Sonntag, 29. Januar 2012

RAEC Mons - Club Brugge KV 0:2


Dunkel war es jetzt. Dunkel und kalt. Unvorstellbar kalt. Ich genoss die kurze Fahrt im Warmen, dann war Mons auch schon erreicht und ich stellte das Auto irgendwo im Wohngebiet ab. Ob ich das wiederfinden werde? Egal, ich versuchte mir, die Strecke einzuprägen, es musste ja voran gehen, hatte ich natürlich noch keine Karte. Am Stadion ging es dann gleich mal zur Kasse, kurze Orientierung und dann sah ich auch schon das Versteck, wo es Tickets zu kaufen gab. Die Stehplätze hinter dem Tor kosten hier auch satte zwanzig Euro, so viel wie der Schwarzmarkt in Lille. Aber ich zahlte brav und machte mich dann auch ins Innere. Wie soll es auch anders sein, ist die Hälfte das Grounds bereits mit neuen Tribünen, Logen und Plastik ausgestattet. Die alte Gegentribüne dient nur noch als Werbebande, Transparente sind gespannt und die Plätze somit nicht mehr zu benutzen. Immerhin ist die Stehtribüne noch in Betrieb, hier hatte ich ausreichend Platz und konnte es mir im eisigen Wind bequem machen. Das Match war auch nicht unbedingt gut. Immerhin wurde auf Heimseite ordentlich Stimmung gemachte, jedenfalls bis zum zweiten Gegentor. Dann kamen die Gäste etwas aus ihrem Winterschlaf hervor, aber insgesamt sehr schwach der Auftritt. Ich bibberte. Es war jetzt wahnsinnig schwer, sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Ich wollte nur noch weg, die Flucht ergreifen, raus hier, ab nach Hause. Wollte ich das wirklich? Ich weiß es nicht, fantasiere wohl gerade wieder ein wenig. Es war einerseits wieder schön, andererseits wieder alles in Frage gestellt. Die Partie begann auch fast wieder zehn Minuten später, was mich fast zum Rasen brachte. Dann noch die Nachspielzeit von unsinnigen vier Minuten, da rein gar nichts mehr passierte. Ist mir immer noch unbegreiflich, das mit dieser Nachspielzeit. Irgend ein Affe zückt halt mal die Tafel und tippt ne Zahl ein, nur damit noch irgendwas passieren kann. Ist alles nur noch Show beim Fußball, nur noch Plastik, nur noch Quatsch. Was brauch ich diesen ganzen Mist? Sollen doch einfach mal den Fußball so sein lassen, wie er es schon immer war. Einfach Kicken, laufen und aus die Maus. Aber man kann ja alles künstlich hochzüchten. Ich fand den Weg zum Auto wieder, durfte jetzt die Heimreise antreten. Lächerliche 480 Kilometer noch bis nach Hause, dazu kein Urlaub und geplante Ankuft erst um drei Uhr nachts. Dazu kam noch ein bescheidener Tankstopp. Natürlich keine Barzahlung, nee, es muss in der Kälte mit Karte direkt an der Säule getankt werden. Das ging ganze drei Mal schief, so dass ich fast zehn Minuten in der Kälte stehen musste. Dann ging es, endlich. Rein den Saft und weiterfahren. Ich war fit, sehr fit. Bis Lüttich war alles im Lot, dann kam Schnee und Eis, es wurde unschön. Wenn das so weiter geht, komme ich gar nicht mehr heim. Es ging so weiter, jedenfalls bis kurz vor Köln, dann wurde es wieder trocken und ich konnte beruhigt weiterfahren. Es klappte hervorragend, ich wurde immer fitter und die Fahrt machte jetzt richtig Spaß. Da war die Nacht und da war ich. Wir zwei sind doch schon gute Freunde geworden. Um halb vier konnte ich dann in die Koje steigen. Schlafen konnte ich allerdings nicht so richtig, war wohl noch bissel begeistert, dass ich endlich die erste Tour in diesem Jahr erfolgreich hinter mich gebracht hatte.

Valenciennes FC - AC Ajaccio 1:2


Die Heizung wurde aufgedreht. Dann das Navi hervorgekramt. Jetzt musste alles schnell gehen, zu viel Zeit war bereits verloren. Dennoch sollte ich zehn Minuten vor Anpfiff in Valenciennes ankommen. Ich war noch guten Mutes, konnte das Auto auch schnell im Gewühl unterbringen und machte mich dann auf zum Stadion. Ein langer Weg, zudem noch etliche Leute unterwegs, die wohl nicht unbedingt Wert auf Pünktlichkeit legen. Es ging vorbei am alten Stadion, dass schon total zerfallen ist und wohl nur noch als Müllhalde benutzt wird. Ich hatte leider keine Zeit mehr, sonst hätte ich noch ein paar Bilder mehr gemacht. Daneben erstrahlt die neue Arena, was auch sonst. Aber jetzt musste erst noch ein Ticket besorgt werden. Und das gestaltete sich schwierig. Die beiden Kollegen standen schon in der Reihe, ich versuchte mich jetzt auch vorzumogeln, gelang auch ganz gut. Doch dann musste ich mit ansehen, wie ein planloser Familienvater für seinen Sohn ein Ticket kaufen wollte. Eine endlose Zeit verging, Diskussionen, Kopfschütteln. Ich kochte innerlich, war kurz davor, dem eine reinzuhauen. Es fehlte wirklich nicht viel, ich hatte echt zu kämpfen. Wenn Du Trottel net gleich die Karte nimmst, dann ist das Match vorbei. Meine Güte, endlich war ich dran. Drei Tickets geholt und dann hinein in den Plastikkasten. Die Gäste führten bereits, das hatten wir leider verpasst. Es war fast schon Halbzeit, aber egal, ich hatte ja alles gegeben. Wenn das Match in Tertre auch planmäßig über die Bühne gegangen wäre, dann wäre das hier auch gutgegangen. So war es mir aber egal, das vierte Spiel des Jahres wurde brav angeschaut. Wir quetschten uns auf unsere Plätze, sahen die meiste Zeit auf den Rasen aber bekamen nichts geboten. Die Heimfans waren doch zahlreich vorhanden, machten aber nur wenig Stimmung. Die Gäste von der Mittelmeerinsel waren nur spärlich angereist, was auch verständlich ist. Sie bekamen immerhin noch den Siegtreffer geschenkt, der in der letzten Minute fiel. Feine Sache. Jetzt strömten die Massen bereits wieder aus dem Stadion, ich schloss mich an. Es ging jetzt wieder ganz schnell. Hinein ins Auto und ab zur letzten Station des Wochenendes...

Royale Union Tertre Hautrage - FC Mariekerke 2:0


Ich verweilte bis um zwölf Uhr im Hotel. Ein stressfreier Morgen. Den konnte ich auch gut gebrauchen, war heute doch ein wenig Stress angesagt mit drei Spielen und anschließender Heimfahrt über knappe 500 Kilometer. Die Fahrt zum ersten Spielort verlief ruhig, sieht man mal von der Autobahn mit den tiefen Schlaglöchern ab. Eine unfassbare Anzahl an tiefen Gruben, da musste man schon das ein oder andere Mal gut ausweichen, denn das Auto brauchte ich heute ja noch. In dem kleinen Nest Tertre war so gut wie gar nichts los, aber gekickt wurde hier dennoch schön anständig. Dank Navi wurde alles gefunden, was ansonsten wohl etwas schwerer gewesen wäre. Ein matschiger Platz mit Tribüne, immerhin. Ich verweilte anfangs noch etwas im Vereinsheim, schaute mit Tennis im warmen Australien an. Der Anpfiff rückte dann allerdings näher und ich ging halt mal raus. Kaum draußen, schon liefen mir zwei bekannte Gesichter über den Weg, die ich trotz tiefer Mütze noch gut erkannte. Händeschütteln, kurz begrüßen sowie über weitere Mitreisende sprechen und dann ab zur Matschwiese, um das Spiel zu schauen. Es war schon ziemlich kalt, dazu trübe, es gab im Prinzip nichts, worauf man sich freuen konnte. Aber die Unterhaltung wurde dann doch recht lustig und man babbelte über dies und das, wie immer halt. Auf dem Platz passierte auch nicht viel, zwei Tore fielen für die Einheimischen. Die Platzrunde sparte man sich vorerst, zog es doch lieber vor, in der Pause wieder ins Vereinsheim zu gehen um sich aufzuwärmen. Die zweite Halbzeit verfolgte ich dann bis zum Schluss, während die Kollegen schon mal in Richtung Valenciennes aufbrachen. Dort sollte ich sowieso zu spät kommen, dann nehme ich doch lieber dieses Spiel noch komplett mit. Der sinnlose Schiedsrichter gab dann noch einiges an Nachspielzeit, zudem pfiff er ja auch sechs Minuten später an, so dass wertvolle zehn Minuten verloren gingen. Also musste ein kleiner Spurt her, um zum Auto zu gelangen. Dann nichts wie los, wieder zurück nach Frankreich...

Samstag, 28. Januar 2012

OSC Lille - AS St. Etienne 3:0


Boulogne ließ ich hinter mir. Durch einen der unzähligen Kreisel ging es raus aus er Stadt, unter der Autobahn durch und dann über die Schnellstraße weiter nach Lille. Müde, unendlich müde war ich jetzt. Ein paar Minuten hatte ich echt zu kämpfen, es war sehr grenzwertig. Aber ich will jetzt nicht wieder über meinen Zustand plaudern. Habe ja jetzt schon genug darüber berichtet. Aber man muss sich ja mitteilen, etwas in die Welt hinaustragen. Eine affige Fahrt, alle paar Meter ein Kreisel, scheiß egal, ob der mitten auf dem Feld steht, total sinnlos ist. Er wird gebaut, einfach gebaut. Hier und da, und wieder da und hier. Das Navi hatte jetzt seinen Spaß, es lief auf Hochtouren. Der Großraum Lille war bald erreicht, jetzt ging es bereits am neuen Stadion vorbei, was im Format null acht fünfzehn errichtet wird. Aber auch darüber sage ich jetzt nichts mehr. Ich ging zuerst mal ins Hotel, machte es mir da noch kurz bequem, bevor es wieder in die Kälte hinaus ging. Mit der mittlerweile standesgemäßen Winterbekleidung tuckerte ich mit dem Auto die paar Meter in Richtung Stadion, wäre wohl auch zu Fuß gegangen, doch das musste ja nicht sein. Auf einem der riesigen Parkplätze wurde dann geparkt und ich ging zügig zum Ground. Ich dachte nicht darüber nach, doch tatsächlich war die Partie bereits ausverkauft, wie mir an der Kasse berichtet wurde. Du lieber Gott, jetzt versank ich kurz, sollte es womöglich heute nichts mehr mit dem nächsten Ground werden? Ich ging auf und ab, keinerlei Ticketverkäufer zu sehen. Ob das noch was wird, ich weiß es nicht. Nichts ging, weder direkt vor dem Stadion als auf den Zugangswegen. Dazu unzählige Deutsche vor Ort, die scheinbar auch keine Karten hatten. Dann fuchtelte an der Ecke einer mit einem Ticket rum, ich fragte ihn und er zuckte nur mit den Schultern. Sein Übersetzer war aber mit dabei und bestätigte mir mit "twenty Euro", dass die Karte zu haben sei. Ich griff zu, war kurz irritiert und ging dann halt mal zum Südeingang. Die Karte war sauber und ich dann kurz später auch im Ground, der Tag, ach was sag ich, die Tour, das Leben war gerettet. Alles andere wäre unakzeptabel gewesen. Im eisigen Wind krabbelte ich ins Stadioninnere. Jo, ziemlich voll, aber ausverkauft? Einige freie Plätze im weiten Rund, aber scheinbar doch alles belegt. Die Heimfans streikten heute das ganze Spiel über, die wenigen Gäste aus dem Süden machten dagegen richtig schöne Stimmung über die neunzig Minuten hinweg. Das Spiel war sehr öde, abtasten und Schauspielern, mehr gab es anfangs nicht zu sehen. Nur gegen Ende hin wurde es dann besser und es gab ein paar gute Möglichkeiten für die Hausherren. Ich war zufrieden und das Match vorüber. Jetzt ging es zum Auto zurück und dann ohne weiteren Zeitverlust ins Hotel. Hier musste nur noch das Fenster abgedichtet und die kleine Heizung aufgedreht werden, dann konnte ich mich endlich auf die Nacht freuen. Die erste Hürde war genommen, jetzt hieß es für ein paar Stunden relaxen, bevor es zum nächsten Stresstest ging. Augen zu und durch...

US Boulogne-sur-Mer - Amiens SC 0:1


Da ist es also, das neue Hopping-Jahr. Unglaublich, aber doch wahr. Was war passiert? Seit Wochen schon platt ohne Ende, nichts mehr auf die Reihe bekommen. Und dann kriegt man so eine Tour vorgeschlagen, da musste ich einfach zugreifen. Auch wenn ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, wie ich das schaffen sollte, zumal ich am Ende leider auch noch alleine den weiten Weg antreten musste, da der Woody leider zu früh wieder arbeiten musste. Ich schwankte fast jede Minute, soll ich, soll ich nicht, es einfach sein lassen, mich nach Hause schleppen, die Treppe hoch und auf die Couch. Nix da, ich muss was wagen, sonst wird es gar nix mehr. Ich entschied mich also, zu fahren. Die Wettervorhersage meldete dann noch einigermaßen gutes Wetter, somit musste ich einfach los. Samstag, viertel vor fünf, der Wecker war gestellt. Zwei Minuten vor dem Klingeln war ich bereits hellwach und stieg aus der Koje. Jetzt bloß keine Zeit verlieren, das Auto einladen, Tanken fahren, Brötchen holen und los auf die Autobahn. Ich merkte bereits nach einigen Minuten, dass es sich heute arg ziehen würde. Aber das wichtigste war ja, überhaupt erstmal loszufahren. Über Köln und Aachen wurde dann Belgien erreicht. Ein zwar kleines Land, aber für mich heute riesig groß, es ging kaum voran. Aber ich gab mir Mühe, immer weiter gen Westen, bis das Meer kommt. Dann noch über hundert Kilometer in den Süden, an Calais und dem Ärmelkanal vorbei. Jetzt machte es Spaß, richtig Spaß. Die Sonne zeigte sich, das Meer konnte man förmlich erahnen. Als weiter, wenig Verkehr, immer weiter in Richtung Süden. Ausfahrt Boulogne, dank Navi wurde der Ground bald gefunden. Alles war gut, außer meiner Fitness. Nichts mehr da, müde, ich ließ mich hinters Lenkrad fallen, kurz entspannen. Was mache ich hier bloß? Trotz erfolgreicher Fahrt kam fast pausenlos die Warum-Frage. Eine Antwort wusste ich nicht. Wie im Chemie-Unterricht nach freien Radikalen, Ionen und anderem Quatsch. Der Wind machte sich bereits nach wenigen Sekunden bemerkbar. Aber jetzt gab es kein Zurück mehr. Nicht dass hier der Eindruck entsteht, ich würde mich quälen. Ich mache das gerne, immer noch wahnsinnig gerne. Gerade in so einer Situation wie jetzt merke ich doch, dass es mich entspannt, auch wenn ich totmüde bin, ausgelaugt und nicht mal mehr auf einem halben Loch pfeife. Es ist genau das, einerseits am Ende zu sein, andererseits aber wieder am Anfang zu stehen und mir im fernen Frankreich mal einen neuen Ground reinzuhauen. Ein nettes kleines Stadion hier in Boulogne, sechs Euro Eintritt für zweite Liga, das ist absolut top. Den Platz auf der Tribüne konnte ich mir dennoch sichern, wie immer clever angestellt. Es war kalt, kalt wie Sau. Es war kaum auszuhalten. Das Match erwärmte keineswegs, gleich zu Beginn hätten die Hausherren führen können, danach gab es nur noch Grütze zu sehen. Ich hielt durch, ich schaffe das. Geil, die Autobahn im Hintergrund, ich im Schatten, die Gegentribüne erstrahlt in der kalten Wintersonne. Den Gästen gelang dann noch ein Tor, wie, das weiß ich jetzt bereits nicht mehr. Ist aber auch völlig egal. Wichtig war ja nur, dass der erste neue Ground in diesem Jahr gemacht wurde. Ein gutes Gefühl. Es ging auch gleich weiter in Richtung Lille, wo am Abend das zweite Spiel der Tour auf mich wartete...

Sonntag, 11. Dezember 2011

FC Ingolstadt 04 - FC St. Pauli 1:0


Letzter Ausflug in diesem Jahr. So sieht es jedenfalls meine Planung vor. Mein Kommerz-Wochenende wurde heute mit einem Besuch im Audi Sportpark abgerundet. Aber der Reihe nach. Es war noch stockfinster, da schlich ich mich bereits aus dem Haus in die Kälte. Bis Partenstein waren die ersten Kilometer zurückzulegen, die Temperaturen sanken auf bis zu minus sechs Grad. Klirrend kalt draußen. Aber egal, das erste Ziel musste ja erreicht werden. Das geschah dann auch ohne Probleme, war mal wieder viel zu früh da. Ich blieb noch bissel im Auto hocken, merkte dann aber wie sich die Kälte breit machte und ging dann freiwillig hinaus. Am Automaten stand eine Traube von Glucken oder Gänsen, je nachdem, wie man das bezeichnen will. Ich kam gerade noch so durch, fein. Dann begann die bequeme Zugfahrt, auf dem Hinweg war das jedenfalls noch so. Ich konnte mich entspannen, ein kompletter Waggon für mich alleine, dazu war die Heizung aufgedreht. So ließ es sich bequem bis Würzburg reisen. Dort dann endlich einen Kaffee geholt beim guten Yormas, einfach schön dort. Hatte diesen Schuppen echt vermisst, Wahnsinn. Die Fahrt ging dann weiter nach Treuchtlingen, auch wieder recht ruhig, dann weiter nach Ingolstadt Nord. Einige Paulianer waren schon zu sehen, wir begaben uns dann auf die Suche nach dem Busbahnhof. Nach einigen unnötigen Metern war dieser auch gefunden, jetzt musste nur noch der Bus kommen. Kam dann auch und ab ging es in rasanter Fahrt in Richtung Sportpark. Natürlich außerhalb der Kernstadt, wie sollte es anders sein. Aber egal, ich war heute ganz gut drauf, wusste ja, dass es bald vorbei sein würde und ich in die verdiente Winterpause gehen kann. Genau so mache ich das. Ich gönnte mir für elf Euro eine Stehplatzkarte, ging dann hinein, kam auch durch mit dem Rucksack. Alles sehr locker, dazu konnte man mit echtem Hartgeld noch was zu Essen erwerben. Feine Sache, schnell runterschlingen und dann ein paar Fotos machen. Ja, es geht noch hier in Ingolstadt, gerade so ist das noch akzeptabel für mich. Aber wahrscheinlich rede ich mir das nur ein, will einfach einen guten Ground am Wochenende machen. Man redet sich das ja immer schön, der eine so, der eine so. Im Prinzip sind diese Arenen ja alle überflüssig, das Problem ist nur, das man ja hin muss. Du musst doch fahren usw. Ja ich muss, ich muss auch hier das versuchen, zu beschreiben. Pauli war heute richtig peinlich, ein Rumgeschiebe hinten rum, einfach nur schlecht. Die Hausherren gaben sich alle Mühe, siegten dann auch wirklich verdient durch ein kurioses Tor mit zwei Stangentreffern. So konnte ich wenigstens ein Törchen zum Abschluss genießen. Kurz danach war es vorbei, ich ging nach draußen und suchte den Bus wieder auf. Alles etwas zäh, so wurde es nochmal richtig knapp und nur fünf Minuten vor Abfahrt des Schnellzuges war ich wieder am verwaisten Bahnhof. Ich kam gerade in den Zug rein, der war sowas von voll, unfassbar. Ich durfte mich genau in die Mitte stellen, von links kamen die Alkoholfahnen, von rechts die Mundgerüche, herrliche Sache. Eine schlimme Fahrt nach Nürnberg, die sich wie Kaugummi zog. Doch dann wurde es kaum besser, die Weihnachtsmarkt-Terroristen zeigten sich jetzt von ihrer besten Seite. Eine wahnsinne Menschenmasse. In Würzburg wurde das sogar noch schlimmer, unvorstellbar. Aber ich biss auf die Zähne und mit zehn Minuten Verspätung war ich wieder am Ausgangspunkt angekommen. Aus und vorbei, das Jahr 2011 scheint vorüber. Fazit gibt es an dieser Stelle keines. Habe da gerade keinen Bock drauf. Ich grüße an dieser Stelle alle Kollegen da draußen, mit denen ich bewusst oder unbewusst unterwegs war. Wie immer gab es überwiegend lustige Momente, dazu natürlich auch ernste Situationen und die Warum-Frage wurde auch des öfteren gestellt. Aber man sollte das dann auch einfach mal so nehmen, wie es kam und zufrieden das Jahr ausklingen lassen. Es ist ja nicht selbstverständlich für mich, das ganze Jahr permanent auf Tour zu sein. Ich bin dafür doch sehr dankbar, vor allem meiner verständisvollen besseren Hälfte, ohne die ich hier schon fast nicht mehr so munter sitzen würde. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein schönes Fest sowie ein paar ruhige Tage zwischen den Jahren. Jetzt benutze ich auch schon diese Floskeln, schlimm. Und ein Fazit habe ich ja jetzt doch irgendwie gezogen...

Samstag, 10. Dezember 2011

1. FSV Mainz 05 - Hamburger SV 0:0


So meine Lieben, Endspurt in Sachen Berichterstattung. Geistig und körperlich befinde ich mich bereits in der Winterpause, werde jetzt aber doch nochmal einen Gedanken ans Hoppen verschwenden und hier kurz von den letzten beiden Kicks des Jahres berichten. Ich hatte Glück, dass meine Hamburger im Dezember in Mainz spielen sollten, gab es wenigstens noch etwas Anreiz für mich dorthin zu fahren. Mit zwei gewonnenen Mitfahrern im Gepäck ging es dann um die Mittagszeit los, Anreise mal wieder mit der Bahn nach etlichen Touren mit dem Auto. Eine komische Fahrkarte mit Kombi-Ticket, allerdings auch mit Zusatzinfo. Am Ende sollte sich nicht rausstellen, ob die Karte gültig war oder wir zu Unrecht damit fuhren. So kostete die Anreise schon mal nix, sehr gut. Es wurde bissel gequasselt und dann in Mainz ausgestiegen. Hier war schon einiges los, überwiegend Hamburger besiedelten den kleinen Weihnachtsmarkt vor dem Hbf. Es wurde noch schnell gefuttert und was getrunken, dann ging es in einen der Pendelbusse und ab hinaus aufs Feld. Dort wo vor einigen Monaten noch Bauer Karl seine Kartoffeln geerntet hatte, wurde mittlerweile ein wunderschöner Kasten im 08/15 Baustil errichtet. Was für eine Grütze, gut dass ich hier nur einmal hin muss. Ich würde mich ja gerne positiv äußern, kann es aber nicht. Millionen wurden hier buchstäblich in den Sand bzw. in den Acker gesetzt. Dagegen ist der Bruchweg ja schon fast eine Kultstätte mit Flair. Aber hier nur Plastik, nicht mal die armen Studenten hat man in Frieden gelassen sondern ihnen den Betonklotz vors Fenster gesetzt. Kurze Orientierung am Wegweiser und dann ab durch die zwei Eingänge am Gästeblock. Hier war man richtig großzügig, ein riesiger Eingang. So konnte man einige Minuten wenigstens den Schriftzug Cofagg Arena bewundern und sich einige Male fragen, was man hier wohl machte. Eine ordentliche Sache gab es dann aber doch noch vom Mainzer Anhang, der eine gelungene Choreografie zeigte. Ansonsten gab es nichts tolles, ein eher schlechtes Spiel, vor allem von den Gästen. Ich ließ mich zumindest ein paar Mal zum Schreien hinreißen, wollte doch unbedingt drei Punkte mitnehmen. Aber auch das wurde mal wieder nichts. Egal, Ground war gemacht und jetzt konnten wir gelassen wieder abdampfen. Hinein in die Busse, schön sortiert wieder zurück zum Bahnhof. Mit der früheren Bahn ging es dann wieder in Richtung Osthessen, kurzer Aufenthalt im Sackbahnhof mit irischer Konversation. Langsam wurde ich müde. Ich wollte nur noch heim. Die Rückfahrt ging dann recht schnell vorüber, es wurde noch bissel geblödelt und dann trennten sich unsere Wege. Was soll ich sagen? Ein neuer Ground war gemacht, doch glücklich bin ich nicht gerade. Aber immerhin konnte ich mal wieder die beiden Kollegen mitnehmen, das war für mich im Prinzip das Schönste an diesem Tag. Auf ein nächstes, demnächst...

Samstag, 3. Dezember 2011

FC Spöck - FC 07 Heidelsheim 2:1


Ich quälte mich an diesem Morgen. Fahren oder nicht Fahren, das war hier die Frage. Ich rief dann halt mal in Spöck an, holte mir die Bestätigung für den Hauptplatz und raffte mich dann auf. Ich musste ja an die Statistik denken, wenigstens eine dreistellige Spielezahl dieses Jahr erreichen. Gerade wollte ich aus der Haustüre raus, da rief mich Asche an und fragte, was ich heute machen würde. Wir verständigten uns dann auf eine gemeinsame Fahrt. Kurze Zeit später trafen wir beide am verwaisten Parkplatz ein und dann ging es gemeinsam in Richtung Karlsruhe. Mieses Wetter heute, Wind und zeitweise guter Regen, das trübte doch ein wenig. Ich war ziemlich müde, steigerte mich dann aber kurz in eine Motzphase hinein und verpasste flugs die Ausfahrt in Richtung A5. So ein Mist, unnötige zehn Minuten Zeitverlust. Aber es war alles noch im grünen Bereich. Spöck war dann bald in Sicht, der Sportplatz dann auch. Ein Auto mit Remscheider Nummer machte uns dann stutzig, und tatsächlich, das bekannte Gesicht strahlte uns aus dem Vereinsheim an. Also mal hineingehen und siehe da, noch zwei weitere bekannte Gesichter waren am Start. Ein unverhofftes Aufgebot hier heute. Bei stürmischem Wetter ging ich dann gleich mal in Richtung Tribüne oder Überdachung, wie man es auch bezeichnen mag. Für mich ist es halt eine Tribüne. Eine schöne Anlage, gefiel mir ganz gut. Alt und holprig, nichts von Plastik und ähnlichem zu sehen. Spielerisch war das grottig heute, ganz schlecht und lustlos. Immerhin gab es noch ein paar Besonderheiten heute. Die erste war die komische Aufstellung mit Schiedsrichterin, einer Linienrichterin und einem Linienrichter. Über die Frauenquote konnte sich heute also keiner beschweren. Mitte der zweiten Halbzeit wurde dann dem Weißbier-Freund in übler Weise mitgespielt und sein fast noch volles Glas in drei Teile zerschossen. Ein handfester Skandal. Nach kurzer Behandlungspause wurde dann selbstverständlich Nachschub geholt. Kurz vor Ende gab es dann noch ein sehenswertes Tor vom Gästekeeper, der den Wind mal kräftig ausnutzte und mit einem satten Abschlag zum Anschlusstreffer einnetzte. Kurz darauf war dann Schluss und wir traten wieder die Heimreise an. Auf den Kick in Mutterstadt verzichteten wir dann letztendlich, war mir zu sinnlos, irgendeinen Kunstrasen anzusteuern um unbedingt noch einen Kick zu sehen. An der Tanke kurz vor der Autobahn gab es dann noch eine kleine Diskussion mit dem Tankgehilfen, der fragt, ob er denn bei mir tanken sollte. Hör uff mit dem Quatsch, hock Dich vors Radio und hör Dir die Bundesliga an. Meine Güte, überall wird man nur noch belästigt. Auch die Schlusskonferenz ist nicht mehr das, was sie mal war. Völlig übertrieben wird hier allerlei Quatsch erzählt, Bayern gegen Bremen als Süd-Nord-Derby bezeichnet. Genau, es ist quasi ein Deutschland-Derby bzw. ein Welt-Derby oder ein Weltall-Derby...

Donnerstag, 1. Dezember 2011

KSV Bingenheim - SV Germania Schwalheim 1:1


Heute stand mal wieder Grütze auf dem Programm, muss ja auch mal wieder sein. Unter der Woche gab es nur ganz wenig Auswahl, da einigte ich mit dem Kollegen auf einen Ausflug in die Kreisliga Friedberg. Was will man auch großartig machen, wenn man eh schon in den Seilen hängt und sich kaum aufraffen kann. Bei sehr milden Temperaturen ging es dann nach kurzem Aufenthalt zu Hause los in Richtung Selbold, wo der Kollege auch schon sehnsüchtig auf mich wartete und gleich zustieg. In wenigen Minuten war die Hinfahrt bereits Geschichte, nur ein paar Minuten über die Autobahn düsen und schon war man am Ziel. Nichts dolles hier in Bingenheim, immerhin nur einen Platz und den noch aus Naturrasen, da ist man doch schon zufrieden genug. Angestoßen wurde dann auch fünf Minuten früher, was natürlich die Laune noch etwas besserte. Wir übten uns im Dummschwätzen, kamen heute aber nicht ganz so gut in Fahrt. Aber es wurde ein bequemer Abend, bei leichtem Wind und nassem Gras verfolgten wir mehr oder weniger den Kick. Ich bekam immerhin noch ein Tor live mit, während der Woody pausenlos auf seinem neuen Flachding rumdrückte und somit beide Tore verpasste. Guck halt mal Fußball, anstatt an einer Tour da auf dem Flachding rumzudrücken. So musste er sich mit einem verschossenen Elfmeter sowie vier Pfostenschüssen zufrieden geben. Ansonsten sei noch zu erwähnen, dass es überraschender Weise hier heute sogar Karten gab mit aktuellem Tagesdatum. Hätte eigentlich mit Nichts gerechnet. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu erzählen. Gut zehn Minuten früher konnte man schon wieder die Heimreise antreten, noch bissel Fastfood erwerben und dann den Rest des Abends auf dem Sofa verbringen...

Sonntag, 27. November 2011

SC Langenhagen - TSV Ottersberg 1:0


Schlafen konnte ich kaum. Der Wind, besser gesagt Sturm, machte sich des öfteren bemerkbar und so wälzte man sich nur hin und her. Schön warm hier drinnen, lass es doch draußen blasen. Ich hatte aber dann doch irgendwie Angst, dass deswegen heute noch das Spiel ausfallen würde. Es war wirklich schlimm draußen, noch kälter als gestern, noch windiger, noch stürmischer. Dann fahre ich halt mal früh los und schaue mich in Langenhagen um, ob da was kritisch ist. War es aber nicht, letztlich konnte auch einigermaßen anständig gekickt werden. Aber man weiß es ja nie, hat der Schiri Lust, findet er es zu gefährlich und so weiter und so fort. Aber es war ja immerhin Oberliga, da kann man das ja schon mal durchziehen. Ich genoss noch einen Kaffee im Clubheim, dann noch einige Minuten im Auto abasseln, wie immer halt. Aber egal, ich assele lieber da rum, als zu spät zu kommen. Dann ging es los, am hinteren Eingang rein. Karte? Ja, gibt es. Wird aber eingerissen. Nix da, gib mir eine richtige, ich will nicht so einen kaputten Kram haben. Ich sah dem Kassierer in die Augen, wich nicht von der Seite. Ich siegte, der Kollege nebenan klopfte ihn dann weich. Dann gib ihm halt eine richtige Karte. Gut so, Herr Kollege. Mit der vollen Ausbeute konnte ich dann gelassen das Match verfolgen. Auch das war gut anzuschauen, nicht ganz so gut, aber interessant und spannend. Aber was für eine Kälte. Unfassbar, ich versuchte alles. Meine Güte, was ist hier los. Jetzt kam auch noch Regen dazu, es peitschten die nassen Böen über den Platz. Gut, dass es hier auch eine Tribüne gibt, ist man doch als Zuschauer wenigstens etwas geschützt. Man wurde von links und rechts zugequalmt, an einer Tour. Raucht, raucht, bis Euch der Qualm aus den Ohren kommt. Und die nächste, und die nächste. Es stach, der Kopf brummte und es stank. Ich pendelte, von dort nach dort. Es ging. Bis auf die Kälte. Die Runde drehte ich dann kurz vor Schluss, als es aufhörte zu regnen. Noch schnell das Maskottchen fotografieren und dann nichts wie zum Auto. Jetzt begann die Heimreise, die aufgrund des schlechten Wetters nicht ganz so schnell gemeistert werden konnte. Aber lieber etwas vorsichtiger fahren, als im Graben zu landen. Das heimische Radio bot wieder allerlei fragwürdige Dinge. Ach, was wurde der benachbarte Bundesligist wieder gelobt, als er die Bayern geschlagen hat. Da der heimische Zweitligist ja heute das erste Mal verloren hatte, musste halt wieder was aus Rheinland-Pfalz präsentiert werden. Dazu wurde die gewohnte Grützenmusik gespielt. Aber man empfängt hier ja nichts anderes, nur diesen Plastik-Sender. Die Autobahn wurde dann gewechselt und noch ganz gut in der Zeit wurde die Heimat wieder erreicht. Es war gut, erfolgreich und schön. Ich war wieder etwas vorangekommen, hoffentlich geht es noch etwas so weiter. Aber das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende zu, fraglich, ob da noch viel geht. Ich werde mir Mühe geben...

Samstag, 26. November 2011

Hannover 96 - Hamburger SV 1:1


Springe ließ ich hinter mir. Es ging zurück in den Dunstkreis der Großstadt, vorher musste aber noch sicherheitshalber was zu Essen besorgt werden. Danach wurde das ganze Zeugs samt Gepäck im Hotelzimmer verstaut, kurz geordnet und dann ungeachtet stehen gelassen. Die S-Bahn sollte gleich kommen, Haltestelle direkt vor der Nase. Keine zwei Minuten waren das, sehr gut ausgesucht. Die Bahn kam dann auch schon bald und mit dem üblichen Bundesliga-Volk ging es hinein ins Zentrum und zum ehemaligen Niedersachsenstadion. Ein paar Meter ging ich dann noch zu Fuß, schön locker, entspannt und mit einer Karte im Sack. Beim Hartplatz der Elite wurde dann standesgemäß angehalten und was gegessen, so muss das sein. Der Eingang wurde von ein paar Uniformierten bewacht, macht auch Sinn, wenn es heute ein Derby zweier befreundeter Fangruppen gab. Wirklich großes Kino, gut organisiert. Dann ging es weiter zur Finanzoptimierer-Arena. Dort wurde man gründlich durchsucht, erhielt dann die Auskunft, dass die Digitalkamera nicht mit rein darf und abgegeben werden muss. Auch das ist ganz großes Kino. Weltklasse! Ja was macht man mit seiner Kamera im Stadion? Natürlich schleudert man sie gleich auf den nächstbesten Spieler, Reporter oder Kameramann. Am Besten noch die Batterien vorher rausnehmen und die auch einem an den Kopf werfen. Ich könnte mir aber auch die Packung Hustenbonbons auf einmal ins Maul stecken und dann daraus eine Streubombe machen, sie umherspucken wie ein Maschinengewehr. Zum Schluss ersteche ich noch jemanden mit dem Hotelschlüssel. Ihr Penner. Ich beobachtete das Treiben, nicht jeder kontrollierte auch die Hosentaschen. Dann wurde die Kamera halt dort reingesteckt und schon war man auch schon drin und konnte für sich selbst ganz private Fotos machen. Ansonsten war es ein gutes Nordderby. Das Stadion ist, trotz des Namens, doch noch ganz ansehnlich, nicht so ein Einheitsbrei wie der Rest der Liga. Hier ist es noch bissel gemütlich und auch optisch ganz passabel. Kontrolliert wurde drinnen übrigens kaum, ich konnte mich ohne Probleme nach oben schleichen und einen der besten Plätze ergattern. Die Hamburger zündelten heute ganz gut, auch der Support war ordentlich. Ebenso das Spiel auf dem Rasen. Die Hausherren hatten anfangs zwei, drei tausendprozentige Möglichkeiten, danach wurden sie aber vom Urgestein der Liga richtig an die Wand gespielt. Das sah richtig gut aus von "meinem" HSV. Ich wusste aber dennoch, dass es nach der Führung nicht einfach werden sollte. Genau so war es auch, durch einen Sonntagsschuss gelang 96 noch der mehr als glückliche Ausgleich. Ich war angefressen, richtig weh tat das. Heute hätte man einiges an Sicherheit gewinnen können. Aber nix da, es wurde verpennt. Kurze Zeit später war alles wieder gut. Hotel war erreicht, noch früh am Abend, ich konnte mich bettfein machen. Heute ging nicht mehr viel, auch im Fernseh kam nur der übliche Quatsch. Gut, dann machen wir halt die Augen zu und lauschen dem Wind...

FC Springe 1911 - SC Victoria Sachsenhagen 2:2


Eine Zeit ohne Fußball? Ja, das geht. Und man merkt es nicht mal. Die Tage vergehen wie im Fluge, die Wochen ebenso. Man merkt es nicht, man kriegt es nicht mit. Morgens im Dunklen raus, abends im Dunklen heim. Egal, immer weiter, mit Vollgas gegen die Wand. Wenn man erst mal dran hängt, ist es zu spät. Vielleicht lässt dann wenigstens mal einer einen Gruß auf derselbigen zurück, stellt ein Kerzchen davor auf und legt Blumen nieder. Nein, dann doch lieber den Hamster im Laufrad spielen, ist um einiges besser. Es ging also an diesem Wochenende mal wieder auf Tour, wenn schon nichts gescheites in den letzten Tagen gemacht wurde, dann machen wir halt diesmal was. Es bot sich eine kleine Reise nach Hannover an, da das Nordderby der ersten Liga erst am Samstagabend stattfand und man so vorher noch schön was machen konnte und auch am nächsten Tag genug Auswahl da oben hatte. Mir war schwindelig, dennoch ging es früh gegen acht Uhr los an diesem kalten aber trockenen Samstag. Ich konnte recht entspannt fahren, trotz leichter Halsschmerzen ging es ganz locker voran, zudem mit den frisch aufgezogenen Winterreifen, fein. Die Strecke zog sich dann doch bissel wie Kaugummi, aber gegen die Mittagszeit war Hannover dann erreicht. In einem Vorort konnte ich mir eine Bleibe suchen für diese Nacht, dort wurde zunächst mal der Schlüssel geholt, bevor es dann weiter nach Springe gehen sollte. Alles ganz locker hier, noch bisschen rumfahren und schon war der Ground erreicht. Sah schon mal gut aus von außen, die Eckfähnchen flatterten im Wind. Gefühlt waren das heute Minusgrade, auch wenn es in Wirklichkeit fast zehn Grad plus waren. Ein unbeschreiblicher Wind, eine Kälte, einfach schlimm. Doch jetzt gab es ja kein Zurück mehr. Kappe auf und durch, erstmal noch im Vereinsheim aufwärmen, dann das Spiel anschauen. Es war gut, richtig gut. Sehr kurzweiliger Fußball, kann ich wirklich nicht anders sagen. Herrlich, dazu eine Tribüne sowie eine gute Karte, ach, manchmal kann es so schön sein. Es machte Lust heute, nach so langer Zeit. Richtig schön. Auch wenn man kein Qualitätsfahrer ist, so hatte ich heute doch das Gefühl, was Gutes gemacht zu haben. Jawoll, ich bin ich und nicht Ihr. Manchmal wäre ich zwar gerne Ihr, aber meistens bin ich doch lieber ich. Ein schöner Kick war dann allmählich zu Ende, für mich war es Zeit, weiterzufahren zum Nordderby nach Hannover. Mal schauen, wie das wird. Bin ja nicht unbedingt ein Freund der ersten Liga, doch das kann man sich ja mal anschauen. Die Heizung wurde angeschmissen und der erste Gang eingelegt, danach folgte der zweite, der dritte usw...

Samstag, 12. November 2011

SG Sonnenhof Großaspach - KSV Hessen Kassel 6:1


Das für Freitag geplante Match in der Regionalliga Süd wurde kurzfristig auf den heutigen Samstag verlegt, was mir letztlich entgegenkam. So konnte ich ganz in Ruhe fahren, ohne Hetze nach der Arbeit. Die Anreise verlief dann etwas kompliziert, total ohne die sonst so rechtzeitige Planung ging es los. Tja, so ist das halt, wenn man am Freitagabend nichts mehr hinbekommt, total platt und fertig ist, einfach nichts mehr auf die Reihe bekommt. Aber es war heute ja kein weiter Weg, gerade mal knappe zweihundert Kilometer einfache Strecke. Erstmal musste getankt werden, dann ging es durchs Geräusch und dann mal wieder auf die A3 in Richtung Süden. Eine schöne Fahrerei heute, entspannt, ohne Eile, ganz gemächlich wurde dahingetuckert. Es wurde dann noch eine ungewöhnliche Kaffeepause eingelegt, da einfach noch viel zu viel Zeit war. Also noch schnell was runterschlabbern und dann weiter fahren. Wenige Zeit später war ich dann am Fautenhau angekommen. Zu meiner Überraschung mussten nicht die angekündigten vier Euro für den Parkplatz gezahlt werden. Sehr schön. Der alte Platz wurde jetzt schön begradigt und mit Plastikgrün belegt, ach wie fein das aussieht. Schlecht, einfach nur schlecht. Dafür sieht der neue Ground doch ganz passabel aus. Gut, ist vielleicht übertrieben, aber es gibt wahrscheinlich miesere Neubauten. Hauptsache, das kanadische Blockhaus steht noch. Ob das jetzt auch aus Kunststoff ist, konnte ich nicht erkennen. Meine Güte, was war das heute ein Auftritt von den Kasselanern. Unterirdisch schlecht, schlecht ist gar kein Ausdruck. Das hatte überhaupt nichts mit Fußball zu tun. Gar nichts, einfach ohne Worte. Es wurde über den Platz getrabt, als wolle man die letzten Gänseblümchen pflücken. Habe selten so etwas schlechtes gesehen, dazu noch bei einem Traditionsclub. Die Spieler sollten sich mal fragen, ob sie sich bewusst sind, was sie da tun. Da wird die blonde Mähne über den Platz getragen, rumgeeiert als würde man über den Laufsteg gehen. Von Seite der Einheimischen war das fußballerisch wenigstens ordentlich, über den Rest mag ich gar nicht reden. Typisch moderner Fußball. Ein Tabellenführer, und keiner will ihn sehen. Nicht mal das halbe Dorf war heute da. Aber egal, abhaken und wieder nach Hause fahren. Gute Mucke im Radio, das spornte an. Dann wieder über Tauberbischofsheim zurück, schon wieder einheimischer Radiodreck mit dummem Gelaber. Da wird in den Sportnachrichten nicht mal das Kassel-Spiel erwähnt, stattdessen davon erzählt, dass irgend jemand das Gestöhne beim Frauentennis verbieten will. Da könnte ich schon wieder toben. Dann sollen sie es ganz lassen, irgendeinen Song zum tausendsten Male wiederholen oder vom Sporthaus Kabs erzählen. Was solls, der Ski Max wurde heut nicht mehr gesichtet und auch der XXX Lutz mit dem roten Stuhl blieb verschwunden. Nichts mehr los da draußen, alles nur noch einsam und trist. Aber immerhin zeigte sich das Wetter heute nochmal von seiner guten Seite. Herrlich...

Sonntag, 6. November 2011

FC Germania Forst - FV Neuthard 3:0


Ich bin müde. Es ging heute früh raus aus dem Bett, ich musste ja mal schauen, ob und wo heute was ging. Schön, Forst spielt mal wieder zu Hause. Ok, ich versuche es nochmal mit dem Hauptplatz. Fahrtzeit nur etwa neunzig Minuten, kann man also noch in Ruhe frühstücken und stressfrei in den Tag starten. Die Fahrerei war dann wie gehabt. Auf der Hinfahrt noch recht frei, um zwei Uhr war ich am Ground angekommen. Nicht schon wieder, die laufen sich auf dem Nebenplatz warm. Ich hatte zwar vorher angerufen, doch in solchen Sachen bin ich ja grundätzlich misstrauisch. Nochmal an der Kasse fragen und dann halt reingehen, wird schon klappen heute. Und es klappte. Forst ist somit im Sack, noch fünf in der Druha Liga usw. und sofort. Jawoll, bissel Fahrt aufnehmen, gleich kommt der Tatort. Es war nett heute, der Ground ist ja ganz ok, die Sonne schien und es war warm. Die Jacke konnte ich getrost im Auto lassen. Die Reserve war gerade fertig, für mich das Signal, die üblichen Bilder zu machen. Die Tribüne strahlte in der Sonne, ach wie is des schee. Man kann es ja auch mal gut haben. Obwohl, mir geht es ja eigentlich ganz gut. Ich bin ja ich und nicht ihr oder sie, nur ich. Ich schaute also mit mir das Match an, uns gefiel es ganz gut. Wir saßen schön in der Sonne und schauten auf das satte Grün. Wir mussten feststellen, dass es ein guter Kick war, kaum zu glauben. Trotz Kreisliga, fast keine Fehlpässe, zügig nach vorne, gute Möglichkeiten und kaum Gemeckere. Wunderbar, so war es gut auszuhalten. Das gefiel uns. Also nur uns. Ich war ja nur mit mir angereist. Gut, das Auto hatten wir noch dabei, aber das wars. Genug gelabert, kommen wir wieder bissel runter und beschreiben den Rest des Tages sachlich. Forst war also im Sack, jawoll. So muss das sein. Auf dem Nebenplatz wurde damals ja gegen Pforzheim gespielt, warum weiß wohl kein Aas. War damals ähnliches Wetter wie heute. Egal, es zählt nur noch das Jetzt und Heute. Ich war und bin zufrieden, auch wenn ich kein Qualitätsfahrer bin und nur um den Abstieg spiele. Ich habe immerhin Tradition, schaue immer neunzig Minuten und nur Herren. Wurscht, alles Wurscht. Oder oder oder? Egal, lassen wir das, kommen wir zum Ende, der Tatort geht gleich los. Schöne Grüße an alle Kollegen da draußen, ob unterwegs oder zu Hause. Zwei Tribünen konnten also an diesem Wochenende in die Sammlung mit aufgenommen werden, was will man mehr?

Samstag, 5. November 2011

VfB Eichstätt - BCF Wolfratshausen 0:0


Ein guter Tag. Ein herrlicher Tag. Es stand Landesliga auf dem Programm, wunderbar. Aber der Reihe nach, vielleicht interessiert es ja jemanden. Heute probierte ich das mal mit Partenstein aus. Etwa vierzig Minuten Fahrtzeit, dann war ich auch schon da. Trotz guten Tempos braucht man doch knapp vierzig Minuten. Gut, das hätten wir also. Dann noch bissel warten, bis der Zug nach Würzburg einfährt. Schon ein paar Nürnberger am Bahnhof, die hatten ja heute ein Heimspiel. Aber auf der Hinfahrt ging es noch, obwohl sich der Zug immer mehr füllte. Die alten Omas eine Sitzreihe vor mir übten sich im Krachmachen, sie unterhielten sich in einer Lautstärke, meine Güte. Aber zu Hause wahrscheinlich über die Jugend motzen. Egal, Würzburg war erreicht, jetzt umsteigen nach Treuchtlingen. Es wurde ruhig, schön ruhig. Eine entspannte Fahrt also. Musik auf die Ohren und die Augen schließen. Gut zwei Stunden später kam ich dann dem Ziel ein gutes Stück näher. Die letzten Schienenkilometer wurden mit einer kleinen Bahn zurückgelegt, die Stadt war dann erreicht. Schön hier, doch, kann man nicht anders sagen. Eine schöne Innenstadt, zwar schon ziemlich leergefegt, doch recht anschaulich. Alte Gebäude, sauber, trocken, schön. Ein paar Minuten zu Fuß, dann sah ich auch schon den Ground auf der rechten Seite. Aha, hier wird also das nächste Spiel meines Lebens stattfinden. Jetzt musste ich nur noch den Eingang finden, also einmal drumherum und dann sieben Euro latzen, schon war ich drin. Auch hier war es schön, bei gutem Wetter wurde erstmals seit langer Zeit wieder ein Weißbier verdrückt. Schmeckte schonmal gut. Das war dann auch bald leer. Gut, bestelle ich gleich noch eins hinterher. Eine heimische Marke, die schmeckte allerdings richtig mies, gar nicht nach Bier sondern nach Plastik. Schon wieder Plastik? Es wurde hinuntergewürgt und bald merkte ich, dass ich bissel schwerfällig wurde und nicht mehr viel mitbekam. Die Kopfschmerzen kamen dann auch, vielleicht auch wegen dem Spiel. Richtig schlecht, es wurde kaum was geboten. Aber egal, der Ground ist ja gut. Auch nach der Pause wurde es nicht besser, nur ein zwei Chancen. Naja, wenigstens noch ein Bier weggekippt, so dass ich vollends abbaute. Das Spiel war dann vorbei, torlos ging der Kracher zu Ende. Was solls, der Rest stimmte heute absolut, kein Problem also. Ich hatte noch eine knappe Stunde Zeit, musste somit nicht hetzen und konnte noch paar Fotos hier und da machen. Dann ging es wieder zurück. Bis Treuchtlingen war alles ok, dann aber keine Durchsage nach Anschlüssen, Zug war eh schon verspätet. Ich sah auch nichts auf den anderen Gleisen. Gut, dann wird die Strecke nach Würzburg noch gesperrt sein. Der Verbindungsausdruck zeigte dies aber nicht. Der Zug fuhr los und da sah ich den Anschluss auf einem hinteren Gleis. Ich fluchte, bin einfach zu doof für diese Welt. Hatte halt Angst, hier zu versauern, wenn nach Würzburg nichts fahren sollte. Totaler Mist, eine Stunde später nun erst zu Hause. Und dann noch über Nürnberg, wo die ganzen Fußballkunden sich noch aufhalten. Ich war kurz vorm Randalieren, blieb aber ruhig und suchte mein Glück in der Ruhe. Eine elend lange Rückfahrt, über Bamberg und Schweinfurt. Dazu kam noch eine Personenkontrolle, die mich als Ödipus Zeppelin entlarvte. So buchstabierte jedenfalls die Politesse meinen Namen. Herrlich, musste fast lachen. Musste mich arg zurückhalten. Irgendwann war aber Partenstein wieder erreicht. Schnell raus aus dem Zug, die Deppen alleine weiterfahren lassen. In zügigem Tempo ging es dann bei kalten Temperaturen wieder zurück. Es war ein guter Tag für mich heute, ich bin seit langem mal wieder zufrieden und Eichstätt hat mir wirklich gefallen. Weiter so, vielleicht geht ja noch bissel was in Richtung Jahresende...