerne bedient. Aber auch das stellte heute kein Problem dar. Kurz vor dem Ende gab es dann noch ein paar Tumulte, die Betreuerin vom Heimverein wurde des Platzes verwiesen. Lass meine Frau in Ruhe, hallte es von der Tribüne. Ansonsten wirklich nix mehr passiert. Ich packte meine Sachen, war um kurz nach fünf wieder zu Hause. Und das an einem Sonntag. Tja, muss auch mal sein. Da kann man dann noch etwas entspannen und sich auf die kommenden Aufgaben freuen. Mittlerweile muss ich fast jedes Wochenende ans Netz, den Akku aufladen, bis ich wieder grün leuchte. Hoffentlich geht der mal nicht ganz aus und muss dann entsorgt werden. Aber ich bin guter Dinge, dass ich auch nächstes Jahr wieder angreifen kann und werde. Vielleicht werde ich einiges umstellen, mal sehen. Aber das sage ich ja schon jedes Jahr. Es wird sich zeigen. Dieses Jahr ist auf jeden Fall ja noch nicht zu Ende. Es wird sicherlich noch einiges gehen. Ich gehe jetzt auch mal. Endgültig Kaffeewasser aufsetzen. Meine Güte, nicht nur die Sucht, als wegzufahren, nein, auch die Sucht, die Berichte in trockene Tücher zu bringen. Ist manchmal sehr fraglich, was man hier so macht. Aber immer noch besser, als sonst einen Quatsch zu machen. Ganz ehrlich...

Samstag, 24. November 2012

ASF 93 Sarreguemines - C.S. Blénod et Pont-à-Mousson 1:0

Jetzt wurde es richtig gut. Raus aus dem Tal, raus aus dieser komischen Ecke. Wieder zurück ins richtige Leben. Schnell den Ort hinter mir lassen, die paar Kurven runterfahren und dann auf die Autobahn, wieder zurück in Richtung Frankreich. Das ging alles sehr zügig, ohne allerdings Hektik aufkommen zu lassen. Es war massig Zeit, gar kein Thema. Dann ging es bei Saarbrücken runter von der Autobahn, noch paar Meter am Fluss entlang und dann erspähten meine Augen auch schon riesiges Flutlicht am Horizont. Das sah doch schon mal wieder richtig geil aus. Ich freute mich schon, denn es sollte ja wieder eine Tribüne geben und diesmal auch Rasen, herrlichen Rasen. Das Stadion liegt quasi direkt an der Grenze. Einen Steinwurf quasi nur. Ich parkte in der Rue du Stade, dort gab es einen kleinen verwunschenen Eingang. Doch kassiert wurde nicht, also schlenderte ich ganz ruhig hinein. Sehr geil hier, gefiel mir sofort. Noch war keine Sau da, ich hatte das Ding ganz für mich alleine. Es war jetzt kühl, es roch nach Gras, Erde und Holz. Eine herrliche Sache, genau deswegen bin ich hergekommen. Nur für diesen Augenblick, der hatte sich schon gelohnt. Mit meiner uralten Kamera konnte ich gerade so noch ein paar brauchbare Bilder machen. Es ist immer wieder eine Herausforderung, was Gescheites in den Kasten zu bekommen. Nachdem ich satt war, stellte sich die Kartenfrage. Ah, da gibt es jetzt noch einen anderen Eingang, an dem kassiert wird. Gut, dann war ich schonmal kostenlos drin. Allderings ohne Ticket. Das wurde dann erst in der letzten Minute geschnorrt. War auch nur ne Verbandskarte, somit hatte alles gepasst. Der Holzkohlegrill lachte mich zwar an, doch mir war schon schlecht von der Fresserei unterwegs. Ist ja immer so. Wenn man nix Gescheites bekommt, dann schlingt man halt alles herunter, was rumliegt. Also nicht, dass ich jetzt was vom Boden gegessen hätte. Ich hätte ja heute wirklich mal eine Mehrgess genommen, doch dafür war es jetzt zu spät. Musste ich mir das Gekicke so anschauen, mit flauem Magen. Spielerisch sehr fraglich, eine ganz schlimme Bolzerei. Aber sollte mich das stören? Keinesfalls. Ich hatte auch so meinen Spaß. Die heimischen Zuschauer, die teilweise gutes bzw. komisches Deutsch redeten, wurde in der allerletzten Sekunde mit dem Siegtreffer belohnt. Nach einer zweifelhaften Ecke setzte es einen Volleyschuss aus kurzer Distanz und der Jubel war groß. Dann ging es aber auch schon wieder los. Schade, dieser schöne Ort wurde einfach wieder hinter einem gelassen. Aber ich musste ja noch ein paar Stündchen fahren. Genau, ein Paar, nämlich ziemlich genau zwei. Ich fahre jetzt fast immer über Mainz zurück, was ich früher ja nie tat. Daran ist allein das Navi Schuld. Aber ich finde die Strecke eigentlich ganz ok, ruhig, wenig Verkehr. Und vielleicht ist es ja auch fünf Meter näher. Eine kurze Tour ging damit wieder zu Ende. Klar, ich hätte am Sonntag noch das Esch-Derby schauen können, doch ich war mal wieder sowas von leer, dass ich mich schon frühzeitig auf den Nahverkehr freute. Die Rekordmarke aus 2003 war immerhin bereits jetzt schon geknackt, so dass ich mir keinen Stress mehr machen muss. Einfach mal abschalten, so wie heute. Einfach mal nicht wegfahren, einfach mal zu Hause bleiben. Ich entspanne mich jetzt, setze mal Kaffeewasser auf und schneide dann die Brötchen auf. Echte Brötchen, keine aus Plastik...

SVGG Hangard - 1. FC Reimsbach 3:2

Das Jahr schreitet mit großen Schritten seinem Ende entgegen. Irgendwelche Kollegen aus dem Urwald meinen, dass Mitte Dezember die Welt untergeht und alles über den Haufen geschmissen wird. Vielleicht tritt das ganze auch schon früher ein, wer weiß. Vielleicht schon heute Abend, mitten während der Sportschau. Alles egal. Das, was ich bisher erreicht habe, habe ich erreicht. Dann versinkt es halt in einem Schlund, dann explodiert es halt, dann verpufft es halt. Ich weiß gar nicht, warum ich das jetzt geschrieben habe. Ich will poltern, schimpfen, meckern. Aber das will mir nicht so recht gelingen. Gut, dann versuche ich wenigstens, mich ins Saarland zu beamen und vom Tag in Hangard zu berichten. Nachdem ich die Bruchbude in Frankreich verlassen hatte, ging es wieder auf die gleiche Strecke zurück nach Lux. Dann suchte ich zuerst mal eine Tankstelle auf, nachfüllen war angesagt. Der Liter kostet hier etwa zwonzisch Cent weniger als in heimischen Gefilden. Sehr schön, war das somit auch erledigt und dazu gab es noch ein Frühstückshäppchen. Jetzt konnte es weitergehen. Schönes Wetter, viel Zeit, das Saarland näherte sich. Warum gleich nach Hangard tuckern? Lieber nochmal in Neunkirchen am altehrwürdigen Ellenfeld-Stadion vorbeischauen. Fotos hatte ich bisher noch nicht im Sack. Also wurde auch das erledigt. Ich durfte sogar ohne Murren auf den Platz. Vielen Dank dafür. Und das, obwohl später die erste Mannschaft selbst sogar noch kickte. Aber ich sah wohl nicht so aus, als hätte ich eine Bombe dabei. So durfte ich brav knipsen, aufs Klöchen gehen und mich dann wieder verabschieden. Im nahegelegenen Einkaufsmarkt wurde dann noch bissel Nachschub gekauft, bevor es aber endgültig zum eigentlichen Ziel gehen sollte. Irgendwo ganz am Ende der Welt, im hintersten Eck des Saarlands, hat doch tatsächlich einer noch ne Tribüne hingestellt, die man heute mitnehmen konnte. Also nicht abbauen und einpacken, sondern nur sinnbildlich eintüten ins Säckchen. Da noch viel Zeit war, wurde noch ein Kaffee im Vereinsheim getrunken. Auf Kunstrasen hatte ich heute zwar gar keinen Bock, doch was sollte ich machen. Wird schon gehen, jedenfalls war der Kaffee schon mal gut und auch die Tribüne ist ja ganz ordentlich. An der Kasse blieb noch alles ruhig, noch nichts zu erahnen von dem Drama, was sich später da abspielen sollte. Fußball wurde dann auch gespielt, schnell, aber ohne das nötige Flair. Kunstrasen hat halt mit Fußball nix zu tun. Die Murmel springt wie ein Flummi auf Betonboden hin und her, ohne Kontrolle, ohne Gripp. Eine unkontrollierte Scheiße, die einem da geboten wird. Künstlicher Dreck, Mist, eine Schande für den Fußballsport. Jetzt geht die Polterei los, sehr gut. Aber nur ganz kurz, denn ich war ja wegen der Tribüne hier und wegen dem Doppler und wegen Sedan und wegen mir und wegen dem Saarland. Ha, ich bin schon bissel bekloppt. Aber das ist gut so. Ich muss bekloppt sein. Ich versuchte, mir das Spiel schön zu reden, gelang aber nicht ganz. Auch die fünf Tore nahm ich ohne Regung mit. Pfeif doch endlich ab und gut ist. Dann ging es hurtig davon, blitzartig verzog ich mich in Richtung Auto. Man hätte meinen können, die Maya-Herde sei hinter mir her und wolle mir das Säckchen in den Abgrund reißen. Von wegen, ihr Flaschen. Da müsst ihr schön früher aufstehen...

Freitag, 23. November 2012

C.S. Sedan Ardennes - AC Le Havre 1:2

Eine Geschichte schreibe ich jetzt noch. Das muss sein, denn gerade läuft es wieder gut. Dank dem Kollegen konnte mal wieder ohne große Planung eine kleine Tour gemacht werden. Ich bin kein großer Planer, ich werde es nie sein. Ich habe einfach keine Nerven, mir das alles anzutun. Ich bekomme halt manchmal was auf dem Silbertablett serviert, ich muss es dann nur noch annehmen. Aber irgendwie gönnt man es mir auch, oder würde es sonst an mich herangetragen werden? Keine Ahnung, ist vielleicht alles nur ein ganz großes Glück, das ich habe, das ich mitnehmen kann. Ich bilde mir auch ein, dass ich kaum Zeit habe, etwas auf die Beine zu stellen. Außer mich selbst. Das schaffe ich jeden Tag und das nahezu ohne Probleme. Ein kleines Naturwunder, zäh und unkaputtbar. Aber es macht ja auch Spaß. Und das ist ganz wichtig. So freute ich mich auf den heutigen halben Tag im Büro, der zugegeben schon ganz schön schwer war. Ich war eigentlich total am Ende, müde, kaputt, leer. Doch was sind schon knappe vierhundert Kilometer, wenn man sich einen französischen Zweitligisten anschauen kann? Nichts, einfach nichts. Es wird einfach losgefahren ohne Rücksicht auf den eigenen Körper. Aber ich hielt mich tapfer, machte mich also auf den Weg. Eine weite Strecke, ist das wirklich so weit? Ich fahre einfach mal über Rheinböllen, schauen wir, was passiert. Ha, satte vierzig Kilometer weniger als unten rum. Blödes Navi, sei an dieser Stelle mal gesagt. Zeitlich war es genau gleich, warum dann nicht einige Kilometer einsparen. Gesagt, getan. In Lux wurde es dann sehr schön, die Sonne kam raus und die Bäume leuchteten bunt. Hier sind noch viel mehr Blätter dran als in den heimischen Gefilden. Ist halt warm hier, durch den Golfstrom und so. Alles wird hier gesammelt, hier ist quasi noch Hochsommer. Dann wurde es aber wieder schlechter. Fünfzig Kilometer vor dem Ziel setzte dann Regen ein, der an diesem Abend nicht mehr weichen sollte. Das hatte ich wirklich nicht verdient, aber ich meisterte auch das. Ich meisterte alles. Ich war quasi Herbstmeister. Blödes Geaffe gerade, das muss aber sein. Ich scheitere gerade, ich überlege zuviel, ich schreibe nicht aus einem Guss. Tja, manchmal geht es halt nicht mehr, es stockt. Dann aber endlich Sedan vor Augen, ein größerer Ort mit teilweise krummen und kaputten Häusern. Sah schon bedenklich aus, hatte aber auch Flair. Alles hatte Flair heute. Auch das Stadion, welches nur spärlich besucht war. Die Kasse musste man wieder mit der Lupe suchen. Doch auch das wurde geherbstmeistert. Nachdem ich mich noch etwas im Automobil zurücklehnte ging es also los. Kaum Leute da, aber das war irgendwie klar. Dennoch verschätzte ich mich total bei der Anzahl. Ging halt mal schief heute, Abstiegsplatz. Ansonsten machte es viel Spaß. Das Spiel ging eigentlich, kaum Unterbrechungen, bis zum Sechzehner wurde teilweise sehr ansehnlich gekickt. Und das von beiden Seiten. Die Hausherren konnten aber nichts draus machen und kassierten zwei Eier. Dann wurden die Zuschauer böse, pfiffen und schimpften. Muss doch nicht sein, ist doch nur Fußball. Vom Luxus-Leben war jetzt bei denen nichts zu spüren. Ich blieb aber ganz locker, schaute mir alles in Ruhe an, sog es auf. Ich war topfit, musste nach dem Schlusspfiff allerdings noch ein paar Meter fahren, um ins F1 zu gelangen. Eine schlimme Bude mal wieder, sehr versifft und ein Boden aus morschem Holz. Dass man sowas als Hotel bezeichnet, ist eigentlich eine Frechheit. Immerhin war es preiswert, aber nicht den Preis wert. Da kam ich aber auch durch. Auch wenn der Fernseher lange lief und an Schlaf kaum zu denken war. Ich fragte mich, was an Basketball überhaupt interessant sein kann. Aber warum frage ich mich sowas überhaupt? Sollte ich es nicht einfach akzeptieren? Ich versuchte es, klappte dann auch ganz gut. Was man vom Schlafen nicht behaupten kann. Es war halt ein aufregender Tag für mich, in jeder Hinsicht. Wie gesagt, nichts ist selbstverständlich...

Sonntag, 18. November 2012

VfB 1919 Annweiler - SV Gossersweiler-Stein 0:0

Heute gab es ein kleines Jubiläumsspiel. Es sollte insgesamt das 1500. für mich werden. Wahrscheinlich sind es ein paar mehr oder weniger, aber was spielt das schon für eine Rolle. Eine kleine vielleicht. Aber offiziell war es dieses Jubiläumsspiel, das natürlich in einem anständigen Ground geschaut werden sollte. So bot sich endlich mal eine Fahrt nach Annweiler an. Dort wird kein hochklassiger Fußball gespielt, doch den wollten wir auch gar nicht sehen. Man wollte einfach nur wieder etwas Spaß haben, durch die Gegend düsen und glücklich wieder heimkehren. Genau so geschah es dann auch. Der Treffpunkt ist mittlerweile Standard. Also nicht Lüttich. Ich meine die Bedeutung. Egal, ist nur verwirrend, das so zu schreiben. Das verwirrt die Leser, die es hier hoffentlich noch in kleiner Zahl gibt. Tja, so fuhren wir hinaus ins Grüne, der Sonne entgegen, dem Südwesten entgegen. Es wurde immer besser, am Schluss konnte man bei warmen dreizehn Grad das Match verfolgen. Eine gute Sache, mitten im November. Zuvor wurde allerdings im Knobi-Laden noch was gefuttert. Das war bitter nötig. Ich hatte zwar noch Reserven, nahm aber natürlich auch noch was mit. Also im Magen, nicht in der Tüte. Das kommt mir nicht in die Tüte. Dann endlich zum Ground, an der Straße parken und dann hinein ins Trifels-Stadion. Sehr nett hier, die Lage ist gut, die Tribüne auch, der Eingang auch. Das reicht ja schon völlig. Mehr brauch man doch nicht. Ein lauwarmer Kaffee wurde geschlürft, dann begann das Gebolze auch schon. Wenn es wenigstens Gebolze gewesen wäre. Es war einfach nur langweilig, gar nix passierte. Nicht mal Tomaten. Spaß. Wir konnten damit aber auch ganz gut leben, so wurde wieder mal gequatscht, über dies und das, über dieses und jenes. Ein ganz gemütlicher Tag, ohne Stress, ohne Hektik. Ein richtiger Sonntag also mal. Ich kam mir vor, als würde ich den kleinen Lukas im Kinderwägelchen an der Mosel spazieren fahren. Ganz locker, ganz langsam. Keiner konnte mir was, keiner konnte uns was. Wir waren wir, mal wieder. Ja, so ist das. Auch das null zu null konnte uns nichts anhaben, wir machten einfach keinen Stress. Karten gabs auch nicht, egal. Einfach eine kleine Spende ins Körbchen werfen und gut ist. Ja, so war das. Ist es nicht schön, das Leben? Es kann so einfach sein. Ich phantasiere, ich labere dummes Zeug. Nein, ich schreibe es sogar noch. Aber auch das lässt mich gerade kalt. Auch wenn ich peinlich erscheine, ich ziehe mein Ding durch. Ich bin ja schließlich immer noch ich. Leider hatten wir auch das schon etliche Male, aber gerade geht mir die Tinte aus und es fehlen die richtigen Worte. Doch immerhin sind die Gedanken wieder zurück, einfach zurück. Es ist zwar schon einige Tage her, aber jetzt ist es einfach wieder da. Ja, das war es an diesem Tag. Schön früh zu Hause, konnte man da also auch noch was machen. Wunderbar. Ich bin in diesen Momenten wirklich dankbar. Ich darf noch was erleben. In ganz kleinem Maßstab, aber ich darf. Viele dürfen das nicht bzw. können das nicht. Ich rufe es mir in Erinnerung, dass es nicht selbstverständlich ist. Nichts ist selbstverständlich. Nichts. Keine der einhundertfünfunddreißigtausend Minuten Fußi, die ich bisher geguckt hatte, war selbstverständlich. Aber das nur am Rande, ich will nicht länger nerven und verabschiede mich jetzt...

Samstag, 17. November 2012

SG Helvetia Kerzell - TSV 1912 Bachrain 2:4

Ach Leute, was haben wir es doch so gut. Während in ein paar tausend Kilometern wieder Bomben und ähnliches fliegen, krabbeln wir mit Schal, Mütze und Handschuhen durch die Gegend. In diesen Momenten ist sich hoffentlich jeder bewusst, dass unser Leben kompletter Luxus ist. Aber wir machen uns die Hektik ja selbst, immer weiter, immer schneller, immer verrückter. Aus dem guten alten Knirps wird einfach mal der Mini-Windfighter. Überall nur noch Wahn. Sicherheitswahn, Gesundheitswahn, wahn gab es das schon mal in einer solchen Dosis. Übertrieben, durch Medien, Elektronik-Quatsch und das ganze andere Zeug wird nur noch Mist verbreitet. Einfach mal den Ball flachhalten, sich vors Öfchen setzen und ein paar Kekse essen. Nehmt Euch doch alle mal ein paar Minuten Zeit und fragt Euch, was wir eigentlich auf dieser Welt treiben. Gut, genug der nutzlosen Worte. Kommen wir zur Berichterstattung, die schon wieder viel zu lange geruht hat. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Zeit, um bald wieder ein Fazit zu ziehen. Doch an dieser Stelle geschieht dies noch nicht. Ich will die Spannung noch bissel hochhalten. An diesem grauen November-Samstag bin ich letztlich dann mal nach Kerzell getuckert, einfach, um noch einen in der Gruppenliga Fulda zu machen. Alles andere war mir egal. Ich wollte einfach nur Fußball gucken. Dazu konnte endlich mal der Platz an der Bundesstraße gemacht werden, an dem ich schon tausende Male vorbeigefahren bin. Ha, das ließ ich mir nicht nehmen. Auch wenn es schlecht für andere ist, für mich ist es gut. Sehr gut sogar. Ich hatte einen tollen Tag. Die Fahrtzeit war sehr kurz, dann auch erst kurz vor dem Anstoß angekommen, gute Sache. Somit verlor ich an diesem Tag kaum Zeit. Ich gewann sie eher. Es ist ja für mich keine verlorene Zeit. Ich bin ja froh, wenn ich meine Sucht befriedigen kann. Ich bin ein Egoist, ja das stimmt. Ich denke die meiste Zeit an diese Sucht, muss ich ehrlich zugeben. Andere lasse ich im Stich, Hauptsache ich komme zum Ziel. Doch ganz so ist es auch nicht. Ich denke viel. Ich denke viel nach. Und ich denke vor allem an die beiden, die mir ganz besonders ans Herz gewachsen sind. Das kann ich auch ehrlich zugeben. Ja, so ist das, so wird es immer sein. Kerzell wurde sehr amüsant. Bei der Nummer neun wusste ich bereits nach wenigen Minuten, dass es einen Platzverweis hageln würde. Und so kam es dann ach. Einfach mal den Stürmer in vollem Lauf von hinten in die Hacken getreten, pfui Teufel. Sehr gut, dass die junge Schiririn, also der weibliche Schiri, gezielt die rote Karte aus der Hosentasche holte. Gefiel mir. Sehr lustig dann auch der Spielverlauf. Die Gäste lagen mit zwei Toren in Front, dann der Ausgleich in Unterzahl für Kerzell und dann postwendend wieder der Führungstreffer. Herrlich, so macht Fußi doch Spaß. Zur Überraschung wurde noch ein gutes Ticket eingesackt. Ja, ich war zufrieden, konnte mich nach dem Spiel gleich wieder nach Hause machen. An so einem tristen Tage freut man sich, wenn man wieder in die gute Stube zurückkehrt. Aber ich freute mich auch, ins trübe Grau hinauszugehen. Und das ganz ohne Mütze und Handschuhe. Allerdings mit Schal. Muss ich ehrlich zugeben...