Was war denn nur mit Melitia Roth? Bis jetzt kann ich es noch nicht beantworten. Ich bin mir immer noch sicher, dass ich hier schon mal vor ein paar Jahren gewesen bin, aber in meiner Statistik ist nichts zu finden. Ganz sicher war ich da, aber was hilft es, wenn es nicht drin steht? Gut, ist ja nicht ganz so weit weg, dann tue ich mir das halt noch einmal an. Um kurz nach sieben ging es los, nach guten zehn Minuten kam ich an und war im Prinzip der erste richtige Zuschauer. Nur ein paar Angehörige und Betreuer anwesend, ansonsten niemand. War ja auch klar, wer guckt sich das auch an. Da kicken doch die Bayern gegen Schalke zum 732. Mal um den Einzug ins Pokalfinale, das kann man schon verstehen. Für mich ging es da lieber nochmal raus, auch wenn es ungemütlich kalt wurde. Anpfiff, der Ball rollt. Nach wenigen Minuten schon fast erfroren, unglaublich kalt im Wind, dazu ein offener Sportplatz, der nichts bietet. Aber aufgeben ist nicht, durchhalten, Blödsinn labern, wird schon gehen. Es wurde auch ziemlich lustig, viel dummes Zeug geredet, sehr amüsant heute. So wurde es am Ende richtig kurzweilig, so muss das sein. Der Kick war aber leider sehr schlecht, kaum etwas interessantes außer zwei Stangentreffern. Doch zwei Tore fielen dennoch, doch wer führte? Beide Teams ohne Namen auf dem Rücken, also mal einen der zwanzig Zuschauer fragen. Aha, das Heimteam führt also und gewinnt dann etwas glücklich. Wir freuten uns ob des schönen Abends, aber nach dem Schlusspfiff ging es zügig und zugig wieder in die Heimat. Schnell noch eine Pizza besorgen und der Abend kann gemütlich ausklingen. Ach so, diesen Bericht noch schreiben und dann zufrieden zu Bette gehen. Nur die Frage nach Melitia Roth beschäftigt mich noch. Ich war mir doch sicher, ganz sicher...
Mittwoch, 2. März 2011
SV Melitia Roth - SV Germania Horbach 2:0
Was war denn nur mit Melitia Roth? Bis jetzt kann ich es noch nicht beantworten. Ich bin mir immer noch sicher, dass ich hier schon mal vor ein paar Jahren gewesen bin, aber in meiner Statistik ist nichts zu finden. Ganz sicher war ich da, aber was hilft es, wenn es nicht drin steht? Gut, ist ja nicht ganz so weit weg, dann tue ich mir das halt noch einmal an. Um kurz nach sieben ging es los, nach guten zehn Minuten kam ich an und war im Prinzip der erste richtige Zuschauer. Nur ein paar Angehörige und Betreuer anwesend, ansonsten niemand. War ja auch klar, wer guckt sich das auch an. Da kicken doch die Bayern gegen Schalke zum 732. Mal um den Einzug ins Pokalfinale, das kann man schon verstehen. Für mich ging es da lieber nochmal raus, auch wenn es ungemütlich kalt wurde. Anpfiff, der Ball rollt. Nach wenigen Minuten schon fast erfroren, unglaublich kalt im Wind, dazu ein offener Sportplatz, der nichts bietet. Aber aufgeben ist nicht, durchhalten, Blödsinn labern, wird schon gehen. Es wurde auch ziemlich lustig, viel dummes Zeug geredet, sehr amüsant heute. So wurde es am Ende richtig kurzweilig, so muss das sein. Der Kick war aber leider sehr schlecht, kaum etwas interessantes außer zwei Stangentreffern. Doch zwei Tore fielen dennoch, doch wer führte? Beide Teams ohne Namen auf dem Rücken, also mal einen der zwanzig Zuschauer fragen. Aha, das Heimteam führt also und gewinnt dann etwas glücklich. Wir freuten uns ob des schönen Abends, aber nach dem Schlusspfiff ging es zügig und zugig wieder in die Heimat. Schnell noch eine Pizza besorgen und der Abend kann gemütlich ausklingen. Ach so, diesen Bericht noch schreiben und dann zufrieden zu Bette gehen. Nur die Frage nach Melitia Roth beschäftigt mich noch. Ich war mir doch sicher, ganz sicher...
Samstag, 26. Februar 2011
1. FC Kaiserslautern - Hamburger SV 1:1
Das Spiel in Kaiserslautern kam mir gerade recht. Ohne die ganz große Motivation musste ich also nicht gar so weit fahren, die paar Kilometer in die Pfalz konnten locker zurückgelegt werden. Bei ordentlichem Wetter begann die Reise entspannt um halb elf, also konnte vorher noch ausreichend ausgeschlafen werden. Ist ja nicht immer so. Dann wurde Rainer eingesammelt und zu zweit die Fahrt angetreten. Verlief soweit ohne Probleme, bis Nähe Weiterstadt dann ein unschöner Stau in der Baustelle folgte. Das kostete einige Zeit, doch das stellte heute keinerlei Probleme dar. In Lautern dann erstmal umgeschaut, wo man parken könnte. Am Stadion war schon alles belegt, dazu gebührenpflichtig. Muss nicht sein, also mal in die angrenzenden Straßen fahren und siehe da, prompt wurde ein Stellplatz vor unserer Nase freigemacht, also nichts wie hinein. Das war also schon mal erledigt, jetzt mal schauen, ob man irgendwo ein Bierchen zu sich nehmen kann. Die ersten Meter waren grad für die Füße, nichts in Sicht. Doch bald war man auch schon im Zentrum und siehe da, das Brauhaus am Marktplatz sah ziemlich einladend aus, also hinein. Eine nette Stube, allerdings auch gut verqualmt. Aber ein Bier ging, das wurde genossen und dann ging es auch schon weiter zum Betzenberg. Heute ging es vom Laufen, kurz unter den Schienen durch und dann noch paar Treppen hinauf, schon war man da und hatte außerdem noch gut Puste. Der Ground ist mittlerweile fertig, jedenfalls aus meiner Sicht, befand er sich doch einige Zeit, vor allem vor der WM in der Um- und Ausbauphase. Jetzt passen hier knapp 50.000 Leute rein, schon eine beachtliche Zahl. Es wurde auch gut voll, nur in den äußersten Ecken blieben einige Sitze frei. Von der Lage und vom Bau her gefällt mir das ganz gut, die engen Sitzreihen stören allerdings sehr. Das Spiel ist schnell erzählt. Die Hausherren gaben sich alle Mühe, führten auch verdient, das Urgestein kam aber nach der Pause immer besser in Tritt und konnte immerhin noch den Ausgleich erzielen. Zum Sieg reichte es aber nicht, im Hinblick auf einen Platz im internationalen Wettbewerb viel zu wenig. Doch wer will schon in diese Plastik League, die nicht mal vom Namen her sinnvoll ist. Aber egal, ein weiteres Match war in der Tasche und nach etwa zwei Stunden war ich auch schon wieder zu Hause.
Sonntag, 20. Februar 2011
Celtic Football Club - Rangers Football Club 3:0
Die Nacht konnte ich doch recht gut durchschlafen, der Tag konnte also kommen. Heute stand das lang ersehnte Old Firm auf dem Programm. Doch zuvor wurde noch ausreichend geduscht und dann gefrühstückt. Danach aber nichts wie los, raus in die frische Luft, raus auf den maroden Vorplatz. Hier sieht es ja an manchen Ecken schon fürchterlich aus, überall Dreck, vornehmlich Dosen und Verpackungsmüll. Richtige Säue, wenn man das mal so sagen darf. An manchen Stellen wird meterhoch der Schrott abgeladen, unvorstellbar. Scheinbar gibt es hier einen Mangel an Mülleimern oder einfach ein Problem in der Erziehung. Aber lassen wir das. Die Subway-Station war doch tatsächlich noch verschlossen, sonntags beginn der Zirkus hier erst um kurz nach zehn. Dann versuchte eine Dame, den Rolladen hochzuziehen und verriss dabei die ganze Tür. Rein in den Laden, Ticket gezogen und im Muff unten gewartet auf die Bahn. Hineingezwängt, unbeschreiblich klein und eng. Die Central Station wurde dann wieder erreicht. Sehr gut, noch ein paar Meter mit dem Zug und bald darauf befanden wir uns auch schon im Dunstkreis des Celtic Parks. Noch war wenig los, wir liefen die Straße rechts hinauf und der Ground kam immer näher. Sah von außen schon ziemlich gut aus, der Schriftzug Celtic Football Club 1888 strahlte vom Tribünendach hinunter. Ein Paar Leute waren aber dennoch da, versammelt auf einem Haufen, umringt von etlichen Polizisten. Die Mannschaften kamen dort an, einmal mit tosendem Applaus begrüßt, einmal schön ausgepfiffen. Es war jetzt schon spürbar, dass hier eine besondere Atmosphäre herrschen sollte. Der Arbeitskollege von Markus traf dann auch ein und wir unterhielten uns eine Weile, bevor es dann losgehen sollte. Der Eingang war gleich gefunden, kurze Kontrolle und dann hinein. Aber was war das? Ein Drehkreuz wartete auf mich, kaum breiter als ein halber Meter. Und dann noch mit Jacke und Rucksack, ich kam da wirklich gerade so durch. Unfassbar eng. Dann war es aber geschafft, und der Innenraum konnte betreten werden. Ziemlich gut, ein schönes Teil mit niedriger Haupttibüne, ebenfalls mit Schriftzug versehen, ragt etwas ins Innere hinein. Ansonsten ein hochgezogener, zweistöckiger Bau mit grünen Sitzschalen. Es wurde gut, sehr gut, richtig gut. Kaum in Worte zu fassen, was hier abgehen sollte. Eine Gänsehautstimmung, wie ich sie noch nicht erlebt hatte. Ohrenbetäubend, jeder machte mit. Es gab im Prinzip nur den Away-Sektor mit den Rangersanhängern und den ganzen Rest, der immer wieder und pausenlos sang und tobte. Ich hatte es mir ja gut vorgestellt, dass es aber so genial werden sollte, konnte ich mir nicht denken. Beim ersten Tor gab es einen Amoktorjubel vom Feinsten, nicht mal kurz aufstehen und Klatschen, sondern minutenlang herumtoben. Beim dritten Tor fand ich es noch etwas brutaler, sagenhaft. Das Spiel verfolgte ich kaum, was sich da auf den Rängen abspielte, war unglaublich. Leider war es dann vorüber und wir mussten auch gleich weiter, der Zug wartete bereits auf uns. Ein kurzer Blick noch und dann war das Old Firm Geschichte. Sehr, sehr schade. Aber bei den Rangers kann man sich das ja auch mal anschauen. Mit schweren Beinen ging es zur nächsten Bahnstation, gerade angekommen, fuhr auch bald schon der erhoffte Zug ein, der uns wieder nach Edinburgh zurückbringen sollte. Jetzt triumphierte wieder die Müdigkeit. Aber es ging, das erste Etappenziel war wieder erreicht, man stand wieder in der kalten Waverley Station. Hier wurde noch kurz rumgehongen, dann mit dem nächsten Bus wieder zum Flughafen gefahren. Die Rückfahrt war schon gelöst und so sparte man immerhin ein ganzes Pfund. Noch einmal die Stadt anschauen, dann wurde der Airport erreicht und kurze Zeit später die Maschine nach Köln/Bonn bestiegen. Komische Geräusche an Bord, allerdings vor dem Start. Das sollte wohl dazugehören. Ich versuchte, durchzuhalten, gelang aber nicht immer. Aber dann ging es langsam wieder nach unten. Ich konnte wieder durchatmen, es war vollbracht. Kann man ja sagen was man will, aber schön finde ich es da oben nicht. Aber jetzt war alles gut, kurz noch durch die Gesichtskontrolle und runter zu den Bahnsteigen, wo der Regionalexpress nach Köln auch schon einfuhr. Passte jetzt alles wunderbar, am Hauptbahnhof raus, schnell mal auf die Anzeige schauen. Ah, da fährt ein ICE in zwei Minuten ab, einen kurzen Sprint einlegen und nix wie hoch. Geschafft, Türen zu und ab gehts. War wenig los, ein Vierer wurde gleich gefunden und hier konnte man sich nochmal etwas zurücklehnen. Es lief letztlich alles wie geplant, wurde doch wieder ein gutes Reiseunternehmen gewählt. Bereits um halb zwölf war ich wieder zu Hause, ziemlich gut in der Zeit. Eine geniale Tour ging zu Ende, endlich kann das Derby mit in die Statistik genommen werden. Ein besonderes Match, wie es sonst wohl nur wenige geben wird. Wenn überhaupt...
Samstag, 19. Februar 2011
Motherwell FC - Hamilton Academical FC 1:0
Das neue Jahr ist bereits fortgeschritten, aber in Sachen Fußball stockt es immer noch etwas. Das liegt wohl auch an dem kalten Wetter, denn da macht es alles andere als Spaß. Aber manchmal muss man dann doch mal raus und weiterkommen, so wie am heutigen Samstag. Um vier Uhr rappelte der Wecker, auf ging es zum neuen Länderpunkt Schottland und gleichzeitig zum lang ersehnten Old Firm. Mit dem Auto ging es zunächst nach Frankfurt, dort wartete der Bus nach Hahn. Mit zwei weiteren Kollegen ging es dann auf die beschwerliche Fahrt in den Hunsrück. Keine Ahnung, wo das Ding lang gefahren ist, ich hatte mich auf der Rückbank lang gemacht und versuchte noch etwas zu pennen. Endlich kam man dort an, total verpennt raus und rein in die Wartehalle, rumhängen, bis der Flug nach Edinburgh gehen sollte. Ach, wie ich mich schon freute. Aber muss man halt durch. In Schottland erblickten wir bei der Landung dann noch Schneereste auf den Bergen, aber gefährdet sollte hier nichts sein. Endlich wieder auf dem Boden, jetzt konnte ich mich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Das Wetter war in Ordnung, etwas frisch, aber nicht ganz so kalt wie befürchtet. Mit einem Doppelstockbus ging es dann weiter nach Edinburgh, schöne Fahrt, sah man doch erstmals was von dem schottischen Style. Gefiel mir gleich auf Anhieb, eine herrliche Bauweise der Häuser, die typisch britische Art. Ich war zufrieden, lehnte mich zurück und dann war die Waverley Station auch schon erreicht. Kurz orientieren und dann hinunter in den offenen Bahnhof, von dort ging es weiter nach Bellshill, Umsteigebahnhof in Richtung Motherwell. Wir hingen jetzt das erste Mal in den Seilen, total kaputt und ohne Kraft versuchte ich, noch aus dem Fenster zu schauen, das gelang aber nur teilweise. Aber es war trotzdem herrlich, ich mag es, so kaputt zu sein. Motherwell war erreicht, der Bahnhof irgendwie seltsam, dazu ein vergammelter Vorplatz, nicht schön. Zu Fuß ging es durch die Innenstadt, ein paar Geschäfte, einige Leute unterwegs. Am nächsten Kreisel dann der Versuch, nach dem Weg zu fragen, doch die Antwort der jungen schottischen Leute verstand von uns beiden keiner. Was war denn das hier für eine Sprache? Mit dem normalen Englisch hatte das überhaupt nichts zu tun, ich bemühte mich zwar, doch es wurde nix. Also grob verständigt, dann die nächste Straße rechts rein und schon war der Ground in Sichtweite. Also nichts wie hin, noch eine knappe Stunde Zeit. Tickets besorgt und dann versucht, hinein zu kommen. War aber schwieriger als gedacht. Also musste ein Ordner herhalten, der uns netterweise dann an den richtigen Eingang brachte. Ein netter Ground mit vier unterschiedlichen Tribünen, klein aber fein. Das einzige, was etwas störte, war der braune, dreckige Rasen, wenn man ihn als solches bezeichnen kann. Aber ansonsten sehr schön hier, zwar nicht so viele Zuschauer, aber was solls. Ein schönes Kampfspiel wurde uns geboten, zwar nicht auf schönem spielerischen Niveau, aber das wollen die Leute hier auch gar nicht sehen. Als weiter, nach vorne, Zweikämpfe, rennen, grätschen, fein. Ich fand es richtig gut. Durch einen Elfer kamen die überlegenen Hausherren zu einem verdienten Sieg, der Letzte aus Hamilton brachte kaum etwas zustande. Der Abpfiff ertönte und der Länderpunkt war damit eingefahren. Nun ging es wieder zurück zum Bahnhof, aber nicht, ohne vorher beim Lidl vorbeizuschauen. Kurz noch Fastfood mitnehmen und dann ging es nach Glasgow, wir wollten im Prinzip nur noch ins Hotel. Aber das sollte sich noch etwas schwierig gestalten. Erste Herausforderung war, die Subway-Station zu finden, was aber letztlich gelang. Drei oder vier Stationen gefahren, ausgestiegen, herrlich kalt jetzt draußen. Dazu eine schaudernde Gegend, gefiel mir gut. Da ist ja das Hotel, sieht doch gut aus, also nix wie rein. Aber wir wurden enttäuscht, das Hotel sei ausgebucht und die Hausdame hatte uns mal schnell in einem anderen Haus einquartiert. Na gut, dann gehen wir halt die paar Meter zu Fuß, wird schon gehen. Das Schild sahen wir dann auch bald, doch den Eingang natürlich nicht. Natürlich liefen wir erstmal schön daran vorbei, um nach einigen hundert Metern wieder umzudrehen. Jetzt schwoll mir der Kamm, ich will ins Bett und zwar schnell. Na also, geht doch. Die gute Stube war erreicht, schnell noch den Schlüssel holen und ab in den zweiten Stock. Doch was war das? Eine Bude, bei der das Fenster nicht ganz geschlossen war. Jetzt dreh ich aber durch. Also musste selbst Hand angelegt werden. Letztlich sollte es dann gehen, kurz noch bissel abdichten, den Vorhang davorspannen und ab in die Koje. Nach einem ordentlichen Auftakt gelang es dann auch bald, in Ruhe einzuschlafen. Ich bildete es mir jedenfalls ein...
Sonntag, 13. Februar 2011
Royal Standard de Liège - KRC Genk 0:2
Nach Lüttich war es nicht unbedingt weit, dass es am Ende aber so knapp werden würde, war mir nicht bewusst. Verviers ließen wir hinter uns, schnell über die Autobahn und weiter in Richtung Liège. Dann begann das Chaos, es ging eine endlose Zeit durch die Vororte und das Zentrum, dann legte uns der Trottel aus dem Navigationsgerät noch zwei Eier ins Nest, unfassbar langsam das Ding. Zügig wurde zwei Mal die selbe rote Ampel überfahren, es wurde immer enger. Nur noch eine halbe Stunde Zeit, du lieber Gott. Dann erblickten meine Augen das Stadion auf der anderen Seite des Kanals, sehr schön. Aber das Auto musste noch geparkt werden und der Fußweg schien weit, viel zu weit. Es war alles zugestellt, es ging wieder weiter weg vom Ground. Als weiter, immer weiter, etliche hundert Meter, bis dann irgendwo noch ein Parkplatz kam, weit weg vom Stadion. Das wird nix mehr, dachte ich. Ich spurtete schon mal los, durch eine herrliche Gegend. Ein kleiner Bub kam mir entgegen, ernst schaute der umher, hatte eine Pistole in der Hand. Die ist hoffentlich nur aus Kommerz-Stoff, der Atem stockte kurz. Vorbei an dem Typen und weiter rennen. Es muss klappen, auch wenn es hoffnungslos erschien. Die Brücke wurde bald erreicht, noch zwölf Minuten, als weiter, rennen, es muss gehen, ich will da rein, pünktlich zum Anstoß, keine Sekunde später. Weiter, kämpfen, nicht aufgeben. Es tat weh, alles tat weh, schnell die Ornder nach dem richtigen Eingang fragen. Schön, wir mussten natürlich einmal rum um den ganzen Komplex, herrlich. Also weiter rennen, immer weiter, durch die Massen. Die Kasse wurde erreicht, dann der Eingang, jetzt war Land in Sicht. Doch nix da, zwar pünktlich da, aber jetzt musste man noch in den dritten Stock. Die Beine wie Pudding, mit der allerletzten Kraft ging es hinauf. Und noch eine Treppe, und noch eine. Grauenhaft, rein da, jetzt. Hechelnd kam ich oben an, es war vollbracht, nach wenigen Sekunden liefen die Mannschaften ein. Was für ein Kampf, ohne Worte. Aber das Ziel war erreicht, ich war stolz. Schnell die Kamera zücken, Fotos machen und ausatmen. Anfänglich war es richtig laut, gute Stimmung und Feuer in beiden Blöcken. Doch als Genk in Führung ging und das Spiel beherrschte, wurde es leider auf Heimseite recht ruhig. Schade, denn hier ist wirklich Potential vorhanden. Nur ein einziges Mal wurde es richtig laut, sehr beeindruckend. Aber die Gäste fuhren das Ding sicher und verdient nach Hause. Das freute den mitgereisten Anhang. Der Ground ist natürlich von der besseren Sorte, ein schönes Ding mit drei Stöcken, gefiel mir richtig gut. Alles in allem ein erfolgreicher Sonntag, nachdem das Auto wieder erreicht wurde, ging es wieder zurück in die Heimat. Die Fahrt zog sich dann doch etwas hin, obwohl wir sehr gut durchkamen. Um Mitternacht war ich dann wieder zu Hause, der Hals und die Beine schmerzten noch etwas. Aber das war egal, es wurde gekämpft und letztlich gewonnen.
R.C.S. Vervietois - H. Lambusart Fleurus 0:0
Ein schöner Sonntag stand bevor, so verkündete es zumindest die Wettervorhersage. Das sollte auch zutreffen, dazu standen zwei Spiele auf dem Programm, was will man mehr. Es sollte heute endlich mal nach Kerkrade gehen, daraus wurde aber letztlich nichts, doch dazu später mehr. Um fünf Uhr in der Früh rappelte bereits der Wecker, es ging zügig raus aus der Koje und ab nach Langenselbold. Dort wurde der Zug bestiegen, es ging über Rüdesheim, Koblenz und Köln bis nach Aachen. Eine herrliche Fahrt, die Sonne ging nach kurzer Zeit auf und der Zug bewegte sich auf das rechte Rheinufer zu. Dazu war noch nichts los in der Bahn, richtig angenehm also. Doch in Koblenz war es dann mit der Herrlichkeit vorbei, die ersten Kölner Karnevalisten sowie Düsseldorfer Gesindel stiegen zu und vorbei war es mit der Ruhe. Hatte ich mir ja schon gedacht, wäre auch ein Wunder gewesen, wenn es ruhig weitergegangen wäre. Aber egal, Hauptsache keine Verspätung, dann ist alles im Lot. Köln wurde ebenfalls pünktlich erreicht, am Hauptbahnhof gibt es doch tatsächlich das Kommerz Hotel, sagenhaft. Hier muss ich unbedingt mal übernachten. Beim nächsten Mal vielleicht. Kurz durch den Bahnhof geirrt, dann den Regionalexpress nach Aachen bestiegen, alles war im grünen Bereich. In Aachen angekommen, versuchte ich erstmal das Zugticket zu verkaufen, klappte aber nicht. Irgendwie wollte das keiner haben, dazu waren doch recht wenig Leute unterwegs. Es blieb also beim Versuch, schade, hatte ich es doch geschafft, das Ticket ohne Namenseintrag bis hierher zu schleppen. Der Kollege wartete bereits im Halteverbot, also schnell hin, bevor er noch ganz nervös wird und ab ging es in Richtung Kerkrade. Schön dort angekommen, erhielten wir im Ticketshop die Info, dass es ausverkauft wäre. War mir zwar vorher schon irgendwie klar, aber wir kümmerten und nicht weiter drum. Jetzt musste entschieden werden, wie es weitergehen sollte. Wir entschlossen uns dann schließlich doch für ein Match in der dritten belgischen Liga. Das war uns sicherer, Hauptsache erstmal Fußball gucken, da muss Kerkrade halt noch etwas warten. Es ging also wieder weg vom Glaspalast, kurz an Aachen vorbei und schon kam man in Verviers an. Und siehe da, eine große Tribüne erblickten wir bald auf der linken Seite. Alles gut, jetzt noch schnell eine Frittur aufsuchen und alles wird gut. Schön, dass wir über total kaputte Straßen fuhren, wo die nächste Frittur doch direkt vor dem Stadioneingang war. Also dort noch schnell was essen und dann rein in den Ground. Während die Tribüne hier ganz ordentlich ist, wird das Ding doch durch den Vip-Bereich auf der Hauptseite total verunstaltet. Eine sinnlose Anordnung von hinter Glas befindlichen Sitzreihen, einfach ohne Worte. Es geht wohl kaum schlechter. Das Spiel passte sich da nahtlos an, ohne Klasse, ohne spielerische Höhepunkte. Aber beschweren ist nicht, es wurde durchgehalten und die ersten neunzig Minuten des Tages waren im Sack. Es ging zügig zurück zum Auto, denn viel Zeit zum Verweilen blieb nicht.
Samstag, 29. Januar 2011
1. FC Nürnberg - Hamburger SV 2:0
Schon vor Wochen war klar, dass es für mich heute mal wieder an die Noris gehen sollte, um das Urgestein der Liga zu unterstützen. Auch wenn mich der Fußball im deutschen Oberhaus nicht sonderlich interessiert, so reizt mich dieses Duell der Altmeister noch immer. Heute wurde die Partie somit schon zum sechsten Mal besucht. Da ich noch zwei Mitfahrer davon begeistern konnte, musste ich den Tag zumindest nicht alleine verbringen, sondern hatte ordentlich Abwechslung. Mit dem Kollegen von nebenan ging es gegen halb neun los, erste Station war Hanau, danach ging es wie gehabt die gewohnte Strecke über Aschaffenburg und Würzburg bis nach Nürnberg. Herrliches Wetter gab es heute zu bewundern, so machte der Reisebeginn schonmal viel Freude. Der Zug war anfangs noch schön leer, so konnte man es sich bequem machen. Bis Nürnberg passierte nicht viel, es wurden zwei kleine Gerstensäfte verdrückt, dazu noch bissel Frühstück. Nürnberg erreichten wir dann kurz nach der Mittagszeit. Auch hier super Wetter, allerdings richtig kalt. Wir irrten dann kurz am Handwerkerhof umher, der leider geschlossen war und erst im März wieder aufmacht. Schade, hatte ich mich doch fest auf einen Besuch dort eingestellt. Also mal weiter rumlaufen und schon bald wurde der Barfüßer betreten. Ich war sofort begeistert, ein geiler Schuppen mit Hausbrauerei, hier konnte man es sich nochmal richtig bequem machen. Während der Kollege was zu essen orderte, freute ich mich auf den hausgemachten Gerstensaft, der vollends überzeugte. Eine herrliche Sache, kann ich hier nur wärmstens weiterempfehlen. Wenn das Spiel nicht gewesen wäre, ich wäre hier wohl noch eine Weile geblieben. Aber bald musste es weiter gehen, zu dritt wurde jetzt zum Stadion gefahren. Wir quetschten uns in die bereits hoffnungslos überfüllte S-Bahn, es war unfassbar. Das war aber noch relativ harmlos zu dem, was uns bei der Abfahrt erwarten sollte. Am Frankenstadion, so wie ich es immer noch nenne, wurde dann noch ein letzter Drink eingenommen und dann ging es auch schon hinein in die Hütte. Es waren einige Gäste gekommen, die außer der Nürnberger Choreographie nicht sonderlich viel geboten bekamen. Die erste halbe Stunde wurde noch ganz ordentlicher Fußball gespielt, danach brachte man gar nichts mehr zu Stande, so dass die harmlosen Nürnberger völlig ungefährdet einen wichtigen Heimsieg einfuhren. Doch das war noch nicht genug, die schöne Rückfahrt stand uns ja noch bevor. Die Massen strömten zur S-Bahn Station, dort gab es das alljährliche Drama. Während nach Altdorf mehrere Bahnen fuhren, wurde der Hbf nur von den planmäßigen Zügen angesteuert, das ist eine echte Schande. Einfach unbegreiflich, wie das hier geplant ist bzw. nicht. Da sollten sich einige doch mal ein paar Gedanken machen. Es ging zum Glück gut aus und um kurz nach sechs konnte der Regionalexpress noch erreicht werden. Die Heimfahrt wurde noch bissel verquatscht und bald war man auch schon wieder in der Heimat angekommen. Eine herbe spielerische Enttäuschung, die dem schönen Ausflug aber nichts anhaben konnte.
Samstag, 22. Januar 2011
Heracles Almelo - AZ Alkmaar 0:0
Hardenberg wurde schnell wieder hinter uns gelassen und es ging zügig weiter nach Almelo, wo das Erstliga-Match gegen AZ auf dem Programm stand. Wir waren doch sehr früh da, noch nicht viel los, also konnten wir erstmal ohne Probleme das Auto abstellen. Dann ging es die paar Meter erstmals zum Ground, die Kassen hatten schon offen und ohne Probleme konnten wir ein Ticket kaufen. Von der unsäglichen Klubkarte war hier nix zu sehen. Glücklich ging es wieder zurück, mal in der angrenzenden Turnhalle vorbeischauen, ob es dort im Warmen noch etwas Gutes zu bewundern gab. Aber lassen wir das, Mutter-Kind-Turnen war dann doch nicht das Schmankerl, was wir uns erhofft hatten. Also wieder raus und noch mal einen Versuch beim gelben Fastfood starten, diesmal war das auch etwas besser. Aber wirklich gebraucht hätte ich das nicht, aber was will man machen, wenn man Hunger hat. Man musste schließlich irgendwie auch der Kälte trotzen, die da schon wieder um die Ecke kam. Runtergeschluckt, verdaut und schon mussten wir uns spurten, um den Anpfiff nicht zu verpassen. Gerade so schaffte man das auch noch, denn erst ging es rechts rum und dann wieder zurück, bis wir einen gescheiten Eingang fanden. Dann begann der Dreck, ekliger grüner Kunstrasen wurde hier auf den Boden gelegt, mir wurde ganz schlecht. Ja geht es denn überhaupt nicht mehr ohne? Was versprecht ihr euch denn von dieser grünen Grütze? Ich kanns nicht verstehen. Ich werde es auch nie verstehen. Wie kann man diesen Sport nur so mit Füßen treten, das hat nichts mehr mit Fußball zu tun. Wenn in Grönland einer Kunstrasen verlegt, habe ich vielleicht noch Verständnis, aber hier in Zentraleuropa? Aber die merken ja gar nix mehr, mal davon abgesehen, dass man da drauf überhaupt nicht kicken kann. Der Ball springt nur hin und her, ist kaum noch zu kontrollieren, sieht auf jeden Fall immer wieder richtig scheiße aus. Das Spiel war genau so wie der Untergrund, unfassbar schlecht. Plastikfußball vom Feinsten, da dreht sich mir der Magen rum. Gut, dass es doch recht schnell vorbei war, nichts wie raus, ein paar Bilder noch von der kleinen Hütte und nichts wie weg. Die Rückfahrt zog sich teilweise wie Kaugummi, was wohl daran lag, dass ich einfach nur total platt war. Am Ende standen zwei neue Grounds, immerhin. Aber so was wie in Almelo will ich eigentlich gar nicht mehr sehen...
HHC Hardenberg - Excelsior 31 Rijssen 0:2
Nach dem letzten Schauspiel am Bieberer Berg ging es für mich am heutigen Samstag hinein in das neue Jahr. Ich schloss mich heute mal wieder dem zuverlässigen Reisedienst aus Langenselbold an, geplant war ein ganztäglicher Ausflug in die Niederlande. Bei schönem Winterwetter ging es früh los, um neun Uhr war Treffpunkt am bekannten Ort. Der Reisebus traf auch kurze Zeit später ein und los ging es in Richtung Ruhrgebiet. Im Sauerland wurde es dann ziemlich weiß, dann zog Nebel auf, dann fing es tatsächlich auch an zu schneien. Aber das Reisemobil fuhr sicher und es gab keine größeren Probleme, wenn man mal von den Scheibenwischern absieht. Ob die jemals erneuert werden, ich weiß es nicht. Es ging quer durch den Pott, links, rechts, gerade aus und dann endlich in Richtung Norden. Ich war jetzt schon wieder total platt und müde. Aber jetzt musste man da durch. Dann kam endlich Gronau, von dort ging es rüber nach Enschede, dann waren es noch paar Kilometer bis zum Zielort Hardenberg. Kurz vor dem Ort erblickten meine müden Augen dann auch den Ground, siehe da, mit schöner Tribüne auf der Seite versehen. Auf dem Rasen liefen auch ein paar Zeitgenossen rum, also war alles gut. Da noch genug Zeit war, ging es nochmal zum Speisen in das nahegelegene Fastfood-Restaurant. Pfui Teufel, bei dem Scheiß krieg ich jetzt schon wieder Bauchweh. Ein elender Hamburger wurde dort präsentiert, lieblos zusammengeklebt mit einer Scheibe Fleisch, ansonsten nichts dran. Kann man auf keinen Fall weiterempfehlen. Finger weg davon! Das Stadion konnte sich allerdings sehen lassen. Ein schöner Ort zum Verweilen, nette Tribüne, Stufen auf beiden Seiten und man kann überall schön herumlaufen. Wunderbar, ich weiß das jedes Mal wieder aufs Neue zu schätzen. Hier fiel also der erste Ground in diesem Jahr. Das Match war nicht schön anzusehen, die Gäste trafen zwei mal ins Schwarze, doch nach der Pause hatten die Hausherren etliche gute Möglichkeiten, die alle vergeben wurden. Es wäre sicherlich nochmal richtig spannend geworden. Aber so strömten die Massen bereits kurz vor Abpfiff nach draußen, was uns natürlich gar nicht entgegen kam, wollten wir doch zeitig hier weg und weiter nach Almelo. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten wir uns vom Parkplatz trennen und ab ging es wieder in Richtung Süden zum nächsten Kick.
Mittwoch, 19. Januar 2011
Kickers Offenbach - 1. FC Nürnberg 0:2
Dann wollen wir mal. Noch einmal sollte es für mich nach Offenbach gehen, dort hin, wo ich vor vielen Jahren alle zwei Wochen vor Ort war, um Fußball zu schauen. Hier, wo ich groß wurde, wo man mitfieberte und sich identifizieren konnte. Doch davon war in den vergangenen Jahren schon nicht mehr viel zu spüren, die Liebe von einst hatte schon einige Risse bekommen. Doch heute musste und wollte ich noch einmal hier hin, mir den Ort anschauen, den ich bis heute immer noch einzigartig finde. Am Rande der Stadt liegt der Bieberer Berg, treu und schön. Doch hier wird es nicht mehr lange so bleiben, die Leute haben sich vom Kommerz der Fußballwelt anstecken lassen und werden den Berg plattmachen, ihn niederreißen, um ihn an gleicher Stelle mit viel Glas, Beton und Plastik wieder neu aufzubauen. Es wird herrliche Vip-Logen geben, Einheitsbrei auf der Tribüne und um das Stadion herum, also all das, was sich der gemeine Fan wünscht. Hoffenlich wird auch bald mit Karte bezahlt, es gibt Bratwurst für vier Euro und alkoholfreies Bier für fünf. Ach wie schön, hoffentlich steigt man noch auf, dann wird das Ganze noch etwas teurer. Vorbei ist hier die schöne Fußballzeit, wo man bei Wind und Wetter seinen Verein unterstützt hat, egal ob zwei- oder dreitausend Zuschauer vor Ort waren. Das war eine herrliche Zeit, davon ist nichts mehr geblieben. Aber ich will nicht klagen, ich bin eher dankbar, dies miterlebt zu haben. Eine unvergessliche Zeit. Obwohl ich mich schon seit längerer Zeit abgewandt habe, tat es heute doch ziemlich weh, das Stadion noch einmal richtig voll erleben zu dürfen. Ein letztes Mal. In der zweiten Halbzeit gab es dann einen bemerkenswerten Punkt, nämlich als die Nürnberger den Innenpfosten trafen und der Ball von dort wieder ins Feld sprang. Jetzt tobte der Berg, das war jene Stimmung, die hier jahrelang fantastisch war. Ein großer Dank an alle, die da mitgemacht haben. Machs gut, alte Heimat! Nichts wird wieder so sein, wie es einmal war...
Sonntag, 12. Dezember 2010
Bologna FC 1909 - AC Milan 0:3
Zum Glück konnte ich gut schlafen, trotz der widrigen Umstände. Wir konnten heute im Prinzip ausschlafen, denn es ging erst um halb sieben raus. Schnell noch ein ungenießbares Frühstück einwerfen und dann nichts wie weg hier. Ist das hier nicht ein Badeort? Wieso gibt es dann solche Hotels hier? Es war noch ziemlich kalt an diesem Morgen, das änderte sich auch nur langsam. Am Bahnhof wurde dann das erste Ticket gezogen und es ging auf die Reise nach Bolgona, wo heute das Match gegen Milan auf dem Programm stand. Die Züge hier sind schon kult, alt und verwatzt, die Sitze sehr fraglich, aber immerhin sind die Preise mehr als ok. Die Fahrt zog sich sehr hin, ich war bereits jetzt schon wieder total platt, konnte mir kaum vorstellen, wie ich den Tag überleben sollte. Kämpfen, nicht aufgeben. Als weiter, irgendwie wird es schon gehen. In Bologna tummelten sich die Massen, der Busbahnhof wurde zügig aufgesucht und dann mit dem erstbesten Bus zum Stadion gefahren. War alles recht überschaubar hier, an den alten Kassen wurde dann ein Ticket geholt, nach Vorlage des Persos war das kein Problem. Dann ging es bissel zu Fuß ums Stadion, das von außen schon sehr interessant aussieht. Von Kommerz war hier überhaupt nichts zu sehen, das sollte sich dann auch so fortsetzen. Es ging dann auch bald hinein in die Schüssel, die zu gefallen weiß. Keinerlei Wellenbrecher, einfach mal Sitzschalen hingeklebt, bis oben hin, dazu auf der Gegenseite der herausragende Turmbau, sehr interessant. Es zog allerdings ziemlich hier, trotz Sonnenschein ein sehr kaltes Vergnügen. Durchhalten war angesagt. Das Match begann dann irgendwann, Bologna spielte einfach unterirdisch, Milan siegte ohne große Anstrengung ganz locker drei zu null. Doch der Spaß in der Kurve war weiterhin vorhanden, es wurde fast pausenlos gesungen und Stimmung gemacht. Die kam ganz oben zwar nicht so an, doch als wir zum Schluss unten waren, war es doch schon sehr laut. Das Match war aus, es ging wieder zurück in die Stadt, natürlich mit dem Bus, was auch sonst. Dann wurde das erste warme Essen an diesem Wochenende am Bahnhof eingenommen, das tat richtig gut. Dann ging es weiter nach Venedig mit der Bahn, über Ferrara und Padova. Mit mir war nicht mehr viel los, völlig entkräftet erreichte ich dann den Flughafen in Treviso. Ich sehnte mich nach dem eigenen Bett, doch noch waren einige Stunden zu überwinden. Der Flieger hob dann endlich ab und nach etwa einer Stunde war Hahn auch schon wieder erreicht. Hier herrschte eisige Kälte, unglaublich war das. Die Heimfahrt erwies sich nochmal als Herausforderung, erst das Auto freikratzen, dann weiter auf die Autobahn, wo erstmal die Scheibe nach unten fiel. In Sekunden wurde es eisekalt im Auto, was nun? Die nächste Abfahrt ging es runter und das Fenster konnte wieder gerichtet werden. Ansonsten wären wir wohl erfroren. Danach gab es allerdings keine Hindernisse mehr, die Heimat wurde um viertel nach eins erreicht und die Tour war Geschichte. Das Jahr ging somit erfolgreich zu Ende. Jetzt lassen wir das ruhig angehen, mal schauen, was das nächste Jahr so bringt. Erstmal kommen die Lidl-Tickets zum Einsatz und dann wird sich alles andere schon zeigen. In diesem Sinne, schöne Weihnachten und bis bald!
Samstag, 11. Dezember 2010
SS Folgore/Falciano - AC Juvenes/Dogana 1:5
An diesem Wochenende sollte die letzte Tour des Jahres stattfinden. Dabei wurde mit San Marino sogar ein neuer Länderpunkt in Angriff genommen. Da ließ ich mich sogar zum Fliegen überreden, ist ja eher nicht mein Fall. So ging es sportlich um viertel vor fünf am Samstag raus aus dem Bett, ein handlicher Rucksack wurde gepackt und ab ging es nach Hahn zu den Freunden von Ryanair. Kurz vor dem Abflug wurde es dann endlich hell, in der Luft ging dann alles ganz schnell. Raus aus den Wolken und hinein ins Sonnenlicht, ein herrliches Panorama war dann bald von oben zu sehen, die Alpen leuchteten hinauf. Auch der Anflug auf Rimini war ok, so dass ich das zumindest gut überstanden hatte. Auch wenn man im Flugzeug ab und zu schon sehr genervt wird, kommt man sich doch mehrfach vor wie in einem Werbefilm. Das schlechte Wetter war nun hinter uns, schöne 15 Grad und purer Sonnenschein warteten hier auf uns. Nach kurzer Zeit bekam man dann schon das italienische Temperament vorgeführt, ein netter Zeitgenosse sprach uns an, ob wir auch auf den Bus warteten. Zusammen ging es dann in die Innenstadt nach Rimini, wo der Bus nach San Marino genommen werden sollte. Nach ein paar Metern war mir bereits schlecht, es ging ruckelnd und ohne Geduld durch die Gassen, hier ein bisschen Hupen, hier ein bisschen Pöbeln, Italien halt. Wunderbar! Für günstige acht Euro konnten wir dann die Fahrkarten nach San Marino lösen, für etwa zwei Stunden Fahrtzeit sehr preiswert. Der Bus brauchte einige Zeit, um aus der Stadt hinaus zu kommen, es ging doch recht schleppend. Doch dann rauschte er die Berge nach San Marino hinauf, das war wie Achterbahnfahren. Das Nationalstadion wurde passiert und es ging immer höher hinauf, eine sagenhafte Landschaft hier. Kann man nicht anders sagen. Die Hauptstadt wurde erreicht, jetzt begann das Abenteuer erst richtig. Bus nach Fiorentino? Ja, gab es, man musste nur mit dem Fahrstuhl nach unten fahren und schon wurde der Busparkplatz erreicht. Auch hier wieder Gehupe und Gepöbel, ach war das schön. Ein Bus fuhr dann tatsächlich mit uns los, wohin, keine Ahnung. Ich hatte kein gutes Gefühl, am nächsten Stadion ging es dann mal zur Sicherheit raus, doch hier war nicht das erhoffte Ziel. Was nun, ich hatte keine Ahnung, keinen Plan, weder im Kopf, noch ausgedruckt. Also wieder rein in den Bus, der jetzt mit tausenden Schülern gefüllt war. Aber wir durften zum Glück noch mit und es ging tatsächlich zum ersehnten Zielort. Ein Schild mit Stadio wurde gesichtet, schnell raus aus der Hölle und verschnaufen. Dann ging es die letzten Meter zu Fuß und der Ground wurde nach etwa zwanzig Minuten erreicht. Mehr Glück als Verstand war das heute, muss man ehrlich so zugeben. Aber irgendwie musste das ja alles passen, es wartete schließlich ein neues Land auf uns. Bis zum Spiel waren noch zwei Stunden Zeit, die irgendwie totgeschlagen wurde. Dann begann das Vergnügen auf dem schönen Kunstrasen, der hier scheinbar überall im Land herumliegt. Aber da sah ich heute drüber hinweg, der Rest war viel wichtiger. Es wurde uns sogar ein interessantes Spiel geboten, das leicht hätte zweistellig ausgehen können. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich zwar nicht, wer hier spielte und wer führte, aber auch das war mir völlig egal. Nach den neunzig Minuten ging es flugs wieder ab ins Zentrum, dort wurde allerdings vergeblich auf den Bus gewartet, der einfach nicht kam. Es gab somit nur noch eine Möglichkeit, wieder nach San Marino zu kommen. Der letzte Bus um kurz nach sechs kam dann auch zum Glück und nahm uns wieder mit zurück. Ansonsten wäre das unschön geendet hier. So war alles gut und der Reisebus nahm uns wieder mit nach Rimini. Ich war platt ohne Ende, es war kalt, ich war durchgefroren. Ich stellte mir heute öfters mal die Frage nach dem Warum, doch am Ende war ich doch wieder überzeugt von der Sache. In Rimini ging es dann noch zu Fuß einmal rund um den Bahnhof herum zum Hotel. Die Gegend war mir schon recht unsympathisch, das Hotel wurde es dann auch. Was für ein Schuppen, einfach nur schlimm. Duschen konnte ich mich hier nicht, wenigstens waren die Toilette und das Bett zu gebrauchen. Im TV kam allerhand Quatsch, unerträglich. Total fertig ging es dann schnell ins Bett, schlafen und einfach nur abschalten.
Sonntag, 21. November 2010
Rheydter Spielverein - HSV Langenfeld 4:2
Wir kamen gut aus Grevenbroich raus, klappte soweit sehr gut. Auf der Autobahn dann allerdings ein kleiner Schnitzer, denn die Ausfahrt in Richtung Mönchengladbach und Venlo wurde verpasst. Also eine kleine Ehrenrunde drehen, die etwa drei Minuten Zeit kostete. Das war aber zu verschmerzen, denn die Ankunft laut Navi zeigte noch zehn Minuten Puffer an. So war es dann letztlich auch, pünktlich parkten wir das Auto am Stadion, welches in der Dunkelheit hell in gelben Farben leuchtete. Wo ist denn bloß der Eingang hier, da war zu, dort auch, dann lasst es halt bleiben. Durch das Lokal unterhalb der Tribüne ging es dann doch rein, schön geordnet lagen Karten und Programmhefte für uns bereit. Also auch beim zweiten Kick alles in Ordnung. Doch es wurde noch besser. Ich kannte den Ground ja bereits, war damals kurz drin, als ich das Grenzlandstadion nebenan gemacht hatte. Aber heute hatte das hier ein wahnsinnig geiles Flair, das allerdings auch nur knappe 80 andere Zuschauer haben wollten. Aber egal, für uns hatte es eh einen anderen Stellenwert. Das Flutlicht tauchte die Stufen und den Platz in einen grellen Gelbschimmer, sagenhaft. Dazu wurde es sackdunkel und richtig kalt, ein herrlicher Abend. Wir machten beide an die hundert Fotos, verpassten so sogar die ersten beiden Tore der Hausherren. Eine gute halbe Stunde waren wir nur am Knipsen, ohne Worte. Aber was sollten wir auch machen, der Ground zog uns an wie ein Magnet. Eine Perle im deutschen Fußball-Land, kann man nicht anders beschreiben. Auf der linken Hintertorseite gibt es 31 Stufen, auf der Gegenseite 19. Ein riesiges Ding hier, das schätzungsweise 20.000 Plätze hat. Wir genossen jede Minute, gingen dann noch eine zweite Runde und waren bissel traurig, als der Schlusspfiff ertönte. Jetzt mussten wir uns leider schon wieder verabschieden. Ein erfolgreicher Tag neigte sich dem Ende entgegen, bei Köln gab es dann allerdings einen ekligen Stau, der gut eine halbe Stunde kostete. Also war man erst gegen elf Uhr zu Hause. Das machte aber nichts, denn der Tag war mal wieder absolut erfolgreich gewesen. Hoffentlich bleibt Rheydt immer so, wie es ist. Nicht, dass einer noch auf die Gedanken kommt, dort Kunstrasen zu verlegen oder irgendetwas abzureißen. Aber ich denke nicht. Da habe ich ein gutes Gefühl...
TuS Grevenbroich - VfB Solingen 2:1
Ein schöner Samstag im November, recht trübe und frisch. Was kann man da schöneres machen, als zum Fußball zu fahren? Eine kleine Tour stand bevor, schmackhaft wurde diese gemacht mit zwei Spielen im Westen der Republik. Um kurz nach zehn ging es los, kurz noch beim Bäcker vorbeischauen, abgelaufenes Bier war auch mit von der Partie, dazu das übliche Zeugs. Pünktlich war ich am Treffpunkt, der Fahrer traf dann auch bald ein und los ging es über die A45 in Richtung Westen. Eine entspannte Fahrt ohne große Ereignisse, entspanntes Reisen war angesagt. Bei Olpe dann wie üblich auf die A4, dann kurze Irritationen rund um Köln, aber ohne weitere Probleme kam man dann in Grevenbroich an. Und das sehr zeitig, so muss das sein. Wir stellten das Auto am Ground ab, holten uns kurz die Spielbestätigung und gingen dann planlos nochmal in die Innenstadt, die Zeit musste ja irgendwie rumgehen. Hier mal geschaut, dort mal geschaut, aber alles in allem recht unspektakulär. Auch die Versuche, Markus die Dönerbuden schmackhaft zu machen, scheiterten. Dann lass es halt bleiben, ich war ja bereits gut gesättigt. Also rein ins Stadion, nette Karte am Eingang geholt und diese gerade noch vor dem Durchreißen bewahrt. Schnell wurde die Beute im Geldbeutel versteckt, da kommt keiner mehr dran. Eine nette Anlage wartete auf uns, große überdachte Tribüne, dazu noch ein paar Stufen auf der Gegenseite, ein guter Start in den heutigen Fußball-Nachmittag. Kaum hatten wir auf der Tribüne Platz genommen, klingelte es auch schon im Kasten der Gäste. War wohl ein Rekord-Tor, nach meinem Gefühl waren gerade mal 10 Sekunden gespielt. Fehlpass zum Torwart, dieser wurde ausgespielt und dann aus spitzem Winkel gegen den Innenpfosten eingenetzt. Danach versuchten beide Teams, geordneten Fußball zu spielen. Aufgrund des tiefen Rasens war das aber sehr schwer, aber man konnte doch insgesamt gut zuschauen. Ein lustiges Match, denn direkt nach der Pause fiel das zweite Tor für die Hausherren. Danach ging das Geheule und Gemotze auf dem Platz los. Die Gäste kamen noch zum Anschlusstreffer, mehr erreichten sie aber nicht. Wir harrten die letzten Minuten am Ausgang, doch der Schiedsrichter ließ ordentlich nachspielen. Dann endlich der Abpfiff, kleiner Spurt zum Auto und weiter nach Mönchengladbach. Grevenbroich ist jetzt auch in der Tasche, allerdings ohne Horst Schlämmer, der trotz vielen Blicken nicht gesichtet wurde. Wohl doch nur ein Phantom?
Sonntag, 14. November 2010
FC Kleinwallstadt - TSV Krausenbach 0:3
Bei herrlichem Wetter wurde am heutigen Sonntag noch ein Kick mitgenommen, ohne viel Motivation und Reiselust ging es dann halt endlich mal nach Kleinwallstadt, um dort dem Toni-Degen-Stadion mal einen Besuch abzustatten. Nachdem das Frühstück in der Mittagszeit beendet wurde, ging es langsam los. Das Navi wurde im Prinzip nur für die letzten Kilometer gebraucht, den Rest kenne ich mittlerweile schon auswendig. Etwa eine halbe Stunde vor Anpfiff fuhr ich auch schon am Ground ein, konnte dort allerdings nicht parken, da nur für zehn Autos Platz ist. Also wurde die Karre irgendwo auf die Wiese gestellt und ab ging es. Das Kassenhäuschen war verwaist, hatte scheinbar keiner Lust, zu kassieren. Auch recht, dann lasst es halt bleiben. Der Ground war in etwa so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Auf der Hauptseite gibt es eine Art halbe Tribüne mit sieben großen Stufen, die allerdings nur auf der letzten überdacht sind. Als richtige Tribüne ist das jetzt wohl nicht zu werten. Aber ganz ordentlich, sieht man mal von dem Rest der Anlage ab. Vollgestopfte Mülleimer an den Wegen, alte marode Tornetze, unebenes Gras hinter den Toren, nicht sehr einladend. Aber was solls, der Rest passte ja und das Spiel konnte kommen. Die Gäste waren dabei am Ende der klare und verdiente Sieger, die Hauseherren brachten kaum etwas zu Stande. Sportlich gesehen war das nicht unbedingt hochklassig, aber was solls, wenn man neunzig Minuten sehen kann, dann nimmt man das gerne an. Ansonsten gibt es nicht wirklich was zu erzählen. Der Kassierer kam dann tatsächlich nochmal rum, kassierte 2,50 Euro und gab mir dann auf Nachfrage eine brauchbare Karte mit Vereinsaufdruck. Immerhin, ging ich heute nicht ganz so leer aus wie gestern. Die Heimfahrt wurde zügig bewältigt, bereits um 16:40 Uhr war ich schon wieder zu Hause. Kommt wohl auch nur im Winter vor. Im Sommer sind die Spiele da noch voll im Gange. Vom Wetter her hätte es heute fast Sommer sein können...
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