Samstag, 3. März 2012

FC Sarrebourg - CS Veymerange 1:4


Es ging weiter, zügig voran in Richtung Sarrebourg. Es war jetzt dunkel und es ging wieder über einige Landstraßen, wo es ganz gut duster war. Das Licht schien mir bissel komisch heute und ich musste bissel dran rumspielen. Kurz vor Sarrebourg ging es dann auf die Schnellstraße, ein schönes Gefühl. Noch ein paar Minuten und der letzte Spielort für heute war erreicht. Und der war noch besser, als der vorherige. Schon von oben sah das richtig gut aus. Eine schöne Anlage, inmitten der Stadt. Ein richtig schönes Ding hier, wir waren mal wieder begeistert. Das hatte sich dann heute vollends gelohnt. Ein riesiges Areal, umgeben von hunderten Bäumen, dazu eine kleine aber feine Tribüne und ein riesiges Spielfeld. Hier war der Spaß vorprogrammiert. Jedenfalls vom Ground her, das auf jeden Fall. Wir versuchten, so gut es geht zu fotografieren, was mir des öfteren misslang. Was für ein Scheiß. Mal schauen, ob wenigstens ein Bild was taugt. Aber man nimmt ja auch das Gefühl mit. Wenn man nur noch zwei Mal im Monat fährt, dann kann man das noch ganz gut. Ist ja auch in Ordnung, man muss sich ja nicht übernhemen. Immer schön langsam, dafür effektiv, ruhig und gelassen. Es auf sich wirken lassen, ja, genau das ist doch das Ziel der ganzen Sache. Nichts anderes. Ja, ich bin auf dem richtigen Weg, momentan jedenfalls. Das Spiel wurde immer hektischer, in der zweiten Halbzeit ging fast gar nichts mehr, ständig unterbrochen, Auswechslungen, Fouls, Diskussionen, schrecklich. Die Gäste konnten das Ding locker nach Hause bringen, ohne sich aber mit Ruhm zu bekleckern. Hier ging wahrlich mehr, doch das wollte scheinbar auch deren Trainer nicht. Wir ließen uns die gute Laune aber nicht nehmen, genossen noch die letzten Minuten auf der Tribüne und zogen dann von Dannen. Hier noch ein Bild, dort noch eins und dann auf nach Hause. Auch, wenn es schwer fiel. Es waren noch knapp dreihundert Kilometer bis heim, die mussten noch zurückgelegt werden. Aber das war ein Kinderspiel heute. Die Fahrt ging bis Saargemünd über die gleiche Strecke wie die Hinfahrt, dann wurde die Autobahn wieder erreicht und es konnte weitergehen. Vorher wurden allerdings noch die Cheeseburger-Vorräte in St. Ingbert geplündert. Mampfend wurde aufs Gas gedrückt, der Kollege schlief dann bald ein und ich konnte somit durchfahren. Die Tour war um kurz nach eins dann bereits wieder Geschichte. Ich wackelte zu Hause noch bissel durch die Räume und ging dann zufrieden in die Koje. Schön war das heute...

US Sarre-Union - Jura Sud Foot 3:3


Schneller, fahrt doch schneller! So hieß die Devise auf den ersten Metern. Dann ging es aber sehr flott voran und wir gewannen Minute um Minute. Es war also alles im Lot. Die paar Kilometer über die Landstraßen machten Spaß, zügig ging es um die Kurven und über die Hügel. Teilweise waren das derbe Straßen, was zusätzlich Spaß machte. Dann kamen wir auch schon in Sarre-Union an und der Ground tauchte links auf. Spielen die etwa schon? Die Tribüne war nahezu voll besetzt, das kann doch nicht sein. Nein, gespielt wurde zum Glück noch nicht, ich war schon leicht irritiert. Die liefen sich noch warm, komisch, dass die Zuschauer aber alle schon so schön in Reih und Glied auf der Tribüne saßen. Sieben Euro kostete der Spaß, aber es gab immerhin ein gutes Ticket dafür. Ich ging am Kontrolleur vorbei, der mir die Karte wohl abreißen wollte, doch ich ging einfach weiter, rief was von Sammeln hinterher und er ließ mich dann gehen. Schön, so muss das sein. Der Ground gefiel mir ganz gut, eine doch große Tribüne, dazu viele Zuschauer, die auch emotional mitgingen. Das war ein gutes Los heute. Wir stellten uns auf die Gegenseite und begannen wieder mit dem üblichen Gerede. In der ersten Halbzeit war das ok, denn das Spiel war doch eher langweilig. Schnell war es schon, aber halt ohne Höhepunkte. Das änderte sich schlagartig in der zweiten Halbzeit. Jetzt ging es hin und her. Fouls, Elfmeter, Tore, Gerangel, herrlich. Das machte doch Spaß. Was will ich mir da erste oder zweite Liga anschauen, wenn ich auch hier Spaß haben kann? Ist zwar nur vierte Liga, aber das muss auch gemacht werden. Einer muss es ja machen. Ich muss es machen, wir müssen es machen. Also nicht ihr, sondern wir, bzw. ich. Für mich ist das absolut in Ordnung, ich muss das machen, was mir gefällt. Ich gefalle mir. Mit mir bin ich im Reinen, das gefällt uns. Wir begaben uns dann langsam zum Ausgang, wurden noch zweimal komisch von der Seite angelabert, konnten uns dann aber wieder auf den Weg zum letzten Ziel des Tages machen...

SVN Zweibrücken - FK 03 Pirmasens 1:0


Nun gut, ich schreibe halt auch für dieses Spiel mal einen kurzen Bericht, obwohl es im Prinzip ja nur statistischen Wert hat, war ich doch bereits vor vier Jahren hier schon mal vor Ort. Aber heute wurde ja wieder ein Dreier aus der Überraschungskiste gepackt, da nahm ich dieses Spiel halt auch mit. Der Kollege konnte somit drei neue Grounds machen, ich ja sowieso nur zwei. Leider ging es am Ende nicht zum Derby nach St. Ingbert, doch das konnte ich verschmerzen. Man traf sich wie fast schon gewohnt am Pendlerparkplatz und tuckerte dann los in Richtung Südwesten. Mit viel Reiseproviant bepackt, ging es diesmal über Mainz und Alzey in Richtung Westen. Eine ungewohnte Strecke für mich, bin ich doch bisher immer über Mannheim gefahren. So hatte ich jedenfalls schon mal etwas Abwechslung. Die Fahrt verlief ruhig. Auf dem Beifahrersitz wurde geschmiert, was das Zeug hielt. Der Kollege war toporganisiert, hatte alles dabei, was man bei einem romantischen Frühstück brauchte. Wir fuhren rechts ran, breiteten unsere Decke aus und kuschelten uns aneinander. Die dicke Nebelsuppe verzog sich allmählich und kurz vor dem Ziel kam dann sogar bissel die Sonne raus. Ich nutzte jetzt die Chance, mal die Pferderennbahn zu besuchen, hatte ich doch damals kaum Zeit, da ich mit der Bahn da war. Eine schöne Tribüne gibt es auch hier zu sehen, schön alt. Da kann man schon mal die Kamera zücken. Dann ging es aber in Richtung Stadion, schön das Auto abstellen und dann hinein. Eine labbrige Karte gab es, immerhin mit Spielpaarung, ansonsten ein liebloser Fetzen. Es war noch etwas Zeit, es füllte sich aber schon ganz gut. Am Ende waren es knapp siebenhundert Zuschauer, ordentlich und wie fast immer gut geschätzt. Spielerisch war das ein richtig mieses Spiel. War das ein Derby oder ein Freundschaftsspiel? Eher letzteres. Zum Glück bekam man dann noch wengistens ein Tor zu sehen. Aber insgesamt enttäuschend hier der Auftritt der beiden Teams. Support der Schuhstädter war auch nicht zu vernehmen. Ich schaute diesmal immerhin ganze neunzig Minuten und konnte den Ground somit souverän bestätigen. Dummes Gebabbel natürlich an dieser Stelle. Doch die neunzig Minuten waren schon wichtig für mich. Dann war der erste Kick passé und es ging schleunigst zum Auto, denn jetzt ging es ja erst richtig los mit zwei weiteren Kicks in Frankreich. Ich freute mich schon auf die niederen Klassen dort, konnte ich doch wieder so richtig schlecht sein, es war eh noch nichts im Sack. Während ich aufs Gaspedal drückte, wurden nebenan schon wieder Brötchen geschmiert...

Samstag, 25. Februar 2012

FC Lorraine Arlonaise - RCS Libramont 2:1


Kurven, nichts als Kurven. Das Navi hatte Orientierungsprobleme. Wir auch. Und wieder wenden, und wieder. Meine Güte, wo ist denn endlich der richtige Weg. Ah, hier. Gut, dann nichts wie weiter in Richtung Grenze. Arlon war schon ausgeschildert, noch paar Minuten und man war vor Ort. Ja, auch hier ein ordentlicher Ground, auch schon etwas alt, dazu schief in eine Richtung, ein schöner Abschluss der heutigen Tour. Es gab die obligatorische Kinokarte mit Verein, dazu jetzt etwas kühlere Temperaturen. Aber es war ohne Probleme draußen auszuhalten, nach den letzten Wochen doch nicht mehr ganz so schlimm. Auf der staubigen Stehtribüne wurde das Spiel verfolgt, dazu über Gott und die Welt gelabert, schön. Wer war eigentlich wer? Keine Ahnung, erst nach dem ersten Tor etwas Klarheit, die Gäste führten. War anfangs auch verdient. Doch die Hausherren kamen immer besser in Fahrt, vergaben einige Möglichkeiten, siegten aber am Ende doch noch. Es ging zügig hin und her, somit nicht langweilig. Auch das dritte Spiel war somit im Sack, der dritte Ground des Tages eingefahren. Eine gute Ausbeute. Ich war jedenfalls hochzufrieden. Freute mich dann noch auf die zweite Halbzeit, die gut verlabert wurde und somit wie im Fluge vorüber ging. Dann war alles aus, um kurz vor zehn schlichen wir von dannen und begaben uns auf Stadtrundfahrt. Es musste ja unbedingt noch eine Frittur aufgesucht werden. Ich sah uns schon auf der Autobahn, dann tauchte aber doch noch eine am Ortsrand auf. Von der Rückbank gab es einen Aufschrei. Da, die Frittur, rechts, na endlich. Ja, ich freute mich schon. War schon total satt, schob mir dann aber doch noch eine Portion rein, in Windeseile. Der Laden machte dann auch gleich zu, wir futterten dann im Freien noch auf und machten uns dann endlich wieder auf die Weiterfahrt. Jetzt stand ja noch der Shopping-Terror auf dem Programm. Ich war begeistert, hörte so oft das Wort Kaffee an diesem Tag, dass ich am Ende tatsächlich auch noch zugriff. In der Tankstelle gab es eigentlich nichts, außer Kaffee. Kaffee hier, Kaffee da! Ground Coffee gab es sogar auch. Ich wusste aber nicht, ob es Natur war oder Kunst, ich ließ es bleiben. Dann ging es weiter, endlich in Richtung Heimat. Die Fahrt war sehr angenehm. Der Kollege schlief auf der Rückbank, wir unterhielten uns dann über alles Mögliche und so war das auch recht kurzweilig. Bald war der Parkplatz wieder erreicht und die Wege trennten sich. Ich war jetzt müde, konnte kaum noch geradeaus schauen, hatte Probleme, die paar Minuten zu fahren. Aber es hatte sich ja gelohnt, da nimmt man das gerne mal in Kauf. Ein schöner Tag ging zu Ende, die Nacht war schon lange erreicht. Nur zwei Mal unterwegs gewesen in diesem Jahr, aber immerhin schon acht Spiele gesehen. So kann es weitergehen, die nächsten Wochen werden bestimmt sehr angenehm. In diesem Sinne, bis die Tage dann...

FC Differdange 03 - CS Petange 2:1


Es ist unglaublich, aber es gab mal wieder den beführchteten Stau in Luxemburg. Kann doch nicht sein. Aber leider war es so und wir verloren genau die fünf Minuten, die wir in Differdange verpassen sollten. Aber auch das brachte uns nicht aus der Ruhe. Ich war gelassen wie selten zuvor, mache mir jetzt einfach keinen Stress mehr bei sowas. Man weiß ja, wieviel man verpasst und das ist auch ok. Wir machen ja das beste daraus und geben uns Mühe, das zählt. Gute Sache hier in Differdange, einfach genial. Schon die Lage des Stadions ist toll, dazu der schöne Holzeingang wie bei einem Fort. Im Inneren dann natürlich auch Genuss pur. Ein altes, geiles Ding mit Holztribüne, einer steilen Stehtribüne auf der Gegenseite. Hier passt einfach alles. Die meisten werden den Ground ja schon kennen, ich war ja auch vor Jahren schon mal hier, im Winter, wo es abgesagt wurde. Ich war stolz, heute wieder hierher zurückzukehren. Einer meiner Lieblingsplätze, eindeutig. Das Wetter drehte jetzt herrlich in leichten Nieselregen, ich stieg auf die Stufen und kletterte nach oben. Was für ein Blick, was für ein Tag. Ich gesund und auf Tour, was kann es schöneres geben? Ich genoss es heute wirklich, keine Selbstverständlichkeit für mich. Die Brille war jetzt leicht nass, der Durchblick fehlte somit etwas. Abwischen und weitermachen, immer weiter, nicht nur hinterher, sondern auch mal vorne weg. Ja, gerade wenn man schlecht ist, kann man sich in solchen Momenten doch freuen. Es sind halt oft auch die kleinen Dinge, die einem den Tag versüßen. Genau, kleine Brötchen backen, die dann goldbraun werden lassen, schmecken viel besser als große Lappen, die total mehlig sind und wie Gummisohle schmecken. Knackig, mit frischer Marmelade. So war das heute. Auf einem total tiefem Rasen wurde zwar geackert, aber spielerisch natürlich nicht viel geboten. Doch es war keineswegs langweilig. Ganz im Gegenteil. Da schmeckte sogar die Fettwurst vom Grill, die ich mir doch besser vorgestellt hatte. Die Stadionrunde wurde heute zur Klettertour. Hier muss man wirlich aufpassen, dass man nicht abstürzt. Ist echt megasteil hier im Hang. Die Tribüne ganz aus Holz wurde dann noch kurz beschnuppert und dann ging es wieder hinüber, um die zweite Hälfte zu sehen. Wunderbar, leider bald vorbei. Aber es hatte sich jetzt schon gelohnt. Wir begaben uns dann allmählich in Richtung Auto, nachdem auch der Letzte seine Karte hatte und zufrieden ins Auto stieg. Nach Belgien war es nicht mehr weit...

FC Jeunesse Canach - FF Norden 02 1:2


Da war er also wieder. Der flotte Dreier. Ja, so mag ich das. Eine Autobesatzung machte sich bei schönem Wetter auf gen Luxemburg, um dort zwei Matches zu bestaunen und anschließend noch zu nem unterklassigen Zeug nach Belgien zu düsen. Aber der Reihe nach. Etwa zwei Wochen war ich komplett außer Gefecht gesetzt, ein unschöner Virus hatte sich breit gemacht, es ging fast gar nichts mehr. Doch spätestens heute war ich wieder einsatzbereit, fast topfit und voller Tatendrang. Um halber zehn machte ich mich dann auf den Weg zum Sammelparkplatz an der A3, wo die Kollegen auch bald eintrafen. Zwar leicht verspätet, doch kein Problem. Dann ging es los, jedenfalls bis kurz hinter Bingen. Dann ein arger Stau, es ging nichts mehr. Schneckentempo, ich begann innerlich zu kochen. Meine Güte, alles voll mit sinnlosen Skifahrern aus Benelux, mit Thule Gepäckträgern bestückt, Teddys winken aus den Fenstern. Ich schaue an den Straßenrand, Dreck, Flaschen, Kippenschachteln, alles versifft, schlimm. Es ging jetzt los mit der Polterei, ich schimpfte, Kommando Rohrspatz auf Tour. Ein Dormel nach dem anderen, da musste ich einfach durchdrehen. Endlich eine Abfahrt, nix wie raus und über die Landstraße. Es ging wieder voran. Dank Navi und Atlas klappte alles perfekt und Simmern war auf Umwegen erreicht. Jetzt ging es die gewohnte Strecke, vorbei an Morbach, dort wo es nur noch neblig war und dann bei Mehring wieder auf die Moselautobahn. Herrlich, jetzt war es klasse, die Sonne begrüßte uns wieder und das Großherzogtum war bald erreicht. Einer der Kollegen verabschiedete sich dann in Wasserbillig, zog es vor, mit der Bahn zu fahren, um bei seinem ersten Spiel auf jeden Fall pünktlich zu sein. Wir tuckerten weiter bis Canach. Da war ich wieder, schon wieder. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell bzw. überhaupt mal wieder hier herkommen würde. Doch heute passte es wunderbar, schließlich waren es drei Matches und da nahm man dieses doch gerne mit. Das Spiel fand zum Erstaunen dann doch auf dem Rasen statt, obwohl der Plastikteppich auch locker bespielbar gewesen wäre. So loben wir uns das, es konnte also losgehen. Wahrlich kein schlechtes Spiel, abwechslungsreich, schnell, Ringereinlagen, Fouls, Zweikämpfe, Torchancen. Das alles gefiel, machte somit jetzt schon richtig Spaß. Ein normaler Sportplatz hier, ohne jeglichen Ausbau. Gut, muss man aber mitnehmen, wenn es so gut reinpasst. Wir waren zufrieden, schauten noch bis zum Ende und machten uns dann schnellstens auf den Weg zu den zweiten neunzig Minuten...

Sonntag, 29. Januar 2012

RAEC Mons - Club Brugge KV 0:2


Dunkel war es jetzt. Dunkel und kalt. Unvorstellbar kalt. Ich genoss die kurze Fahrt im Warmen, dann war Mons auch schon erreicht und ich stellte das Auto irgendwo im Wohngebiet ab. Ob ich das wiederfinden werde? Egal, ich versuchte mir, die Strecke einzuprägen, es musste ja voran gehen, hatte ich natürlich noch keine Karte. Am Stadion ging es dann gleich mal zur Kasse, kurze Orientierung und dann sah ich auch schon das Versteck, wo es Tickets zu kaufen gab. Die Stehplätze hinter dem Tor kosten hier auch satte zwanzig Euro, so viel wie der Schwarzmarkt in Lille. Aber ich zahlte brav und machte mich dann auch ins Innere. Wie soll es auch anders sein, ist die Hälfte das Grounds bereits mit neuen Tribünen, Logen und Plastik ausgestattet. Die alte Gegentribüne dient nur noch als Werbebande, Transparente sind gespannt und die Plätze somit nicht mehr zu benutzen. Immerhin ist die Stehtribüne noch in Betrieb, hier hatte ich ausreichend Platz und konnte es mir im eisigen Wind bequem machen. Das Match war auch nicht unbedingt gut. Immerhin wurde auf Heimseite ordentlich Stimmung gemachte, jedenfalls bis zum zweiten Gegentor. Dann kamen die Gäste etwas aus ihrem Winterschlaf hervor, aber insgesamt sehr schwach der Auftritt. Ich bibberte. Es war jetzt wahnsinnig schwer, sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Ich wollte nur noch weg, die Flucht ergreifen, raus hier, ab nach Hause. Wollte ich das wirklich? Ich weiß es nicht, fantasiere wohl gerade wieder ein wenig. Es war einerseits wieder schön, andererseits wieder alles in Frage gestellt. Die Partie begann auch fast wieder zehn Minuten später, was mich fast zum Rasen brachte. Dann noch die Nachspielzeit von unsinnigen vier Minuten, da rein gar nichts mehr passierte. Ist mir immer noch unbegreiflich, das mit dieser Nachspielzeit. Irgend ein Affe zückt halt mal die Tafel und tippt ne Zahl ein, nur damit noch irgendwas passieren kann. Ist alles nur noch Show beim Fußball, nur noch Plastik, nur noch Quatsch. Was brauch ich diesen ganzen Mist? Sollen doch einfach mal den Fußball so sein lassen, wie er es schon immer war. Einfach Kicken, laufen und aus die Maus. Aber man kann ja alles künstlich hochzüchten. Ich fand den Weg zum Auto wieder, durfte jetzt die Heimreise antreten. Lächerliche 480 Kilometer noch bis nach Hause, dazu kein Urlaub und geplante Ankuft erst um drei Uhr nachts. Dazu kam noch ein bescheidener Tankstopp. Natürlich keine Barzahlung, nee, es muss in der Kälte mit Karte direkt an der Säule getankt werden. Das ging ganze drei Mal schief, so dass ich fast zehn Minuten in der Kälte stehen musste. Dann ging es, endlich. Rein den Saft und weiterfahren. Ich war fit, sehr fit. Bis Lüttich war alles im Lot, dann kam Schnee und Eis, es wurde unschön. Wenn das so weiter geht, komme ich gar nicht mehr heim. Es ging so weiter, jedenfalls bis kurz vor Köln, dann wurde es wieder trocken und ich konnte beruhigt weiterfahren. Es klappte hervorragend, ich wurde immer fitter und die Fahrt machte jetzt richtig Spaß. Da war die Nacht und da war ich. Wir zwei sind doch schon gute Freunde geworden. Um halb vier konnte ich dann in die Koje steigen. Schlafen konnte ich allerdings nicht so richtig, war wohl noch bissel begeistert, dass ich endlich die erste Tour in diesem Jahr erfolgreich hinter mich gebracht hatte.

Valenciennes FC - AC Ajaccio 1:2


Die Heizung wurde aufgedreht. Dann das Navi hervorgekramt. Jetzt musste alles schnell gehen, zu viel Zeit war bereits verloren. Dennoch sollte ich zehn Minuten vor Anpfiff in Valenciennes ankommen. Ich war noch guten Mutes, konnte das Auto auch schnell im Gewühl unterbringen und machte mich dann auf zum Stadion. Ein langer Weg, zudem noch etliche Leute unterwegs, die wohl nicht unbedingt Wert auf Pünktlichkeit legen. Es ging vorbei am alten Stadion, dass schon total zerfallen ist und wohl nur noch als Müllhalde benutzt wird. Ich hatte leider keine Zeit mehr, sonst hätte ich noch ein paar Bilder mehr gemacht. Daneben erstrahlt die neue Arena, was auch sonst. Aber jetzt musste erst noch ein Ticket besorgt werden. Und das gestaltete sich schwierig. Die beiden Kollegen standen schon in der Reihe, ich versuchte mich jetzt auch vorzumogeln, gelang auch ganz gut. Doch dann musste ich mit ansehen, wie ein planloser Familienvater für seinen Sohn ein Ticket kaufen wollte. Eine endlose Zeit verging, Diskussionen, Kopfschütteln. Ich kochte innerlich, war kurz davor, dem eine reinzuhauen. Es fehlte wirklich nicht viel, ich hatte echt zu kämpfen. Wenn Du Trottel net gleich die Karte nimmst, dann ist das Match vorbei. Meine Güte, endlich war ich dran. Drei Tickets geholt und dann hinein in den Plastikkasten. Die Gäste führten bereits, das hatten wir leider verpasst. Es war fast schon Halbzeit, aber egal, ich hatte ja alles gegeben. Wenn das Match in Tertre auch planmäßig über die Bühne gegangen wäre, dann wäre das hier auch gutgegangen. So war es mir aber egal, das vierte Spiel des Jahres wurde brav angeschaut. Wir quetschten uns auf unsere Plätze, sahen die meiste Zeit auf den Rasen aber bekamen nichts geboten. Die Heimfans waren doch zahlreich vorhanden, machten aber nur wenig Stimmung. Die Gäste von der Mittelmeerinsel waren nur spärlich angereist, was auch verständlich ist. Sie bekamen immerhin noch den Siegtreffer geschenkt, der in der letzten Minute fiel. Feine Sache. Jetzt strömten die Massen bereits wieder aus dem Stadion, ich schloss mich an. Es ging jetzt wieder ganz schnell. Hinein ins Auto und ab zur letzten Station des Wochenendes...

Royale Union Tertre Hautrage - FC Mariekerke 2:0


Ich verweilte bis um zwölf Uhr im Hotel. Ein stressfreier Morgen. Den konnte ich auch gut gebrauchen, war heute doch ein wenig Stress angesagt mit drei Spielen und anschließender Heimfahrt über knappe 500 Kilometer. Die Fahrt zum ersten Spielort verlief ruhig, sieht man mal von der Autobahn mit den tiefen Schlaglöchern ab. Eine unfassbare Anzahl an tiefen Gruben, da musste man schon das ein oder andere Mal gut ausweichen, denn das Auto brauchte ich heute ja noch. In dem kleinen Nest Tertre war so gut wie gar nichts los, aber gekickt wurde hier dennoch schön anständig. Dank Navi wurde alles gefunden, was ansonsten wohl etwas schwerer gewesen wäre. Ein matschiger Platz mit Tribüne, immerhin. Ich verweilte anfangs noch etwas im Vereinsheim, schaute mit Tennis im warmen Australien an. Der Anpfiff rückte dann allerdings näher und ich ging halt mal raus. Kaum draußen, schon liefen mir zwei bekannte Gesichter über den Weg, die ich trotz tiefer Mütze noch gut erkannte. Händeschütteln, kurz begrüßen sowie über weitere Mitreisende sprechen und dann ab zur Matschwiese, um das Spiel zu schauen. Es war schon ziemlich kalt, dazu trübe, es gab im Prinzip nichts, worauf man sich freuen konnte. Aber die Unterhaltung wurde dann doch recht lustig und man babbelte über dies und das, wie immer halt. Auf dem Platz passierte auch nicht viel, zwei Tore fielen für die Einheimischen. Die Platzrunde sparte man sich vorerst, zog es doch lieber vor, in der Pause wieder ins Vereinsheim zu gehen um sich aufzuwärmen. Die zweite Halbzeit verfolgte ich dann bis zum Schluss, während die Kollegen schon mal in Richtung Valenciennes aufbrachen. Dort sollte ich sowieso zu spät kommen, dann nehme ich doch lieber dieses Spiel noch komplett mit. Der sinnlose Schiedsrichter gab dann noch einiges an Nachspielzeit, zudem pfiff er ja auch sechs Minuten später an, so dass wertvolle zehn Minuten verloren gingen. Also musste ein kleiner Spurt her, um zum Auto zu gelangen. Dann nichts wie los, wieder zurück nach Frankreich...

Samstag, 28. Januar 2012

OSC Lille - AS St. Etienne 3:0


Boulogne ließ ich hinter mir. Durch einen der unzähligen Kreisel ging es raus aus er Stadt, unter der Autobahn durch und dann über die Schnellstraße weiter nach Lille. Müde, unendlich müde war ich jetzt. Ein paar Minuten hatte ich echt zu kämpfen, es war sehr grenzwertig. Aber ich will jetzt nicht wieder über meinen Zustand plaudern. Habe ja jetzt schon genug darüber berichtet. Aber man muss sich ja mitteilen, etwas in die Welt hinaustragen. Eine affige Fahrt, alle paar Meter ein Kreisel, scheiß egal, ob der mitten auf dem Feld steht, total sinnlos ist. Er wird gebaut, einfach gebaut. Hier und da, und wieder da und hier. Das Navi hatte jetzt seinen Spaß, es lief auf Hochtouren. Der Großraum Lille war bald erreicht, jetzt ging es bereits am neuen Stadion vorbei, was im Format null acht fünfzehn errichtet wird. Aber auch darüber sage ich jetzt nichts mehr. Ich ging zuerst mal ins Hotel, machte es mir da noch kurz bequem, bevor es wieder in die Kälte hinaus ging. Mit der mittlerweile standesgemäßen Winterbekleidung tuckerte ich mit dem Auto die paar Meter in Richtung Stadion, wäre wohl auch zu Fuß gegangen, doch das musste ja nicht sein. Auf einem der riesigen Parkplätze wurde dann geparkt und ich ging zügig zum Ground. Ich dachte nicht darüber nach, doch tatsächlich war die Partie bereits ausverkauft, wie mir an der Kasse berichtet wurde. Du lieber Gott, jetzt versank ich kurz, sollte es womöglich heute nichts mehr mit dem nächsten Ground werden? Ich ging auf und ab, keinerlei Ticketverkäufer zu sehen. Ob das noch was wird, ich weiß es nicht. Nichts ging, weder direkt vor dem Stadion als auf den Zugangswegen. Dazu unzählige Deutsche vor Ort, die scheinbar auch keine Karten hatten. Dann fuchtelte an der Ecke einer mit einem Ticket rum, ich fragte ihn und er zuckte nur mit den Schultern. Sein Übersetzer war aber mit dabei und bestätigte mir mit "twenty Euro", dass die Karte zu haben sei. Ich griff zu, war kurz irritiert und ging dann halt mal zum Südeingang. Die Karte war sauber und ich dann kurz später auch im Ground, der Tag, ach was sag ich, die Tour, das Leben war gerettet. Alles andere wäre unakzeptabel gewesen. Im eisigen Wind krabbelte ich ins Stadioninnere. Jo, ziemlich voll, aber ausverkauft? Einige freie Plätze im weiten Rund, aber scheinbar doch alles belegt. Die Heimfans streikten heute das ganze Spiel über, die wenigen Gäste aus dem Süden machten dagegen richtig schöne Stimmung über die neunzig Minuten hinweg. Das Spiel war sehr öde, abtasten und Schauspielern, mehr gab es anfangs nicht zu sehen. Nur gegen Ende hin wurde es dann besser und es gab ein paar gute Möglichkeiten für die Hausherren. Ich war zufrieden und das Match vorüber. Jetzt ging es zum Auto zurück und dann ohne weiteren Zeitverlust ins Hotel. Hier musste nur noch das Fenster abgedichtet und die kleine Heizung aufgedreht werden, dann konnte ich mich endlich auf die Nacht freuen. Die erste Hürde war genommen, jetzt hieß es für ein paar Stunden relaxen, bevor es zum nächsten Stresstest ging. Augen zu und durch...

US Boulogne-sur-Mer - Amiens SC 0:1


Da ist es also, das neue Hopping-Jahr. Unglaublich, aber doch wahr. Was war passiert? Seit Wochen schon platt ohne Ende, nichts mehr auf die Reihe bekommen. Und dann kriegt man so eine Tour vorgeschlagen, da musste ich einfach zugreifen. Auch wenn ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, wie ich das schaffen sollte, zumal ich am Ende leider auch noch alleine den weiten Weg antreten musste, da der Woody leider zu früh wieder arbeiten musste. Ich schwankte fast jede Minute, soll ich, soll ich nicht, es einfach sein lassen, mich nach Hause schleppen, die Treppe hoch und auf die Couch. Nix da, ich muss was wagen, sonst wird es gar nix mehr. Ich entschied mich also, zu fahren. Die Wettervorhersage meldete dann noch einigermaßen gutes Wetter, somit musste ich einfach los. Samstag, viertel vor fünf, der Wecker war gestellt. Zwei Minuten vor dem Klingeln war ich bereits hellwach und stieg aus der Koje. Jetzt bloß keine Zeit verlieren, das Auto einladen, Tanken fahren, Brötchen holen und los auf die Autobahn. Ich merkte bereits nach einigen Minuten, dass es sich heute arg ziehen würde. Aber das wichtigste war ja, überhaupt erstmal loszufahren. Über Köln und Aachen wurde dann Belgien erreicht. Ein zwar kleines Land, aber für mich heute riesig groß, es ging kaum voran. Aber ich gab mir Mühe, immer weiter gen Westen, bis das Meer kommt. Dann noch über hundert Kilometer in den Süden, an Calais und dem Ärmelkanal vorbei. Jetzt machte es Spaß, richtig Spaß. Die Sonne zeigte sich, das Meer konnte man förmlich erahnen. Als weiter, wenig Verkehr, immer weiter in Richtung Süden. Ausfahrt Boulogne, dank Navi wurde der Ground bald gefunden. Alles war gut, außer meiner Fitness. Nichts mehr da, müde, ich ließ mich hinters Lenkrad fallen, kurz entspannen. Was mache ich hier bloß? Trotz erfolgreicher Fahrt kam fast pausenlos die Warum-Frage. Eine Antwort wusste ich nicht. Wie im Chemie-Unterricht nach freien Radikalen, Ionen und anderem Quatsch. Der Wind machte sich bereits nach wenigen Sekunden bemerkbar. Aber jetzt gab es kein Zurück mehr. Nicht dass hier der Eindruck entsteht, ich würde mich quälen. Ich mache das gerne, immer noch wahnsinnig gerne. Gerade in so einer Situation wie jetzt merke ich doch, dass es mich entspannt, auch wenn ich totmüde bin, ausgelaugt und nicht mal mehr auf einem halben Loch pfeife. Es ist genau das, einerseits am Ende zu sein, andererseits aber wieder am Anfang zu stehen und mir im fernen Frankreich mal einen neuen Ground reinzuhauen. Ein nettes kleines Stadion hier in Boulogne, sechs Euro Eintritt für zweite Liga, das ist absolut top. Den Platz auf der Tribüne konnte ich mir dennoch sichern, wie immer clever angestellt. Es war kalt, kalt wie Sau. Es war kaum auszuhalten. Das Match erwärmte keineswegs, gleich zu Beginn hätten die Hausherren führen können, danach gab es nur noch Grütze zu sehen. Ich hielt durch, ich schaffe das. Geil, die Autobahn im Hintergrund, ich im Schatten, die Gegentribüne erstrahlt in der kalten Wintersonne. Den Gästen gelang dann noch ein Tor, wie, das weiß ich jetzt bereits nicht mehr. Ist aber auch völlig egal. Wichtig war ja nur, dass der erste neue Ground in diesem Jahr gemacht wurde. Ein gutes Gefühl. Es ging auch gleich weiter in Richtung Lille, wo am Abend das zweite Spiel der Tour auf mich wartete...

Sonntag, 11. Dezember 2011

FC Ingolstadt 04 - FC St. Pauli 1:0


Letzter Ausflug in diesem Jahr. So sieht es jedenfalls meine Planung vor. Mein Kommerz-Wochenende wurde heute mit einem Besuch im Audi Sportpark abgerundet. Aber der Reihe nach. Es war noch stockfinster, da schlich ich mich bereits aus dem Haus in die Kälte. Bis Partenstein waren die ersten Kilometer zurückzulegen, die Temperaturen sanken auf bis zu minus sechs Grad. Klirrend kalt draußen. Aber egal, das erste Ziel musste ja erreicht werden. Das geschah dann auch ohne Probleme, war mal wieder viel zu früh da. Ich blieb noch bissel im Auto hocken, merkte dann aber wie sich die Kälte breit machte und ging dann freiwillig hinaus. Am Automaten stand eine Traube von Glucken oder Gänsen, je nachdem, wie man das bezeichnen will. Ich kam gerade noch so durch, fein. Dann begann die bequeme Zugfahrt, auf dem Hinweg war das jedenfalls noch so. Ich konnte mich entspannen, ein kompletter Waggon für mich alleine, dazu war die Heizung aufgedreht. So ließ es sich bequem bis Würzburg reisen. Dort dann endlich einen Kaffee geholt beim guten Yormas, einfach schön dort. Hatte diesen Schuppen echt vermisst, Wahnsinn. Die Fahrt ging dann weiter nach Treuchtlingen, auch wieder recht ruhig, dann weiter nach Ingolstadt Nord. Einige Paulianer waren schon zu sehen, wir begaben uns dann auf die Suche nach dem Busbahnhof. Nach einigen unnötigen Metern war dieser auch gefunden, jetzt musste nur noch der Bus kommen. Kam dann auch und ab ging es in rasanter Fahrt in Richtung Sportpark. Natürlich außerhalb der Kernstadt, wie sollte es anders sein. Aber egal, ich war heute ganz gut drauf, wusste ja, dass es bald vorbei sein würde und ich in die verdiente Winterpause gehen kann. Genau so mache ich das. Ich gönnte mir für elf Euro eine Stehplatzkarte, ging dann hinein, kam auch durch mit dem Rucksack. Alles sehr locker, dazu konnte man mit echtem Hartgeld noch was zu Essen erwerben. Feine Sache, schnell runterschlingen und dann ein paar Fotos machen. Ja, es geht noch hier in Ingolstadt, gerade so ist das noch akzeptabel für mich. Aber wahrscheinlich rede ich mir das nur ein, will einfach einen guten Ground am Wochenende machen. Man redet sich das ja immer schön, der eine so, der eine so. Im Prinzip sind diese Arenen ja alle überflüssig, das Problem ist nur, das man ja hin muss. Du musst doch fahren usw. Ja ich muss, ich muss auch hier das versuchen, zu beschreiben. Pauli war heute richtig peinlich, ein Rumgeschiebe hinten rum, einfach nur schlecht. Die Hausherren gaben sich alle Mühe, siegten dann auch wirklich verdient durch ein kurioses Tor mit zwei Stangentreffern. So konnte ich wenigstens ein Törchen zum Abschluss genießen. Kurz danach war es vorbei, ich ging nach draußen und suchte den Bus wieder auf. Alles etwas zäh, so wurde es nochmal richtig knapp und nur fünf Minuten vor Abfahrt des Schnellzuges war ich wieder am verwaisten Bahnhof. Ich kam gerade in den Zug rein, der war sowas von voll, unfassbar. Ich durfte mich genau in die Mitte stellen, von links kamen die Alkoholfahnen, von rechts die Mundgerüche, herrliche Sache. Eine schlimme Fahrt nach Nürnberg, die sich wie Kaugummi zog. Doch dann wurde es kaum besser, die Weihnachtsmarkt-Terroristen zeigten sich jetzt von ihrer besten Seite. Eine wahnsinne Menschenmasse. In Würzburg wurde das sogar noch schlimmer, unvorstellbar. Aber ich biss auf die Zähne und mit zehn Minuten Verspätung war ich wieder am Ausgangspunkt angekommen. Aus und vorbei, das Jahr 2011 scheint vorüber. Fazit gibt es an dieser Stelle keines. Habe da gerade keinen Bock drauf. Ich grüße an dieser Stelle alle Kollegen da draußen, mit denen ich bewusst oder unbewusst unterwegs war. Wie immer gab es überwiegend lustige Momente, dazu natürlich auch ernste Situationen und die Warum-Frage wurde auch des öfteren gestellt. Aber man sollte das dann auch einfach mal so nehmen, wie es kam und zufrieden das Jahr ausklingen lassen. Es ist ja nicht selbstverständlich für mich, das ganze Jahr permanent auf Tour zu sein. Ich bin dafür doch sehr dankbar, vor allem meiner verständisvollen besseren Hälfte, ohne die ich hier schon fast nicht mehr so munter sitzen würde. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein schönes Fest sowie ein paar ruhige Tage zwischen den Jahren. Jetzt benutze ich auch schon diese Floskeln, schlimm. Und ein Fazit habe ich ja jetzt doch irgendwie gezogen...

Samstag, 10. Dezember 2011

1. FSV Mainz 05 - Hamburger SV 0:0


So meine Lieben, Endspurt in Sachen Berichterstattung. Geistig und körperlich befinde ich mich bereits in der Winterpause, werde jetzt aber doch nochmal einen Gedanken ans Hoppen verschwenden und hier kurz von den letzten beiden Kicks des Jahres berichten. Ich hatte Glück, dass meine Hamburger im Dezember in Mainz spielen sollten, gab es wenigstens noch etwas Anreiz für mich dorthin zu fahren. Mit zwei gewonnenen Mitfahrern im Gepäck ging es dann um die Mittagszeit los, Anreise mal wieder mit der Bahn nach etlichen Touren mit dem Auto. Eine komische Fahrkarte mit Kombi-Ticket, allerdings auch mit Zusatzinfo. Am Ende sollte sich nicht rausstellen, ob die Karte gültig war oder wir zu Unrecht damit fuhren. So kostete die Anreise schon mal nix, sehr gut. Es wurde bissel gequasselt und dann in Mainz ausgestiegen. Hier war schon einiges los, überwiegend Hamburger besiedelten den kleinen Weihnachtsmarkt vor dem Hbf. Es wurde noch schnell gefuttert und was getrunken, dann ging es in einen der Pendelbusse und ab hinaus aufs Feld. Dort wo vor einigen Monaten noch Bauer Karl seine Kartoffeln geerntet hatte, wurde mittlerweile ein wunderschöner Kasten im 08/15 Baustil errichtet. Was für eine Grütze, gut dass ich hier nur einmal hin muss. Ich würde mich ja gerne positiv äußern, kann es aber nicht. Millionen wurden hier buchstäblich in den Sand bzw. in den Acker gesetzt. Dagegen ist der Bruchweg ja schon fast eine Kultstätte mit Flair. Aber hier nur Plastik, nicht mal die armen Studenten hat man in Frieden gelassen sondern ihnen den Betonklotz vors Fenster gesetzt. Kurze Orientierung am Wegweiser und dann ab durch die zwei Eingänge am Gästeblock. Hier war man richtig großzügig, ein riesiger Eingang. So konnte man einige Minuten wenigstens den Schriftzug Cofagg Arena bewundern und sich einige Male fragen, was man hier wohl machte. Eine ordentliche Sache gab es dann aber doch noch vom Mainzer Anhang, der eine gelungene Choreografie zeigte. Ansonsten gab es nichts tolles, ein eher schlechtes Spiel, vor allem von den Gästen. Ich ließ mich zumindest ein paar Mal zum Schreien hinreißen, wollte doch unbedingt drei Punkte mitnehmen. Aber auch das wurde mal wieder nichts. Egal, Ground war gemacht und jetzt konnten wir gelassen wieder abdampfen. Hinein in die Busse, schön sortiert wieder zurück zum Bahnhof. Mit der früheren Bahn ging es dann wieder in Richtung Osthessen, kurzer Aufenthalt im Sackbahnhof mit irischer Konversation. Langsam wurde ich müde. Ich wollte nur noch heim. Die Rückfahrt ging dann recht schnell vorüber, es wurde noch bissel geblödelt und dann trennten sich unsere Wege. Was soll ich sagen? Ein neuer Ground war gemacht, doch glücklich bin ich nicht gerade. Aber immerhin konnte ich mal wieder die beiden Kollegen mitnehmen, das war für mich im Prinzip das Schönste an diesem Tag. Auf ein nächstes, demnächst...

Samstag, 3. Dezember 2011

FC Spöck - FC 07 Heidelsheim 2:1


Ich quälte mich an diesem Morgen. Fahren oder nicht Fahren, das war hier die Frage. Ich rief dann halt mal in Spöck an, holte mir die Bestätigung für den Hauptplatz und raffte mich dann auf. Ich musste ja an die Statistik denken, wenigstens eine dreistellige Spielezahl dieses Jahr erreichen. Gerade wollte ich aus der Haustüre raus, da rief mich Asche an und fragte, was ich heute machen würde. Wir verständigten uns dann auf eine gemeinsame Fahrt. Kurze Zeit später trafen wir beide am verwaisten Parkplatz ein und dann ging es gemeinsam in Richtung Karlsruhe. Mieses Wetter heute, Wind und zeitweise guter Regen, das trübte doch ein wenig. Ich war ziemlich müde, steigerte mich dann aber kurz in eine Motzphase hinein und verpasste flugs die Ausfahrt in Richtung A5. So ein Mist, unnötige zehn Minuten Zeitverlust. Aber es war alles noch im grünen Bereich. Spöck war dann bald in Sicht, der Sportplatz dann auch. Ein Auto mit Remscheider Nummer machte uns dann stutzig, und tatsächlich, das bekannte Gesicht strahlte uns aus dem Vereinsheim an. Also mal hineingehen und siehe da, noch zwei weitere bekannte Gesichter waren am Start. Ein unverhofftes Aufgebot hier heute. Bei stürmischem Wetter ging ich dann gleich mal in Richtung Tribüne oder Überdachung, wie man es auch bezeichnen mag. Für mich ist es halt eine Tribüne. Eine schöne Anlage, gefiel mir ganz gut. Alt und holprig, nichts von Plastik und ähnlichem zu sehen. Spielerisch war das grottig heute, ganz schlecht und lustlos. Immerhin gab es noch ein paar Besonderheiten heute. Die erste war die komische Aufstellung mit Schiedsrichterin, einer Linienrichterin und einem Linienrichter. Über die Frauenquote konnte sich heute also keiner beschweren. Mitte der zweiten Halbzeit wurde dann dem Weißbier-Freund in übler Weise mitgespielt und sein fast noch volles Glas in drei Teile zerschossen. Ein handfester Skandal. Nach kurzer Behandlungspause wurde dann selbstverständlich Nachschub geholt. Kurz vor Ende gab es dann noch ein sehenswertes Tor vom Gästekeeper, der den Wind mal kräftig ausnutzte und mit einem satten Abschlag zum Anschlusstreffer einnetzte. Kurz darauf war dann Schluss und wir traten wieder die Heimreise an. Auf den Kick in Mutterstadt verzichteten wir dann letztendlich, war mir zu sinnlos, irgendeinen Kunstrasen anzusteuern um unbedingt noch einen Kick zu sehen. An der Tanke kurz vor der Autobahn gab es dann noch eine kleine Diskussion mit dem Tankgehilfen, der fragt, ob er denn bei mir tanken sollte. Hör uff mit dem Quatsch, hock Dich vors Radio und hör Dir die Bundesliga an. Meine Güte, überall wird man nur noch belästigt. Auch die Schlusskonferenz ist nicht mehr das, was sie mal war. Völlig übertrieben wird hier allerlei Quatsch erzählt, Bayern gegen Bremen als Süd-Nord-Derby bezeichnet. Genau, es ist quasi ein Deutschland-Derby bzw. ein Welt-Derby oder ein Weltall-Derby...

Donnerstag, 1. Dezember 2011

KSV Bingenheim - SV Germania Schwalheim 1:1


Heute stand mal wieder Grütze auf dem Programm, muss ja auch mal wieder sein. Unter der Woche gab es nur ganz wenig Auswahl, da einigte ich mit dem Kollegen auf einen Ausflug in die Kreisliga Friedberg. Was will man auch großartig machen, wenn man eh schon in den Seilen hängt und sich kaum aufraffen kann. Bei sehr milden Temperaturen ging es dann nach kurzem Aufenthalt zu Hause los in Richtung Selbold, wo der Kollege auch schon sehnsüchtig auf mich wartete und gleich zustieg. In wenigen Minuten war die Hinfahrt bereits Geschichte, nur ein paar Minuten über die Autobahn düsen und schon war man am Ziel. Nichts dolles hier in Bingenheim, immerhin nur einen Platz und den noch aus Naturrasen, da ist man doch schon zufrieden genug. Angestoßen wurde dann auch fünf Minuten früher, was natürlich die Laune noch etwas besserte. Wir übten uns im Dummschwätzen, kamen heute aber nicht ganz so gut in Fahrt. Aber es wurde ein bequemer Abend, bei leichtem Wind und nassem Gras verfolgten wir mehr oder weniger den Kick. Ich bekam immerhin noch ein Tor live mit, während der Woody pausenlos auf seinem neuen Flachding rumdrückte und somit beide Tore verpasste. Guck halt mal Fußball, anstatt an einer Tour da auf dem Flachding rumzudrücken. So musste er sich mit einem verschossenen Elfmeter sowie vier Pfostenschüssen zufrieden geben. Ansonsten sei noch zu erwähnen, dass es überraschender Weise hier heute sogar Karten gab mit aktuellem Tagesdatum. Hätte eigentlich mit Nichts gerechnet. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu erzählen. Gut zehn Minuten früher konnte man schon wieder die Heimreise antreten, noch bissel Fastfood erwerben und dann den Rest des Abends auf dem Sofa verbringen...