Samstag, 3. August 2013

VfL Pinneberg 1945 - FC Elmshorn 1920 1:1

Während in der Küche das Hackfleisch lecker vor sich hinbrutzelt, nutze ich die paar Minuten, um hier etwas weiter zu kommen und den nächsten Bericht in trockene Tücher zu packen. Gedanklich bin ich voll dabei, lasse den schönen August sowieso immer und immer wieder Revue passieren und schaue zurück auf die vielen schönen Touren und Spiele. Für mich ist und war das ja auch weiterhin nicht alles selbstverständlich. Und das in vielerlei Hinsicht. Deshalb herrscht bei mir immer wieder innere Dankbarkeit, an mich selbst und an meine bessere Hälfte. Die Partie in Rugenbergen war also zu Ende, mit gemütlichem Tempo wurde wieder losgetrabt in Richtung Bahnhof. Vorher nochmal was zu Futtern holen und dann wieder über die Buckelpiste zum Bahnsteig. Die Füße begannen jetzt zu schmerzen. Aber es wurde durchgehalten. Über einen Umstieg wurde Pinneberg dann erreicht, der Ort, wo ich ja letztes Jahr schon mal eine Nacht lang verweilte. Das Stadion, welches vom Optischen noch völlig unbekannt war, liegt am anderen Ende des Parks, der direkt am Bahnhof beginnt. Bei immer noch sehr warmen Temperaturen wurde somit eine kurze Wanderung ausgepackt und man konnte sich bissel in den Schatten begeben. Dann tauchte das Ding rechts auf, man wurde schön durchsucht und erhielt dann eine Verbandskarte, wie erwartet. Aber der Ground entschädigte doch ganz gut, eine schöne alte Anlage mit Tribüne, mitten im Wald, herrlich gelegen. Auf der Gegenseite gibt es auch noch eine größere Ansammlung von Bänken, insgesamt eine richtig gute Anlage. Und wenn man sich vorher nicht im Detail Bilder davon anschaut, ist es immer noch etwas überraschender. Das versuche ich ja aktuell bissel zu vermeiden, man muss ja nicht alles bis ins kleine Detail vorher schon anschauen, nur die groben Dinge sollten halt geklärt sein. Irgendwie hat sich das immer mehr eingeschlichen, zu viel ist halt passiert mit ekligen Nebenplätzen und so weiter und so fort. Heute ging aber nichts mehr schief, im Gegenteil. Man ließ sich oberhalb der Stehränge nieder und beobachtete das Treiben. Ein gutes, schnelles Spiel mit vielen guten Szenen, das ist der wahre, schöne Amateurfußball. Bitte mehr davon! Hier ist man noch bei der Sache, hier ist man noch voll dabei. Nach dem Schlusspfiff wurde wieder der Bahnhof aufgesucht, vorher noch die Plastikflasche aus dem Gebüsch ziehen und schon konnte es wieder losgehen. An die Heimreise habe ich jetzt leider keine großen Erinnerungen mehr. Ist halt so, muss man halt damit leben, wenn man immer hier zu Hause brav in der Stube die Dinge niederschreibt, auch wenn es mal mehrere Wochen dauert. Manchmal wünschte ich, ich würde es aufs Papier bringen, also richtig aufs Papier schreiben. Aber das ist ja alles nicht mehr zeitgemäß in unserer heutigen Welt. Aber das muss ja nicht meine Welt sein. Wo habe ich nur Papier und Bleistift gelassen...

SV Rugenbergen - Meiendorfer SV 4:1

Nach einer eher durchwachsenen Nacht ging es an diesem schönen Samstag Morgen in den Speisesaal zum Frühstück. Dies war eines der wenigen, das ich während der D-Pass-Zeit genießen durfte. So ließ ich es krachen, Weckle mit Wurst, Käse und Ei, feine Sache. Dann aber schleunigst weiter, noch schnell das Zimmer bezahlen und zum Bahnhof laufen, denn an diesem Tage warteten mal wieder zwei Spiele auf mich. Bereits nach den fünf Minuten Fußmarsch war ich schon wieder durchgeschwitzt bis ans Ende, ein Wahnsinnswetter. Aber auch so hatte ich meinen Spaß. Schnell noch eine Karte in die Heimat schreiben und dann in den ersten Zug steigen, der mich nach Bremen bringen sollte. Dort gab es dann eine lustige Unterhaltung mit einem Bahnbediensteten, der den Leuten die Koffer die Treppe hochtrug. Die Leute hätten so viel Mist dabei, schimpfte er. Recht hat er, nur noch Koffer, Taschen, Klaviere, Garagen. Alles mit dabei, nur die eigenen Gedanken nicht. Auf die Frage einer Dame, wo denn Gleis 8 sei, antwortete er verkniffen mit "zwischen Gleis 9 und Gleis 7". Sensationell, wie ich fand. Auch er war der Meinung, dass die Menschheit nur noch am Verblöden ist und nix mehr auf die Reihe bekommt. Auch da hat er wohl Recht. Dann war das Schauspiel aber vorbei und der IC nach Hamburg fuhr ein. Kein Platz mehr frei, stelle ich mich halt in den Zwischenraum und gammel da etwas herum. Dann passierte es, der Zug stoppte in irgendeinem Bahnhof und es wurde durchgesagt, dass es einen Notarzteinsatz geben sollte in unserem Zug. Das wird das Ende sein, dachte ich. Die Türen wurden geöffnet und die ganzen Trottel stiegen aus. Auch das noch. Die wieder einzufangen, wird schwer. Der Notarzt kam aber gleich und nach gar nicht mal so langer Zeit wurde die Fahrt fortgesetzt. Allerdings waren es schon satte 25 Minuten und der erste Anschluss nach Rugenbergen war somit futsch. Der Kollege beruhigte mich aber schnell mit einer späteren Verbindung, die auch noch passte und es somit noch klappen sollte. In Hamburg dann den Mitfahrer getroffen und zusammen ging es mit der S-Bahn weiter. Oder war es ein Regionalzug? Keine Ahnung, was das war. Ist ja auch nicht so wichtig. Das Aufkommen war jetzt allerdings schon groß und in Grüppchen wurde zum Ground gelaufen. Naja, das kann ja heiter werden. Nach kurzem Umweg wurde der Eingang doch noch gefunden und überraschender Weise gab es sogar ganz passable Karten hier. Auch der Ground wusste zu gefallen, immerhin eine schöne kompakte Tribüne, dazu noch ein paar Stufen auf der Gegenseite und ein Rasen wie ein Teppich. Köstlich, hier konnte man also getrost das erste Spiel des Tages anschauen. Und auch das enttäuschte nicht, schneller und guter Fußball von den Hausherren, die am Ende locker und verdient gewannen. Teil eins an diesem Tage war somit erledigt, sehr zufriedenstellend mit einer glatten zwei. Kurz noch was zum Futtern holen und dann wieder zurück in Richtung Hansestadt. Das zweite Spiel sollte in Kürze folgen beim VfL Pinneberg...

Freitag, 2. August 2013

TuS Pewsum - BSV Kickers Emden 0:1

Viel Lust habe ich nicht gerade, aber im Hinblick auf die kommenden Tage ist es besser, noch bissel was zu schreiben (haha, der Versuch war da, aber es blieb bekanntlich dabei). Lust habe ich momentan eigentlich nur auf die Arbeit, die macht Spaß, das andere läuft so nebenher und meistens an mir vorbei. Aber das wird sich dann spätestens ab nächster Woche wieder ändern. An diesem Freitag sollte es also nach Pewsum gehen, wo das Spiel der Spiele in diesem Jahr stattfinden sollte gegen den großen Nachbarn aus Emden. Fraglich war allerdings, ob ich das überhaupt ansteuern oder gar ganz zu Hause bleiben sollte. Am späten Donnerstag war die Sache praktisch schon abgehakt, dann die Chance auf eine kostenlose Mitfahrgelegenheit bekommen und doch noch für die Tour entschieden. Stundenlang nach einem Hotel geschaut, dann einfach das nächstbeste genommen und die Sache war somit vom Tisch. Jetzt hoffte ich natürlich, dass die Kollegen es auch nach Pewsum schaffen. Sollte es nicht klappen, muss ich halt alleine mit dem Taxi fahren, war mir jetzt auch egal und zog die Sache durch. Die Schmiede wurde sehr früh verlassen, kaum da und schon wieder weg. Wenigstens mal effektiv Stunden abgebaut. Die erste Verbindung fiel schon mal ins Wasser, ICE fällt aus. Also zog es mich erst mal nach Würzburg, dort ist wenigstens etwas Leben und man kann besser verweilen. Nach einer knappen Stunde ging es dann gen Norden, die gewohnte Strecke bis nach Hannover. Jetzt kam es darauf an, wieviel Verspätung der IC aus Leipzig wohl hatte. Aber nix da, der stand einfach schon auf dem Gleis und war abfahrbereit. Jetzt war deutlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Zügig ging es weiter, bei einer Affenhitze im Viehwagen, sagenhaft. Das nächste Ziel Oldenburg wurde bald erreicht und es ging aufs andere Gleis um noch nach Emden zu fahren. Das zog sich leider etwas, Verspätung machte sich breit. In Leer wurde dann gedreht und die letzten Meter waren daraufhin bald geschafft. Noch eine gute Stunde Zeit, raus aus dem Bahnhof und das erste Taxi genommen, Pewsum hieß das Ziel. Gleich mal die Rückfahrt schon klar gemacht und los ging es. Wird ja nicht so weit sein, dachte ich. Allerdings irrte ich da gewaltig. Es war weit, kaugummiweit. Satte 25 Euro die einfache Fahrt, aber was solls, ich will ja ans Ziel meiner Träume. Nach vielen Stunden war ich also doch tatsächlich angekommen während es der Rest leider nicht schaffte und in Höhe von Osnabrück hängenblieb. Der Ground ist jetzt nicht überragend, aber als Tribüne kann man es schon werten, nette Eintrittskarte und Hefte, es wurde alles eingesackt was ging. Leider begann die Partie schon mal mit sechs Minuten Verspätung, das geht ja gut los. Dann auch noch eine Trinkpause, und das bei lauem Sommerwetter. Meine Fresse, wie sich das breitgemacht hat. Bald wird in Vierteln gespielt und es gibt noch jeweils ein Time Out, wunderbar. Das Spiel war in der ersten Hälfte noch normal und ok, in der zweiten jedoch steigerte es sich zu einem Schauspielfestival. Es wurde sich gekrümmt was das Zeug hielt, geschauspielert, gepöbelt, gemosert. Nur gespielt wurde nicht mehr. Das wird wohl schwer werden mit dem Zug nach Leer, mal schauen, was noch geht. Sagenhafte fünfzehn Minuten später wurde endlich abgepfiffen und ich konnte ins Taxi springen. Jetzt aber los, den Zug muss ich kriegen, will ich den Tag noch ruhig im Hotel ausklingen lassen. Mit überhöhter Geschwindigkeit ging es zurück, der Lappen war jetzt in Gefahr. Zum Glück war es nicht meiner. Aber es ging alles gut, der Bahnhof wurde erreicht, ich musste blechen und durfte dafür den Zug noch erreichen. Treppe hoch, Treppe runter, aussteigen lassen, einsteigen, abfahren. Abgefahren dieser Tag, Hektik pur, durchgeschwitzt bis hinnewitt, batschnass. Batschnass aber glücklich, so konnte man das jetzt beschreiben. Ich irrte dann noch etwas durch das leere Leer, suchte noch was zum Beißen und machte mich dann ins Hotel. Mit glänzender Stirn wurde ich ins Zimmer gebracht, sieht gut aus, gemütlich und sauber. Hatte sich somit also jeder Euro gelohnt am heutigen Tage. Suppe gab es zwar keine mehr, aber auch so war ich hochzufrieden mit meiner Leistung heute. Im Ersten wurde noch ein Saarbrücker Tatort geschaut, von dem ich komischerweise nur das Ende kannte, nicht aber den Rest. Die Dusche wurde kurz vor Mitternacht noch mal angeschmissen und kurze Zeit später fiel ich dann auf die Matratze, aus, vorbei, fertig. Jetzt ging nicht mehr viel, kurze Zeit später war ich auch schon weg. Und das, obwohl ich immer noch da war...

Samstag, 27. Juli 2013

TSV Eching - SV Türkgücü-Ataspor München 2:0

Wir erreichten bald Eching, wo die nächste Tribüne eingefangen werden sollte. Es wartete aber vorerst noch ein satter Fußmarsch auf uns, bei diesen Temperaturen eine ganz gute Herausforderung. Aber immer noch besser, als sinnlos an einem FFH-Badesee rumzugammeln und sich zu präsentieren. Pfui, ich scheiße auf die ganzen Selbstdarsteller, ich bin ich. Nur ich. Nur ich bin ich. Kein anderer kann ich sein, außer ich selbst. Ich bin selbst mein eigenes Ich. Ich merke, wie ich hier die Zeilen füllen muss, denn langsam gehts abwärts mit den Gedanken, weil die Zeit drängt, es ist keine Zeit für einen schönen, geschmeidigen Bericht. Keine Zeit, niemals. Immer keine Zeit, das nervt. Ja, es nervt. Der Tag hat halt nun mal nur 24 Stunden, da geht halt nicht mehr. Geil, wie ich jetzt wieder die Zahl geschrieben habe, einfach so geschrieben. Ohne Skrupel, ich habe mich einfach getraut, das zu machen. Ich mag das ja eigentlich nicht so, gehe dem ja meistens aus dem Weg. Doch manchmal bin ich frech und nehme mir das einfach raus. Totaler Blödsinn, was ich hier gerade von mir lasse, ich weiß. Aber es muss aus dem Hirn raus, dort wird wieder mehr Freiraum gebraucht für die kommenden Aufgaben, es muss alles raus. Hier ist quasi gerade Ausverkauf, alles muss raus. Das Stadion war bald erreicht, endlich mal gute Karten, wenn auch eingerissen, ich könnte ja noch fünfzig Mal kommen diese Saison. Wo ist denn da bitte das Vertrauen. Wenn ich sage, ich sammele, dann habt ihr das gefälligst auch zu glauben. In was für einer Welt leben wir eigentlich. Sechs Euro gelatzt, dafür dann wieder Bierdeckel mitgenommen, das war aber auch alles. Ansonsten wurde brav das Spiel verfolgt und zwar von der Tribüne aus. Nicht so wie manch anderer, der eine Viertelstunde vorher geht und davor auch nix gesehen hat, weil man nur auf der Terrasse hockte. Das ist deren Ding, ich mache meins und das machte ich heute gut. Die Akteure hatten es auch verdient, denn es war wirklich ein schönes und schnelles Spiel. Hut ab, ihr da auf dem Grün, das war erste Klasse. Mit der Fahrkarte hatte das allerdings nix zu tun, ich aber auch nicht, fahre ich doch schön in der zweiten Klasse mit. Wieder dummes Gelaber, aber muss sein. Fein, die Berichte sind somit schon geschrieben, was ein Glück, dass es aus Helmstedt nichts zu berichten gibt, wurde dort bekanntlich auf dem B-Platz gespielt und wir düsten wieder ab. Schöner Sonntag, aber wir blieben erstaunlich gelassen. Wir werden halt auch weiser und ruhiger, allerdings halt auch älter. Aber das merkte man uns heute schon mal nicht an. In Aschaffenburg ging es dann ins Auto, Fenster auf und in die Heimat düsen. Leider war die Autobahn noch gesperrt, so dass es dunkler Nacht noch über die Landstraße ging, bis ich im Hofe einparken konnte. Gute Nacht und bis morgen...

TSV 1865 Dachau - SE Freising 1:1

Wie fast immer wurde ich kurz vor dem Wecker wach und drehte mich noch bissel hin und her. Schöner, ruhiger Ort, hier ließ es sich wunderbar aushalten. Ich brauch das, das reicht mir auch. Ich will nichts sonst. Alles andere ist mir Wurscht, solange das hier funktioniert. Nach einem ausführlichen Frühstück musste ich mich dann allerdings wieder auf den Weg machen, weg vom ersten D-Pass-Ziel, weiter zum nächsten. Der Bus wurde wieder genommen bis Gessertshausen, dort kam irgendwann ein Zug und wieder ging es nach Augsburg zurück. Ich kam mit der Hitze noch gut zurecht, alles kein Problem. Das änderte sich dann aber allmählich. Die Horde traf sich dann in München, von dort ging es weiter in Richtung Dachau. Jedenfalls für die meisten. Kurzer Check am Stadion, ob denn überhaupt noch gespielt wurde um die Mittagszeit, hatte doch der Bayerische Fußball-Verband angeraten, die Spiele in den Morgen oder den Abend zu verlegen. Aber wir hatten heute noch mal Glück, ein Vorstandsmitglied war vor Ort und bestätigte, dass gespielt wurde. Wir waren versorgt, konnten nochmal gelassen in die Stadt gehen. Dort wurde noch bissel was getrunken, bevor man komplett die Orientierung verlor. Leicht wankend wurde dann wieder zum Stadion gelaufen, enttäuscht nahm ich die Kinokarte entgegen, war leicht entsetzt. Kann doch nicht sein, Ihr seit doch der TSV Dachau! Egal, Hauptsache, die spielen überhaupt. Brutale Hitze über dem Grün, einfach unbeschreiblich, Kompliment an alle Akteure. Das war heute nicht selbstverständlich. Hochklassig war es dann auch wie erwartet nicht, doch glücklich waren wir dennoch. Es wurde noch ein Gerstensaft gekippt und allmählich stieg die Laune. Dummes Gebabbel hier, dummes Gebabbel da, noch paar sinnlose Fotos und aus war das Ding. Die zweite Station war abgehakt, erfolgreich. Per Pedes ging es wieder zurück zur S-Bahn-Station, wo sich dann die Wege trennten. Während Brecki noch mit Petershausen haderte, zog es uns zurück in Richtung Innenstadt, denn Eching war das zweite Ziel am heutigen Tage. Da durfte jetzt nichts mehr schiefgehen, denn dieser Doppler war ja imens wichtig für einen guten Einstieg. Kurz noch den Mund ausspülen, ausspucken und wieder los fahren. Jetzt wurde es hart, nicht nur auf den Sitzen, auch die Kondition ließ nach und es zeigten sich erste Schwächen. Aber nur kurz. Ganz kurz...

Freitag, 26. Juli 2013

TSV Ziemetshausen - TSV Dinkelscherben 0:2

Sind wir doch mal ehrlich. Was hat sich diese Welt so verändert. Einfach Wahnsinn. Wir schlachten uns selbst aus, wir hetzen uns zu Tode, wir bekriegen uns. Wahrheit oder nur Spinnerei? Ich denke, von jedem ein bisschen. Es ist fast nichts mehr so wie früher, alles wird nur noch hektischer, kaum noch ruhige Gedanken, kaum noch Gelassenheit. Ist jeder nur noch für sich und gegen den Rest, gibt es doch noch ein Miteinander? Jeder muss sich in den Vordergrund drängen, jeder ist der beste. Keine Gedanken an die, denen es nicht so gut geht, die nichts haben, die keine Ziele haben so wie wir. Ich kann nur hoffen, dass sich jeder mindestens ein Mal in der Woche kurz besinnt und sich fragt, ob das gut ist, was wir hier tun. Aber genug geschwafelt, hier soll ja der Bericht aus Ziemetshausen folgen. Die D-Pass-Zeit ist also wieder gekommen, herrlich. Einfach in den Zug steigen und zum nächsten Ziel fahren. Wir haben wenigstens ein. Wir können es uns leisten, eins zu haben. Ich zweifelte allerdings schon vor dem Freitag, was hier eigentlich Sinn machte und was nicht. Ich entschied mich dann halt einfach für Ziemetshausen, alles andere ging ja nicht bzw. war schon in der Sammlung. Mitte der Woche wurde noch verzweifelt nach einer günstigen Bleibe gesucht und dann doch eine etwas teuere genommen, welche sich aber letztlich vollends gelohnt hatte. Freitag wurde kurzfristig freigenommen, so dass ich mich ohne Stress auf die Reise machen konnte. Die Fahrt nach Aschaffenburg sollte eigentlich entspannt werden, doch es verkam zur Raserei, denn viel zu spät fuhr ich los. Jetzt war bereits das Spiel gefährdet und ich war noch nicht mal unterwegs. Der Bahnsteig wurde gerade so erreicht, angekommen, eingestiegen, abgefahren. Schon abgefahren meine Verpeiltheit am heutigen Tag. Es ging bis Nürnberg und dann von dort bis Augsburg, meiner zweiten Heimat. Hier wurde natürlich kurz verweilt, bevor es mit dem Regionalzug noch bis nach Gessertshausen ging. Hier endete die Bahnfahrt, jetzt musste der Bus herhalten. Allerdings war noch genügend Zeit, die erstmal rumgebracht werden musste. Dann wieder Zweifel, der Bus muss angemeldet werden durch Benutzung des öffentlichen Fernsprechers. Ha, keine Ahnung, halt mal gewählt, doch wie erwartet ging keiner dran. Dann die kostenpflichtige Servicenummer angerufen und mein Fahrtwunsch wurde erfolgreich registriert. Tatsächlich kam der Bus dann auch und für einen kleinen Preis wurde man fast eine halbe Stunde noch durch die Landschaft gefahren. Schön, jetzt war die Entspannung dar, hier herrscht noch bissel heile Welt in Bayern. Einfach schön, kann ich immer nur wieder betonen. In Ziemetshausen ging es dann raus, schnell übers Bächlein und erstmal in die Pension, die schweren Sachen abladen, bevor es wieder zu Fuß zum Sportplatz ging. Leicht war es nicht, es ging doch arg bergauf, so dass ich wieder arg ins Schwitzen kam. Wahnsinn, was mir die Brühe lief, als ich oben ankam. Die kleine Tribüne, die eigentlich gar keine richtige ist, wurde allmählich voll und ich sicherte mir einen Platz ganz oben, einfach hingesetzt und gewartet, bis es los ging. Es wurde gut voll, ein ordentlicher Besuch für dieses Derby. Mehr Leute hätten auch kaum hingepasst, es gibt hier nicht viel Stellfläche. Auch das Match war gut, für diese Temperaturen sehr guter Amateurfußball mit etlichen Möglichkeiten, Toren und verschossenen Elfern. Klar, dass sich die Reise jetzt schon wieder gelohnt hatte. Ich war zufrieden, auch wenn der Ground jetzt nicht der war, der es hätte sein können. Aber ist halt so, wenn man den Rest schon hat und ansonsten nichts mehr übrig bleibt. Ich knipste hier und da noch ein bissel, gab einen Geldbeutel noch brav seinem Besitzer zurück und schlenderte dann wieder ins Tal. Guter Einstieg in die D-Pass-Zeit. Ich war zufrieden, gönnte mir noch ein leckeres Weizen im Biergarten und stieg dann hinauf ins Zimmer. Noch schnell duschen gehen, das war heute bitter nötig. Ich schaute mir dann noch bissel was in der Glotze an, wollte mir mal die zweite Liga anschauen und war mal wieder entsetzt, was da so gebracht wird. Man könnte die Spiele auch ganz weglassen und nur noch Werbung zeigen. Das würde einem dann noch besser verdeutlichen, in was für einer Welt wir leben. Ich drückte dann irgendwann endlich auf den roten Knopf und machte die Augen zu, das Fenster blieb weit offen und es kam noch was von diesem herrlichen Ort in mein Zimmerchen rein. Schlaf gut, einsamer Hopper...

Sonntag, 21. Juli 2013

FC Thun 1898 - FC St. Gallen 3:2

Frühstück gab es nicht, war auch nicht nötig. Hunger, Fehlanzeige. Lieber bissel was trinken, passt schon. Dann ging es wieder los, hinein in die Region Lausanne, kurz noch bissel was einkaufen, die Postkarten abschicken und dann wieder Parkgebühren zahlen. Eine Frechheit in diesem herrlichen Land. Aber egal, das Kleingeld muss ja auch unter die Leute gebracht werden. Dann war alles erledigt und die Autobahn wurde aufgesucht. Es ging wieder in Richtung Norden, nach Bern, dann abbiegen und in Richtung Berner Oberland fahren. Ganz gemütlich und vor allem langsam, denn die Benzinanzeige ging bereits unter den letzten Strich. Das würde jetzt noch fehlen. Aber es ging gut, die nächste Tanke wurde gleich nach der Ausfahrt gesichtet, alles im grünen Bereich. Da noch genug Zeit war, wurde auch hier ein kleiner Streifzug durch die Stadt unternommen. Diesmal ganz ohne Feldschlösschen. Es war jetzt brennend heiß, was wohl auch auf die Leierkästen in der Innenstadt zurückzuführen war. Was ein Lärm hier, unfassbar. Tausende Melodien von links und von rechts, von vorne und von hinten. Irgendwie war das Kult, auch wenn es in diesem Moment ziemlich nervte. Das hatte wenigstens noch was von Kultur und passte wie die Faust aufs Auge in die schöne Innenstadt. Türkisblaues Wasser stürzt hier die Aare hinab, durch die Schleuse mitten im Ort, eine blaue Masse quetscht sich durch die eine Öffnung. Richtig schön, kann man nur schön finden. Komischerweise waren die Souvenirläden fast alle zu, an einem Kiosk dann aber doch noch die erhoffte Postkarte, schnell kritzeln und ab in die gelbe Tonne. Lustig in diesem Moment, denn ein Rentner wollte mit dem Bus weiterfahren, welcher aber nicht anhalten wollte. Und der nächste und der nächste. Einfach weg, einfach davongefahren. Er fluchte kurz, der vierte Bus hielt dann aber an. Ich hielt noch kurz inne, bevor es dann zur Plastikarena gehen sollte. Ich wusste das ja, war mir auch egal, denn die Liga wurde somit wieder komplettiert. Wir suchten uns brav einen gebührenpflichtigen Parkplatz und dann gings über den heißen Teer hin zum Schmuckkästchen. Ach wie fein das da rumsteht und sich brav in die Landschaft eingliedert. Von innen wars dann gar nicht ganz so schlimm, wie ich befürchtet habe. Aber schön ist es ja ehrlich gesagt auch nicht. Immerhin war das Gekicke einigermaßen zu ertragen, fielen immerhin fünf Tore. Die Gäste auch mit ganz gutem Support, ohne allerdings zu glänzen. Da hatte ich doch bissel mehr erwartet. Aber auch so wurde dieses Projekt erfolgreich beendet und nach neunzig Minuten wurde der Schatten wieder aufgesucht. Aber nur kurz, danach ging es durch die Glut wieder zurück in die Heimat. Eine Fahrt, die heute nicht enden wollte. Wir kamen nicht vorwärts, es stockte. Irgendwie biss ich mich durch, fuhr als weiter. Dann ging es auf die Zielgerade, endlich. Pünktlich wurde der Pendler wieder erreicht und der Kollege konnte umsteigen. Ich quälte mich noch nach Hause, war total platt, nahm kaum noch was wahr. Aber es hatte sich natürlich gelohnt, was sonst. Es lohnt sich immer, besonders in dieser Ecke. Ich komme wieder, keine Frage...

Samstag, 20. Juli 2013

FC Lausanne-Sport - BSC Young Boys 1:3

Paff, da ist sie ja, die neue Saison! Es geht wieder los bzw. es ging vorgestern wieder los, endlich. Nach einer schönen Sommerpause wurden die ersten beiden Ziele der neuen Saison angesteuert, gleich mal schön ins Ausland fahren, obwohl im Inland auch schon wieder munter gekickt wird, zumindest in Bayern. Aber das folgt ja bekanntlich am nächsten Wochenende, da wurde Lausanne doch bevorzugt. Aufgrund des sensationellen Wetters entschied ich mich bereits Anfang der Woche zu fahren, egal wie kaputt ich sein mag. Der Kollege aus der Nachbarschaft konnte auch begeistert werden, somit stand einer entspannten Fahrt zu zweit nichts mehr im Wege. Am Samstag Morgen ging es bereits früh los, unterwegs noch kurz von der Verzögerung im Betriebsablauf im Bahnhof Kahl erfahren, gut, hole ich mir in Hanau noch einen Kaffee, bei zwanzig Grad am Morgen genau das richtige. Der staubige Parkplatz wurde dann kurz später erreicht und auch bald wieder verlassen, es konnte in Richtung Süden gehen. Bereits jetzt war der Verkehr ordentlich, am Grenzübergang war es dann aber schon recht dickflüssig, es ging nur noch im Schritttempo voran. Aber auch das werden wir meistern, haben ja noch eine Unmenge an Zeit. Heute konnte uns auch die alte Weisheit "Ein Stau, eine Umleitung..." nichts anhaben. Ha, einfach mal früh genug losfahren, dann passt das schon. Kurz vor Lausanne dann nochmal kurz auftanken am bekannten Rastplatz, bissel brutzeln und dann die restlichen Kilometer fahren, schon war das erste Ziel erreicht. Ein erster Abstecher zum See folgte auch prompt, allerdings war das doch etwas außerhalb des Zentrums, so dass wir wieder weiterfuhren. In der Innenstadt dann einen Parkplatz in Seenähe bekommen, kostete natürlich wieder Gebühren, wo ist das nicht so in der Schweiz. Überall Gebühren, da wird eine Kohle gemacht! Da läuft der Rubel bzw. der Franken. Wir eilten durch die Hitze, am See entlang, bissel durch die Gassen. Postkarten kaufen, Briefmarken kaufen, eine Flasche Wasser kaufen, das war alles. Aber mehr brauchte es auch nicht. Dann entspannte man noch bissel am See, eine schöne Ecke hier. Hätte man die Badehose eingepackt, hätte man sogar noch bissel Baden gehen können. Aber auch so war es vollkommen in Ordnung. Eine gute Ecke hier unten, für mich ja besonders, habe ich doch immer gute Gedanken an die damalige Fahrt nach Nyon. Für die einen ist es ja nur die "teure Schweiz", für mich ist sie ja immer besonders. Klar, es ist hier nicht billig, Qualität kostet halt. Ich finds klasse hier, egal was die anderen denken und sagen. Dann war die Parkzeit vorbei und es wurde unsinnigerweise zum Hotel gefahren. Quatsch eigentlich, denn die Kilometer hätten wir uns auch sparen können. Aber macht auch nix, wir guckten kurz und düsten dann wieder los. Jetzt ging es hoch hinaus, eine krasse Stadt mit Steigungen, wahrscheinlich schlimmer als in Siegen. Oder bei Horas Fulda. Es ging immer höher hinaus, bis man endlich am Stadion angekommen war. Heiß, es war heiß. Hinter der Hecke wo wir parkten wurde gleich mal eine alte Holztribüne gesichtet, die unbedingt auch mal gemacht werden muss. Dann ging es ins Olympiastadion, Karte kaufen und rein. Während der Kollege noch sein Bändchen holte, ging ich bereits hinein, musste mich aber vorher noch einer sehr gründlichen Leibesvisitation unterziehen. Meine Güte, hoffnungslos übertrieben. Dann folgte das Match, welches gleich gut losging, denn die Gäste erzielten nach paar Sekunden bereits den Führungstreffer. Das erwartete null zu null war damit ausgeschlossen. Es war gar nicht schlecht auf dem satten Rasen. Die Gäste waren sehr effektiv, nach der Halbzeit dann die Hausherren besser und prompt mit dem Anschlusstreffer. Am Ende wurde es aber nix mit dem erhofften Remis. Ich genoss das Match, war total entspannt und froh, das Ding endlich mal einzutüten. Es wurde geguckt, geguckt und geguckt. Noch bissel aufsaugen und dann ging es leider auch schon wieder weiter. Jetzt fuhr man effektiv wieder zum Hotel, wurde vorher noch von der Tanke vertrieben und mussten somit auf dem Trockenen sitzen bleiben. Noch ein Schluck aus der Wasserflasche, die Kärtchen schreiben und dann einschlafen. Dies gelang nahezu hervorragend. Kein Wunder, bei diesem hervorragenden Tag...

Sonntag, 14. Juli 2013

Relegationsspiele & Saisonabschluss 2013

Es ist vollbracht, nur noch dieser eine Bericht und ich bin wieder auf aktuellem Stand und kann die letzte Spielzeit ad acta legen. Es war ein schwerer Weg bis hier hin, für mich und auch für meine Berichte. Die habe ich längere Zeit einfach links liegen lassen müssen, denn dafür war kaum Zeit und auch die Lust hat einfach gefehlt. Ob dies wieder besser wird in der neuen Saison, kann ich noch nicht sagen. Wir werden sehen. Auf jeden Fall soll es hier bei Groundsüchtig weitergehen und ich hoffe, dass es einfach besser läuft und ich wieder in der gewohnten Form schreiben und berichten kann...

Die diesjährige Relegation war von der Anzahl der Spiele eher schwach, aber auch das kommt halt mal vor. Es kann halt nicht immer das Maximum rausgeholt werden und manchmal setze ich mir auch eigene Grenzen und will mir auch nicht jeden Schmarrn anschauen. Immerhin wurde mal das Aumattstadion in Baden-Baden bei herrlichstem Wetter gemacht, dazu kamen weitere gute Grounds in Wolfskehlen und auch in Eschollbrücken. So gesehen, waren doch durchaus gute Sachen dabei. In Wolfskehlen wurde zudem locker die Tausendermarke geknackt, so dass auch das wieder erreicht wurde. Schön war es auch unter der Woche in Schlitz, wo es eine stattliche Kulisse gab...

Nach einer durchwachsenen Saison, in der ich auch einige Wochen außer Gefecht gewesen bin, freue ich mich jetzt wieder riesig auf die kommenden Aufgaben, die hoffentlich alle erfolgreich gemeistert werden können. Zum Glück bin ich jetzt ja wieder fit und auch endlos positiv gestimmt, dass es noch viele Jahre so weitergeht und vor allem dass immer der Spaß im Vordergrund steht. Das ist das Wichtigste an der ganzen Sache, dafür werde ich weiter sorgen. An dieser Stelle noch abschließend Grüße an alle Bekannten aus der Bewegung, natürlich besonders an den Kollegen aus Franken. In diesem Sinne, bis die Tage auf irgendeinem Platz in diesem Lande...

Samstag, 15. Juni 2013

FC Lokomotive Saalfeld - SG 1. FC/Chemie Greiz 2:2

Heute stand die klassische Abschlussfahrt auf dem Programm. Die Relegation war bis auf Baden-Baden soweit vorbei, da konnte ich getrost heute nach Saalfeld fahren und mir dort noch ein Ligaspiel anschauen. Vorher wurde noch die Sammlerbörse besucht und die fehlenden Sonderhefte der Achtziger erworben. Zwar auch wieder eine hektische Aktion, aber immerhin habe ich jetzt abends was zu Lesen. Nach einer Stunde ging es dann also richtig los nach Thüringen, ich war jetzt schon begeistert. Irgendwie hatte ich heute kein richtiges Zeitgefühl, es schien knapp zu werden, was es dann aber doch nicht wurde. Die Sonderhefte flogen das ein oder andere Mal im Kofferraum umher, so dass ich mehrmals anhalten musste. Es war mal wieder so kurvenreich, da wurde alles hinter den Sitzen verstaut, damit es zügig weitergehen konnte. Mal wieder herrlich, diese Gurkerei über die Dörfer, durch die Rhön und dann bis nach Meiningen. Aber noch war man nicht am Ziel, es musste noch einiges an Kilometern zurückgelegt werden. Doch auch das schaffte ich locker und viel zu früh kam ich in Saalfeld an. Was tun? Was Essen gehen oder lieber im Auto hocken bleiben und in den Heften stöbern? Ich entschied mich für letzteres. War wohl auch besser, ersparte ich mir die Fahrerei in die Innenstadt, hätte womöglich eh nix gefunden. Ganz locker ging es dann zum Stadion, ein Kinderturnier lief noch und die Spieler machten sich dann langsam warm. Gut, dann gehen wir halt mal rein und erfreuen uns am letzten Ligaspiel der Saison. Eine hochglänzende Karte mit Lokomotive gab es für wenig Geld, das passt ja dann schon mal. Der Ground verfügt zwar sonst über nicht viel, hat aber natürlich die schöne Holztribüne zu bieten, die das alles wett macht. Da konnte man sich auf spannende neunzig Minuten freuen und es ging ja sogar noch um den Klassenerhalt für die Hausherren. Das Spiel war kurios, die Heimmannschaft vergab mehrere tausendprozentige Chancen, führte aber irgendwie doch zwei zu null, bevor es dann noch den Ausgleich gab. Dieses Ergebnis war keinesfalls sicher, am Ende sollte es aber doch reichen zum Ligaverbleib. Ich drehte mich ein letztes Mal um, genoss den schönen Blick und machte mich dann wieder auf die Heimreise. Auch wenn ich mir noch so Mühe gab, unter drei Stunden ist die Strecke einfach nicht zu schaffen. Aber auch so war ich noch recht früh zu Hause und freute mich jetzt auch ehrlich gesagt auf die Sommerpause. Das mit Skandinavien wird eh wieder nix, was jetzt auch amtlich ist. Aber auch das ist zu verschmerzen. Es lässt sich ja eh nicht ändern. Ich bin halt ein Versager... 

Sonntag, 26. Mai 2013

SpVgg Sterkrade-Nord - SC 1920 Oberhausen 1:1

Wir ließen Gelsenkirchen hinter uns. Nichts wie raus, wir wollten pünktlich in Sterkrade sein. Dort war ja eine große Zuschauerzahl zu erwarten, spielte doch der Erste gegen den Zweiten und es ging um fast alles. Wie zu erwarten war viel los, es sah so aus, als gebe es keinen Parkplatz mehr. Doch direkt vor dem Stadion gab es noch eine kleine Lücke, die restlos ausgenutzt wurde. Hätte selber nicht gerechnet, dass ich da noch reinkommen würde. Aber so hatten wir mal wieder das Glück der Tüchtigen und in paar Minuten war man auch schon an der Kasse. Ja, das wird wohl ein Tausender, meterlang war die Schlange bereites jetzt und es folgten ja noch etliche Leute hinter uns und noch war ja etwas Zeit. Am Ende wurden wir dann mal wieder veräppelt, denn offiziell war die Zuschauerzahl nur dreistellig, kann aber nicht sein. Es standen allein schon am Stankett lückenlos Leute, dann die ganzen Sitze auf der Gegenseite voll, dann die Stehtribüne halb voll und auf dem Hügel nochmal mindestens hundert Leute. Unsere Zahl wird wohl stimmen, anders kann es ja gar nicht sein. Auch auf dem Platz, der dieses Mal leider nur aus Plastik war, herrschte Gedränge und Hektik. Es ging richtig gut zur Sache, das war Fußball wie man ihn sehen will. Hier wurde heute wirklich alles gegeben, eine schöne Sache. Unverhofft konnte man das Ding sogar noch als Tribüne werten, was natürlich auch wieder diskussionswürdig ist. Aber genug darüber bereits geschrieben, es ist letztlich doch egal bei einem Dreier, Hauptsache es ist was Gescheites dabei und das war es ja heute definitiv. Auch wenn es schön war, so wurde es doch gegen Ende ganz schön lang und man musste ja auch noch knappe dreihundert Kilometer fahren. Da freute man sich doch über den Schlusspfiff, konnte man endlich lossprinten, kurz auf der Gasse ortsfremd drehen und raus ging es. Raus auf die Autobahn, raus aus dem Pott, hinein in heimische Gefilde. Dieser Tag hatte nochmal die Statistik aufpoliert, das war auch dringend nötig. Eigentlich war es ja das letzte richtige Ligaspiel in dieser Saison. Eigentlich sollte nur noch Relegation folgen, bekanntlich kam ja noch das Spiel in Saalfeld dazwischen. Aber dazu später mehr...

SV Gelsenkirchen-Hessler - SV Fortuna Herne 0:1

Völlig durchgefroren ging es ins Auto und ab nach Gelsenkirchen. Doch auch dort sah es zunächst nicht besser aus. Wir fuhren kurz zum Stadion um uns anzuhören, dass wahrscheinlich im Stadion gespielt wurde. Na dann hoffen wir das mal. Hier wäre heute sogar ein Vierer drin gewesen, doch letztlich ließ ich mich überreden, lieber etwas Essen zu gehen anstatt mir den Nebenplatz anzutun. Ich haderte kurz, wollte eigentlich auch zuschauen, ging dann aber brav mit, damit wir noch was Futtern bekamen. Ein schöner Dönerladen, da wird es bestimmt richtig gemütlich drin sein. Doch weit gefehlt. Es war letztlich fast noch kälter als draußen, klar, die Heizung hatten die nicht mehr an. So musste halt ordentlich gefuttert werden, damit wir heute nicht vollends untergingen. Nach dem Mampf gingen wir wieder zurück zum Stadion, dort wurde sich dann auch brav auf dem Rasen warmgelaufen und der ersten Tribüne stand heute nichts mehr im Wege. Eine schöne alte Anlage, schon der Eingangsbereich kann sich sehen lassen. Hier konnte man auch mal wieder richtig viel knipsen, da lohnte es sich, dass ich heute die neue Kamera dabei hatte. Der Spaß war da, auch wenn es weiterhin arschkalt war. Immerhin war es jetzt trocken, kaum noch Regen, hier und da sogar mal ein paar Auflockerungen. Wir verzogen uns auf die Tribüne, ein kleines altes Ding aus Stahl und Beton. So müssen die Dinger sein, alt und schön, da kommt Freude auf. Spielerisch war es mittelprächtig, kann mich aber kaum noch an Einzelheiten erinnern. Aber wie fast immer ist das ja nicht so wichtig, es zählen ja die sonstigen Eindrücke, die jetzt doch wieder frisch und präsent sind. So sollte es auch sein, man fühlt sich kurz nochmal in die Vergangenheit versetzt und schon läuft es hier flüssiger mit der Schreiberei. Nur noch drei Berichte, ob ich die heute noch schaffe? Eigentlich wollte ich ja nochmal raus in die Sonne. In die Sonne, die am heutigen Tage hier fehlte. Jetzt ist sie da und ich muss mich wieder an diesen kalten Tag erinnern. Aber das mache ich doch gerne, das bin ich diesem Tag auch schuldig. Jetzt wartete noch der Kracher auf uns, in Sterkrade erwartete man womöglich eine vierstellige Zuschauerzahl. Wir werden sehen...

DJK Jugendsport Altenessen - Fatihspor Essen 4:9

Bevor die Saison zu Ende geht, fahren wir noch mal nach Essen. So muss das sein. Die Wettervorhersage war nicht gut, aber auch das hielt uns nicht ab. Es wurde die altbekannte Route 45 genommen, wie immer, wenn es in diese Richtung geht. Ein weiterer Ascheplatz sollte in die Sammlung aufgenommen werden, schöne Asche, nicht so ein ekliger steriler Kunstrasenscheiß, der sich in Essen leider mittlerweile überall breit macht. Wir kamen zeitig im windigen Ruhrgebiet an, meine Güte war das ein Wetter. Zum Glück gab es ein kleines Vereinsheim, das man natürlich dankend annahm und erst mal einen Kaffee schlürfte. Ein alter Bau, im Keller roch es nach Beton und Farbe, oben plantschten die Fische im Aquarium. Und gegenüber liegt die Asche, die auf uns wartete. Gut, gehen wir mit den Spielern mal rüber und stellen uns in die Kälte. Wie im Winter war das, einfach unglaublich. Der Sommer, der jetzt vor der Türe steht, war dort noch nicht zu sehen. Seit Wochen nur noch Kälte und Regen, ob das nochmal besser werden sollte. Keine Ahnung, aber es nervte jetzt schon ganz schön. Jedenfalls liefen die Spieler heiß und es wurden Tore erzielt wie am Fließband. Ein kurioses Ergebnis, mit dem wir anfangs nicht rechnen konnten. So wurde es zumindest in dieser Hinsicht recht lustig. Aber auch sonst war ich mit dem Ground zufrieden, sicher keine Nobelhütte, doch das will ich ja auch gar nicht. Essen ist halt doch immer wieder eine Reise wert, so lange es hier noch schöne Plätze gibt. Bevor die Finger restlos eingefroren waren, hatte der Schiedsrichter doch Mitleid und pfiff dann endlich ab. Es zog sich letztlich wie Kaugummi, wäre auch schöner gewesen bei Sonne. Aber bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war das alles andere als spaßig. Aber wir standen es aus, bis zum bitteren Ende. Schnell wie selten zuvor ging es dann aber wieder zum Auto, es musste unbedingt die Heizung aufgedreht werden. Kurz noch wenden, dann einen auf ortsfremd machen und weiter zum nächsten Ziel nach Gelsenkirchen...

Sonntag, 19. Mai 2013

TV 1844/TSG Idstein - SV Teutonia Bechtheim 6:0

Heute ging es in die Niederungen des hessischen Vereinsfußballs. Dieser Ausflug sollte unschön enden, doch anfangs war davon natürlich noch nichts zu ahnen. Voller Vorfreude auf einen kurzen aber schönen Ausflug fuhr man in Richtung Taunus, bergauf, bergab. Wie so oft wurde die Ausfahrt Idstein genommen und zeitig war man am Stadion angekommen. Gab es vorher noch was zu Futtern? Keine Ahnung, ist mir gerade entfallen. Wie erwartet waren kaum Leute gekommen, leider färbte das auch auf die Gästemannschaft ab. Die erste Halbzeit lief und bald stellten wir fest, dass die Gäste nur mit neun Mann spielten. Ob das mal gut geht? Keineswegs, wie sich spätestens in der Halbzeit rausstellen sollte. Die Leistung mit zwei Mann weniger war noch in Ordnung, die Hausherren hatten es noch recht schwer. Doch dann passierte es. Eine Verletzung bei den Gästen, für den Spieler ging es nicht mehr weiter und da waren es nur noch acht. Auch das dürfte noch gehen bis zur neunzigsten Minute. Doch da irrte ich leider. Gut, die Hausherren ballerten dann doch locker noch sechs Tore vor der Halbzeit rein, dann war aber Schluss mit Lustig. Wir gingen ahnungslos unsere Runde, kamen dann wieder am Vereinsheim und der Tribüne an und ich hatte es gleich im Blick. Die ersten kamen frisch geduscht aus der Kabine. Das wird doch hier jetzt nicht das Ende sein? Doch, so war es. Nach billigen 45 Minuten war das Ding hier gelaufen. Einfach aufgegeben, einfach abgebrochen. Was tun? Nix, wir konnten natürlich nix machen. Keine Hoffnung mehr in Idstein, ein sinnloser Ort zum jetztigen Zeitpunkt, das war ein verschenkter Tag. Letztlich wertete ich den Ground doch, was sollte ich anderes tun. Das Ergebnis ging auch so in die Wertung ein, dann ging es der Ground auch. Anfangs hatte ich noch ein ungutes Gefühl, doch jetzt, Wochen später, ist alles im grünen Bereich. So war die Arbeit bereits eine Stunde früher erledigt und zu Hause wurde ich mit einem netten "Was willst Du denn schon hier" empfangen. Ich haderte immer noch, aber auch das ging vorüber. Manchmal lohnt es sich halt nicht. Aber zum Glück kommt das ja nur alle paar Jahre mal vor...

Samstag, 18. Mai 2013

FC Denzlingen - SV Oberachern 1:2

Eigentlich sollte es keinen zeitlichen Engpass geben, doch man weiß bekanntlich ja nie, was noch passieren kann. Eine wilde und unkontrollierte Fahrt nahm ihren Lauf, sogar das Navi war überfordert. Denzlingen wurde aber noch zeitig erreicht, man durfte sich sogar noch einen Parkplatz aussuchen. Sieht man mal wieder, welchen Schmarrn ich im vorherigen Bericht geschrieben hatte. Nicht der Kollege war heute gefahren, sondern ich. Einfach ich und nicht er. Völlige Ahnungslosigkeit, ich bin einfach nicht gut vorbereitet auf das, was ich hier schreibe. Da werden einfach mal Dinge geschrieben, die nicht stimmen. Ein mittlerer Skandal, wie ich finde. Das kommt halt davon, wenn man ein menschlicher Versager ist. Das kommt ja nicht von ungefähr. Ich korrigiere das jetzt aber nicht, soll es doch so stehenbleiben. Habe ich hier immerhin noch bissel was zum Aufarbeiten, denn auch diese Zeilen wollen ja gefüllt werden. Ich schreibe immer so etwa bis zum unteren Bildrand, gerade so, dass es was aussieht. Es muss ja nach was aussehen, ansonsten könnte ich es auch gleich ganz sein lassen. Doch ich wehre mich immer noch dagegen, dies hier einzustellen. Ich will es ja auch gar nicht. Es kommen sicherlich wieder bessere Zeiten, ich hoffe es auf jeden Fall. Vielleicht sollte ich nur noch ein Mal im Monat fahren und dann habe ich immer drei Wochen Zeit, um alles schön aufzuschreiben. Oder ich fahre gar nicht mehr, dann brauch ich auch nix mehr zu schreiben. Dann brauch ich auch kein Geld mehr ausgeben, dann brauch ich mir auch nicht mehr die Nerven kaputt zu machen. Aber Halt! Warum das? Warum schwimme ich jetzt hier so gegen meinen eigenen Strom? Kurzschluss oder nur Stromausfall? Ich flüchte gerade vor mir selbst, das kommt halt davon, wenn man jetzt doch wieder über jeden Scheiß schreiben muss. Natürlich mache ich weiter, bin heiß wie selten zuvor. Ich ziehe das durch. Das wäre ja noch schöner, wenn man nur noch den Stress in der Schmiede hätte und dafür keinen Ausgleich mehr. Nix da! Um noch kurz die Sache mit Denzlingen zu Ende zu bringen: Die Gäste machten mit ihrem Sieg den Aufstieg perfekt, bei Denzlingen trainiert immer noch Maxi Heidenreich und nach dem Spiel wurde wieder ordentlich Joghurt eingekauft. So, jetzt sind die Zeilen voll und ich bin am unteren Bildrand angekommen...